VerbraucherWeihnachten 2025

Fairness im Fokus: Marktcheck Vollmilchschokolade 2025

Vollmilchschokolade bleibt ein beliebtes Genussmittel, doch im Kakaoanbau bestehen weiterhin erhebliche Probleme wie Ausbeutung und Kinderarbeit. Ein aktueller Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg zeigt deutliche Unterschiede zwischen bekannten Marken und günstigen Eigenmarken hinsichtlich Transparenz und Fair-Trade-Kriterien. Während wenige Anbieter wie Rapunzel und Tony’s Chocolonely strenge Standards erfüllen, weisen große Marken wie Lindt oder Milka weiterhin Defizite auf. Überraschend schneiden preisgünstige Eigenmarken im Hinblick auf soziale Kriterien oftmals besser ab. Auch bei den Zutaten überzeugen Bio-Produkte durch höhere Kakaoanteile und tierwohlgerechte Milchproduktion.

Aachener Printen – Schaufenster Nobis – Quelle: Denise Cezanne-Güttich/Tutti i sensi

Vollmilchschokolade ist beliebt. Doch Ausbeutung und Kinderarbeit beim Anbau der Kakaopflanzen trüben den Genuss. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine Auswahl an Schokoladentafeln genauer betrachtet und dabei große Unterschiede in Bezug auf Fair-Trade-Kriterien und Transparenz festgestellt. Der Marktcheck zeigt: Teure Markenprodukte schneiden nicht automatisch besser ab. Oftmals weisen günstige Eigenmarken sogar höhere soziale Standards auf als die Produkte bekannter Markenhersteller.

Nur wenige Schokoladenanbieter, darunter Rapunzel und Tony’s Chocolonely, erfüllen strenge Kriterien beim Kakaoanbau und haben sich in der Vergangenheit einen besonders guten Ruf erarbeitet. Die Hersteller bekannter Marken wie Lindt und Milka betreiben zwar eigene Anbauprogramme, doch deren Anforderungen an faire Arbeitsbedingungen werden immer wieder als unzureichend kritisiert. „Verbraucherinnen und Verbraucher wollen keine Kinderarbeit unterstützen. Die Schokoladenhersteller müssen deshalb sicherstellen, dass ihre Lieferketten insgesamt fair gestaltet sind“, sagt Jana Fischer von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Schätzungen zufolge erhalten Kakaobäuerinnen und Kakaobauern weniger als zehn Prozent des Schokoladenpreises im Supermarkt. Ausreichende Löhne, die die Lebenshaltungskosten decken, garantieren nach eigenen Angaben bislang lediglich Rapunzel, Tony’s Chocolonely, Die Gute Schokolade und Dennree. Einige Firmen kündigen entsprechende Strategien an, während die Ludwig Schokolade GmbH (Schogetten) auf die Anfrage der Verbraucherzentrale gar nicht reagierte.

Im Preisvergleich ergibt sich ein weiteres bemerkenswertes Bild. Die mit 36,90 Euro pro Kilogramm teuerste Schokolade im Marktcheck – ein Produkt von Lindt – weist trotz des hohen Preises Defizite bei Umwelt- und Fair-Trade-Kriterien auf. Die preisgünstigen Eigenmarken Ja!, Fin Carré, Choceur, K-Classic und Chocóla kosteten im Sommer 2025 hingegen nur 9,90 Euro pro Kilogramm und tragen durchweg ein Fairtrade-Siegel für den Kakaoanteil. „Große Markennamen sind selten eine verlässliche Orientierung für fair produzierte Lebensmittel. Unabhängige Siegel oder kleinere Anbieter mit ambitionierten Fair-Trade-Zielen bieten deutlich mehr Sicherheit“, erklärt Fischer.

Auch die Herkunft der Milch spielt eine zentrale Rolle. Bio-Schokoladen verfügen über höhere Kakaoanteile von 33 bis 38 Prozent, verzichten auf Aromen und stellen Auslauf im Freien für Milchkühe sicher. Konventionelle Produkte enthalten häufig nur den vorgeschriebenen Mindestgehalt von 30 Prozent Kakao; sechs getestete Sorten arbeiten zudem mit Aromastoffen. Selbst die hochpreisige Schokolade von Lindt nutzt lediglich die Mindestmenge Kakao und setzt Aromen ein – ebenso Milka, Schogetten, Marabou und mehrere Eigenmarken von Aldi und Edeka.

VerbraucherInnen, die Wert auf faire Produktionsbedingungen und tierwohlorientierte Milchwirtschaft legen, sollten zu Schokoladen mit Bio- und Fairtrade-Siegel greifen. In der Stichprobe der Verbraucherzentrale erfüllen dies die Produkte von Dennree, Gepa und Die Gute Schokolade. Tony’s Chocolonely trägt zwar kein Bio-Siegel, setzt jedoch besonders weitreichende Kriterien im fairen Handel um.

Die vollständigen Ergebnisse des Marktchecks sowie Produktabbildungen und weiterführende Informationen sind auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg abrufbar: www.vzhh.de/faire-vollmilchschokolade.

Täglich Frisch: Online-Magazin Tutti i sensi
Täglich Frisch: Online-Magazin Tutti i sensi

Abonnieren Sie den unseren Newsletter

So erhalten Sie einmal wöchentlich eine Zusammenfassung aller Artikel.

Hiermit gebe ich mein Einverständnis, dass Cézanne Publishing/www.tuttiisensi.de mir regelmäßig Newsletter zusendet.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung

.

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von Ihnen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind.