Wie sehen Landwirte ihre Zukunft?

Der Deutsche Landwirtschaftsverlag lobt jedes Jahr den CERES AWARD aus, welcher innovative LandwirtInnen im deutschsprachigen Raum in verschiedenen Kategorien ehrt. Die Gewinner kämpfen um Wertschätzung bei ihrem Schutz um Boden- und Biodiversitätsaufbau, so Benedikt Bösel. Bodenständigkeit und Entschleunigung sind zwei andere Punkte, welche von Christoph Brandtner aus Österreich angesprochen wurden. Manuela Holtmann wendet sich an die Politik und erwartet mehr Verlässlichkeit. Lesen Sie hier diese und weitere Kommentare der ausgezeichneten LandwirtInnen.

Gruppenbild – Ceres Award 2022 – Foto: Deutscher Landwirtschaftsverlag

Benedikt Bösel, Landwirt des Jahres 2022, hofft, dass Landnutzung endlich die Wertschätzung bekommt, die sie verdient hat. Er glaubt, dass diese ein riesiges Potential hat, um der Klimakrise entgegenzuwirken und aktiv Boden- sowie Biodiversitätsaufbau zu leisten. „Dafür müssen wir aber auch in die richtigen Lösungen investieren. Dazu zählt Wissensaufbau zu Agroforst und Kompostierung genauso wie das richtige Rechnen und der Fokus auf das Schließen der betrieblichen Kreisläufe“, sagt der Landwirt aus Brandenburg. 

Christoph Brandtner aus Österreich, Gewinner der Kategorie Geschäftsidee im CERES AWARD, wünscht sich von Gesellschaft und Politik mehr „Bodenhaftung, Realismus und Fokussierung auf das, was wirklich zählt. Weg von der Schnelligkeit hin zu mehr Entschleunigung, weg von dem globalen Wahnsinn hin zu mehr Regionalität“, betont er.  

Manuela Holtmann, Unternehmerin des Jahres aus Rheinland-Pfalz, erhofft sich im neuen Jahr von der Politik mehr Verlässlichkeit. „Landwirtschaft ist auf Generationen angelegt, da bedarf es langfristiger Planungssicherheit“, betont sie. Schön wäre es auch, wenn sich die Gesellschaft über den Wert der heimischen Landwirtschaft wieder bewusstwerden. „Dazu benötigt es dringend Aufklärung – angefangen im Kindergarten bis hin in die Berufsschulen“, zeigt sich Holtmann überzeugt.  

Für Sönke Strampe, Biolandwirt des Jahres aus Niedersachsen, war die Teilnahme am CERES AWARD „eine sehr eindrucksvolle Erfahrung in jederlei Hinsicht. Man erfährt viel Anerkennung für sein Wirken“, beschreibt er. Von der Politik erhofft der junge Mann sich für 2023 „klare Wegbereitung für die Probleme von heute, wie z.B. Fachkräftemangel und die Überlastung der Logistiknetze. Außerdem benötigen wir eine deutliche Strategie für den Bürokratieabbau“. 

Der Ackerbauer des Jahres aus Österreich, Valentin Seiringer, erklärt: „Wir müssen uns in der Landwirtschaft schnell verändern und stark an den Klimawandel anpassen. Wir Landwirte können aber auch viel gegen den Klimawandel und seine Auswirkungen bewirken. Damit wir das schaffen, brauchen wir ökologisch und ökonomisch treffsichere Regelungen aus der Politik und Mitbürger, denen es wichtig ist, auf welchem Boden ihre Lebensmittel gewachsen sind und wie dieser bewirtschaftet wurde.“ 

Holger Hogt, Geflügelhalter des Jahres aus Niedersachsen, wünscht sich von der Politik wieder mehr Erdung zur Heimischen Landwirtschaft. „Lebensmittel dürfen kein Spielball für internationale Export-Geschäfte sein“, sagt er. Auch die Gesellschaft sollte anerkennen, „dass wir Landwirte einen wichtigen Beitrag zur sozialen Stabilität im Land beitragen“.

Der CERES AWARD, bei dem der „Landwirt des Jahres“ sowie 10 Kategoriensieger gekürt werden, wird jedes Jahr von agrarheute an Landwirte und Landwirtinnen im deutschsprachigen Raum vergeben. Ausgezeichnet werden Landwirtinnen und Landwirte, die ihren Betrieb mit außergewöhnlichem Engagement bewirtschaften und dabei Großartiges für die Menschen, die Umwelt und die Tiere leisten. „Mit dem CERES AWARD wollen wir die Menschen aus der Landwirtschaft auszeichnen, die sich trauen, neue, innovative Wege zu gehen und die mit langem Atem auch schwierige Wegstrecken überwinden“, beschreibt agrarheute-Chefredakteur Simon Michel-Berger, das Konzept des Wettbewerbs.  

Die Sieger des CERES AWARD im Überblick:

  • Valentin Seiringer aus Österreich (Kategorie Ackerbau)
  • Sönke Strampe aus Niedersachsen (Kategorie Biolandwirt)
  • Rainer Carstens aus Schleswig-Holstein (Kategorie Energielandwirt)
  • Holger Hogt aus Niedersachsen (Kategorie Geflügelhalter)
  • Christoph Brandtner aus Österreich (Kategorie Geschäftsidee)
  • Stefan Golze aus Niedersachsen (Kategorie Junglandwirt)
  • Benedikt Bösel aus Brandenburg (Kategorie Manager und Landwirt des Jahres)
  • Frieder Meidert aus Bayern (Kategorie Rinderhalter)
  • Andreas Sprengel aus Niedersachsen (Kategorie Schweinehalter)
  • Manuela Holtmann aus Rheinland-Pfalz (Kategorie Unternehmerin)

Kontakt:
Simon Michel-Berger
Chefredakteur agrarheute
Tel.: 0172 8671345
E-mail: simon.michel-berger@dlv.de

Über agrarheute 
agrarheute berichtet über alle relevanten landwirtschaftlichen Themen aus Politik und Gesellschaft, analysiert Märkte und entdeckt Trends. Die Fachredakteure vermitteln Wissen zu Management, Pflanzenbau, Technik und Tierhaltung. Neben agrarheute.com erscheint agrarheute auch als Monatszeitschrift und ist live zu erleben – unter anderem beim CERES AWARD.

Über Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH
dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag gehört zu den Top-10 Fachverlagen in Deutschland. Rund 400 Mitarbeiter erwirtschaften mit mehr als 40 Print- und Online-Medien zu Land- und Forstwirtschaft, Jagd und Landleben über 80 Mio. Euro Umsatz im Jahr. Damit ist dlv europaweit eines der erfolgreichsten Medienhäuser rund um die Themen Landwirtschaft und Natur. Das medienübergreifende Portfolio reicht von Fachzeitschriften und Special Interest Magazinen über Online-Portale, Online-Shops und mobile Apps bis hin zu Veranstaltungen und Marktforschung. Über unsere Beteiligungen ist dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag unter dem Leitgedanken „think global, act local“ in insgesamt 20 Ländern Europas und in Nordamerika aktiv. 

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