Klimaschutz im Garten – Tipps der Verbraucher Initiative zum nachhaltigen Gärtnern

Wir haben es selbst erlebt: der April 2020 war der wärmste und trockenste April seit Anfang der Aufzeichnungen. Bei Land- und Forstwirten gehen jetzt schon alle Alarmglocken an – sie befürchten große Schäden und Verluste. Aber auch im heimischen Garten oder auf dem Balkon wird es problematisch. Wie der Hobby-Gärtner auch zum Klimaschutz beitragen kann, hat die Verbraucher Initiative in mehreren Punkten zusammengefasst.

Foto: Tutti i sensi - Denise Cézanne-Güttich
Foto: Tutti i sensi – Denise Cézanne-Güttich

Vor allem in der Stadt leisten Gärten und begrünte Balkone einen wichtigen Beitrag: sie speichern CO2, verbessern die Luftqualität, bilden Kaltluftschneisen und verbessern so das lokale Mikroklima. Klimawandelbedingte Trocken- und Hitzephasen sowie Extremwetterereignisse setzen Böden, Bäume und Pflanzen unter Stress. Wie Garten und Balkon klimaresilienter gestaltet werden können, hat die Verbraucher Initiative zusammengefasst:

Böden pflegen: Hitze fördert den Abbau von Nährstoffen im Boden. Mit ganzjähriger Bedeckung durch Mischpflanzungen, Gründüngung und Mulchen offener Flächen schützen Sie Ihren Boden wirksam vor Erosion. Mit eigener Komposterde oder Humus sorgen Sie für hohe Bodenfruchtbarkeit. Vorsicht: Meiden Sie klimaschädliche Torferden. Achten Sie beim Kauf auf die Bezeichnung “torffrei” und verzichten Sie möglichst auf Mineraldünger.

Pflanzen zu Helfern machen: Setzen Sie auf heimische und auf hitze- bzw. trockenheitstolerante Arten – lassen Sie sich dazu vom Experten beraten. Bevorzugen Sie regional erzeugtes Saat- und Pflanzengut. Sorgen Sie für ein möglichst hohes, vielseitiges “Grünvolumen”, also Pflanzenmenge. So erhöhen Sie die kühlende Funktion Ihres Gartens. Besonders klimarelevant sind Bäume, die gleichzeitig als Schattenspender funktionieren. Junge Bäume sollten einen Schutzanstrich gegen “Sonnenbrand” bekommen.

Sinnvoll bewässern: Sammeln Sie Regenwasser und nutzen Sie es zur Bewässerung Ihrer Pflanzen. Am besten ist bedarfsorientierte Tröpfchenbewässerung am frühen Morgen (nie bei direkter Sonne). Ein- bis zweimal pro Woche darf intensiv bewässert werden. Für bestimmte Pflanzen können Mikro-Bewässerungshilfen sinnvoll sein.

Weniger versiegeln: Lassen Sie im Garten genügend Raum für Böden, die Regenwasser aufnehmen können. Das kann Schäden durch Starkregen abmildern. Wege lassen sich z. B. mit wasserdurchlässigem Rindenmulch gestalten, Dächer und Fassaden von Lauben und Schuppen können zusätzlich begrünt werden. Naturnahe Gartenteiche sind ebenfalls von Vorteil für das Klima, indem sie zur Kühlung beitragen.

Chemie adé: Verzichten Sie auf chemische bzw. synthetische Pflanzenschutzmittel – sie schaden Böden, Grundwasser und Lebewesen.

Direkter Link zur Verbraucher Initiative.