Bio-Verpflegung in den Jugendherbergen in Bayern

Die bayerischen Jugendherbergen haben ihr Angebot an biologischen Lebensmitteln erweitert. So wollen die Herbergsbetreiber ein klares Statement für guten Geschmack sowie Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung. So stehen die Jugendherbergen für eine konsequente Gemeinwohl-Orientierung.

Gut für alle - Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung in BIO-Qualität (Bild: iStock.com/monkeybusinessimages)
Gut für alle – Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung in BIO-Qualität (Bild: iStock.com/monkeybusinessimages)

„Nachhaltigkeit ist in den Jugendherbergen konkret. Wir reden nicht nur von einer ‚enkelgerechten Welt‘; wir füllen unser nachhaltiges Unternehmenskonzept täglich mit Leben. Aktuellstes Beispiel: die deutliche Ausweitung der Palette von Lebensmitteln in BIO-Qualität, die wir unseren Gästen anbieten“, kommentiert Winfried Nesensohn, Vorstand im Landesverband Bayern, die Initiative »In BIO sind wir gut« des bayerischen Jugendherbergswerks.

Anlässlich eines Pressegesprächs in der Jugendherberge Würzburg am 14. Juli wurden sowohl das nachhaltige Unternehmenskonzept als auch die konkreten Umsetzungsschritte im Bereich Gemeinschaftsverpflegung der Öffentlichkeit vorgestellt. Zum Stichtag 1. Juli war das Angebot von Lebensmitteln in zertifizierter BIO-Qualität (nach EU BIO-Siegel) deutlich erweitert worden. Ab sofort bieten alle Jugendherbergen in Bayern Eier, Milch, Butter, Quark, Joghurt sowie Äpfel ausschließlich mit BIO-Siegel an. Damit wird die bereits vor zwei Jahren eingeführte BIO-Produktpalette – bestehend aus Reis, Nudeln, Brühe, Honig, Kaffee, Tee und Müsli – deutlich erweitert.

Nesensohn: „Die Botschaft für unsere Gäste und Mitarbeiter*innen ist klar: BIO-Produkte sind ein Gewinn für alle. Sie schmecken nicht nur besser – in ihrer Herstellung belasten sie die Umwelt durch Emissionen von Schadstoffen deutlich weniger als konventionell hergestellte Produkte. Weitergedacht bedeutet das: Schonung von Umwelt und Ressourcen, Erhaltung von Biodiversität, ein Mehr an Tierwohl und Unterstützung regionaler landwirtschaftlicher Strukturen. Natürlich spielen auch Gesundheit und Vitalität der Gäste eine wichtige Rolle und sind ein weiteres Plus dieser weitgehend unbehandelten und Gentechnik-freien Produkte.“

Beim Bezug der Lebensmittel spielen neben der BIO-Zertifizierung auch Regionalität und Saisonalität eine entscheidende Rolle. Produkte in BIO-Qualität aus der unmittelbaren Umgebung der Jugendherbergen in Bayern sind demnach die bestmögliche Einkaufsquelle. Sollten in der Region die benötigten Lebensmittel nicht in BIO-Qualität verfügbar sein, können nach dem geltenden Verpflegungskonzept auch BIO-Produkte bezogen werden, die einen längeren Transportweg zurückgelegt haben, da diese Lieferwege die Öko-Bilanz nur zu einem sehr geringen Teil belasten. Zudem verzichten die Jugendherbergen auf saisonal untypische Produkte – beispielsweise frische Sommerfrüchte während der Wintermonate.

Damit geht der Landesverband Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk den nächsten Schritt auf dem Weg zu noch mehr Ressourcenschonung und Umweltfreundlichkeit. Hinter dem nachhaltigen Unternehmenskonzept, das 2017 verabschiedet wurde, steckt vor allem die satzungsgemäße Verpflichtung des gemeinwohl-orientierten Verbandes, die gesellschaftlichen Kosten (Lasten), die durch wirtschaftliche Tätigkeit entstehen, zu minimieren – dabei gleichzeitig den gesellschaftlichen Nutzen auszuweiten.

Jugendherberge ist gleich Gemeinwohl

Den Beitrag zu mehr Gemeinwohl sieht das Jugendherbergswerk in Bayern insbesondere in der Schaffung und Gestaltung von Orten der Begegnung und Bildung für Kinder, Jugendliche und Familien. Winfried Nesensohn: „Die Zeit für BIO in den Jugendherbergen ist jetzt! Der Weg zu mehr Nachhaltigkeit unseres Verbandes ist aber lang und Corona hat dieses Vorhaben leider gebremst. Aber wir bleiben dabei, dass es keine Alternative dazu gibt, wenn wir nachfolgenden Generationen die gleichen Chancen und Optionen hinterlassen wollen, die wir vorgefunden haben. Dieses Vorhaben kostet natürlich Geld. Einen Teil dieser Aufwendungen werden die Jugendherbergen auf die Gästepreise umlegen müssen. Einen weiteren Teil sehen wir als Investition in die Zukunft und tragen ihn selbst.“

Die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Rahmenbedingungen zur Verwendung von BIO-Produkten kontrolliert der Verband im Rahmen seines Qualitätsmanagement-Systems smile regelmäßig selbst. Hinzu kommen unangemeldet Kontrollen der Gesellschaft für Ressourcenschutz. Der Gast kann in jedem Fall sicher sein, dass die in BIO-Qualität ausgewiesenen Produkte tatsächlich diesen Standard erfüllen.

Mit der Erweiterung der Produktpalette zum 1. Juli wurden gleichzeitig bayernweit fünf Jugendherbergen als Pilothäuser eingesetzt, die bereits den nächsten Schritt zur Umstellung auf mehr Produkte in BIO-Qualität erproben. Bis Ende 2021 werden in den Häusern in Würzburg, Bayreuth, Oberammergau, Garmisch-Partenkirchen und Possenhofen Erfahrungen gesammelt, inwieweit das gesamte Sortiment an Gemüse und Salat auf BIO umgestellt werden kann und welche Herausforderungen sich bei diesen frischen und leicht verderblichen Lebensmitteln in der Lieferkette bzw. der Lagerung ergeben. Nach Abschluss der Pilotphase sollen alle Jugendherbergen in Bayern von diesen Erfahrungen profitieren.

„Die jetzt erfolgte Umstellung von weiteren Produkten auf BIO-Qualität bedeutet einen enormen Kraftakt für unseren Verband. Die Jugendherbergen in Bayern wollen aber Nachhaltigkeit nicht nach ‚Konjunkturlage‘ betreiben, sondern sehen diese Aufgabe als zentrales Element ihres Handelns. Wir sind dem Gemeinwohl verpflichtet, wir sind dem Wohlergehen unserer Gäste verpflichtet und wir sind nachfolgenden Generationen verpflichtet – mit mehr BIO, mehr Nachhaltigkeit, mehr ‚heute für morgen handeln‘ können wir dieser Verpflichtung gerecht werden“, so Nesensohn.

Urlaub in Bayern – Reiseangebote zum Verlieben (jugendherberge.de)

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