Ayurveda-Kräuter 2026: Zwischen Tradition, Trend und dem Wunsch nach ganzheitlicher Gesundheit
Mehr Energie, innere Ausgeglichenheit und natürliche Unterstützung für Körper und Geist gewinnen für viele Menschen zunehmend an Bedeutung. Parallel dazu wächst das Interesse an ayurvedischen Heilpflanzen seit Jahren kontinuierlich. Was lange als fernöstliche Spezialdisziplin galt, ist heute fester Bestandteil moderner Gesundheits- und Selbstfürsorgekonzepte. Eine aktuelle Analyse des Ayurvedareisen-Spezialisten aytour zeigt, welche Ayurveda-Kräuter 2026 besonders gefragt sind und wie sich ihr Suchinteresse seit 2022 entwickelt hat. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Ayurveda-Kräuter weit mehr sind als ein kurzlebiger Wellness-Trend und tiefere gesellschaftliche Bedürfnisse widerspiegeln.

aytour ermittelt die Stars unter den Ayurveda-Kräutern – Quelle: Eskymaks_adobe.stock/Eyetour
Die Auswertung zeigt ein klares Ranking der meistgesuchten ayurvedischen Pflanzen. An der Spitze steht mit deutlichem Abstand Ashwagandha, gefolgt von Centella (Gotu Kola) und Amla. Diese Kräuter haben sich als feste Größen im wachsenden Interesse an mentaler Balance, kognitiver Leistungsfähigkeit und natürlicher Immunstärkung etabliert. Das Ranking vereint damit bewährte Klassiker mit neuen Aufsteigern, deren Popularität vor allem durch digitale Medien und veränderte Gesundheitsprioritäten begünstigt wird.
Platz 1: Ashwagandha – Symbol für Stressbewältigung im Alltag
Mit rund 246.000 monatlichen Suchanfragen ist Ashwagandha das mit Abstand meistgesuchte Ayurveda-Kraut. Seit 2022 ist die Nachfrage um 82 Prozent gestiegen. Besonders in sozialen Netzwerken wie TikTok ist die sogenannte Stresswurzel präsent, etwa in Form von „Moon Milk“-Rezepten oder Beiträgen zur mentalen Entlastung. Im Ayurveda zählt Ashwagandha zu den Rasayanas, die traditionell zur Regeneration, Stärkung und Verjüngung eingesetzt werden. Sie wird vor allem mit innerer Ruhe und erholsamem Schlaf in Verbindung gebracht. Auch moderne Studien liefern Hinweise auf stressreduzierende Effekte, wenngleich die wissenschaftliche Evidenz noch nicht einheitlich ist. Der anhaltende Nachfragezuwachs verdeutlicht die wachsende Relevanz von mentaler Gesundheit und Burnout-Prävention.
Platz 2: Centella (Gotu Kola) – rasanter Aufstieg eines Vielzweckkrauts
Centella asiatica verzeichnet mit aktuell etwa 12.100 monatlichen Suchanfragen ein außergewöhnliches Wachstum von über 1.580 Prozent seit 2022. Ein wesentlicher Treiber ist der internationale K-Beauty-Trend, in dem Centella unter dem Namen „Cica“ als regenerationsfördernder Wirkstoff etabliert ist. In der ayurvedischen Lehre wird Gotu Kola zudem mit geistiger Klarheit, Konzentration und kognitiver Leistungsfähigkeit assoziiert. Auch in der westlichen Phytotherapie findet die Pflanze zunehmend Beachtung, insbesondere im Zusammenhang mit Wundheilung. Der starke Anstieg lässt sich auf das Zusammenspiel von Hautpflege, „Brain Health“ und der hohen Sichtbarkeit ganzheitlicher Gesundheitsthemen in digitalen Medien zurückführen.
Platz 3: Amla – bewährte Immunpflanze mit neuem Popularitätsschub
Mit rund 9.900 monatlichen Suchanfragen und einem Wachstum von 175 Prozent seit 2022 gehört Amla zu den konstant gefragten Ayurveda-Kräutern. Die indische Stachelbeere ist in sozialen Netzwerken vor allem durch Haarpflege-Trends präsent, etwa im Zusammenhang mit Haarölen. Im Ayurveda gilt Amla als besonders wertvoll, da sie alle drei Doshas ausgleichen kann. Traditionell wird sie zur Unterstützung von Immunsystem, Verdauung sowie zur Pflege von Haut und Haaren eingesetzt und zählt zu den wichtigsten antioxidativen Pflanzen der ayurvedischen Medizin. Ihre zentrale Rolle in klassischen Rezepturen wie Chyawanprash unterstreicht ihre langjährige Bedeutung. Der steigende Zuspruch steht im engen Zusammenhang mit dem wachsenden Interesse an langfristiger Prävention.
Platz 4: Tulsi – heiliges Basilikum mit wachsender Relevanz
Tulsi erreicht derzeit etwa 6.600 monatliche Suchanfragen und weist seit 2022 ein Wachstum von rund 50 Prozent auf. Im Ayurveda nimmt das heilige Basilikum eine besondere Stellung ein und wird traditionell zur Unterstützung der Atemwege, des Immunsystems sowie zur Förderung innerer Balance verwendet. Häufig wird Tulsi als „Elixier des Lebens“ oder „Königin der Kräuter“ bezeichnet, was seinen hohen gesundheitlichen und spirituellen Stellenwert verdeutlicht. In Zeiten steigender Umweltbelastungen und zunehmender psychischer Beanspruchung gewinnt diese Pflanze erneut an Bedeutung.
Platz 5: Shatavari – Beständigkeit statt kurzfristiger Hype
Mit etwa 4.400 monatlichen Suchanfragen zeigt Shatavari eine stabile Nachfrage. Die Pflanze wird im Ayurveda vor allem mit hormoneller Balance, weiblicher Gesundheit und Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht, findet jedoch zunehmend auch geschlechtsübergreifend Anwendung. Im Vergleich zu stark trendgetriebenen Kräutern steht Shatavari für Kontinuität. Die gleichbleibende Nachfrage deutet darauf hin, dass sie fest im ayurvedischen Gesundheitsverständnis verankert ist und weniger von kurzfristigen Entwicklungen beeinflusst wird.
Gesellschaftlicher Wandel im Spiegel der Kräutertrends
Die Analyse macht deutlich, dass das wachsende Interesse an Ayurveda-Kräutern Ausdruck eines veränderten Gesundheitsverständnisses ist. Themen wie Stressreduktion, mentale Klarheit, Immunstärkung und hormonelle Balance rücken stärker in den Fokus, während natürliche und traditionsbasierte Ansätze an Vertrauen gewinnen. Während etablierte Kräuter wie Ashwagandha ihre Spitzenposition weiter ausbauen, entwickeln sich andere Pflanzen innerhalb weniger Jahre vom Nischenprodukt zum Trendthema. Ayurveda zeigt sich damit als dynamische Heillehre, die traditionelle Prinzipien mit den Anforderungen eines modernen Lebensstils verbindet.
Methodik
Die angegebenen Suchvolumina basieren auf einer Auswertung gängiger Keyword- und Trend-Tools, darunter Google Keyword Planner und Keywordtool.io. Analysiert wurden 60 relevante Ayurveda-Kräuter anhand ihrer generischen Suchbegriffe. Berücksichtigt wurden das durchschnittliche monatliche Suchvolumen sowie die relative Wachstumsentwicklung im Vergleich zu 2022. Die Datenerhebung erfolgte am 21.01.2026 und bezog sich ausschließlich auf deutschsprachige Suchanfragen, um ein realistisches Bild des deutschen Marktes zu erhalten.
