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Wahl zur »Mogelpackung des Jahres 2025« gestartet

Verbraucherinnen und Verbraucher können ab sofort online über die »Mogelpackung des Jahres« abstimmen. Mit der jährlichen Wahl macht die Verbraucherzentrale Hamburg besonders dreiste Beispiele versteckter Preiserhöhungen öffentlich. Ziel ist es, über sogenannte Shrinkflation aufzuklären und intransparente Preispolitik sichtbar zu machen.

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Grundlage der Abstimmung ist eine Shortlist von fünf Produkten, bei denen Hersteller oder Händler den Preis verdeckt erhöht haben. In den meisten Fällen geschah dies durch geringere Füllmengen bei gleichbleibendem oder sogar höherem Verkaufspreis. Folgende Produkte stehen 2025 zur Wahl:

Kandidat 1: Milka Schokolade von Mondelez
Bei der Milka Alpenmilch wurde die Füllmenge von 100 auf 90 Gramm reduziert, während der Preis nahezu zeitgleich von 1,49 auf 1,99 Euro anstieg. Das entspricht einer Preiserhöhung von mehr als 48 Prozent. Zusätzlich ist die neue Mengenangabe auf der Verpackung häufig durch den Umkarton verdeckt.

Kandidat 2: Käse-Streusel-Backmischung von Dr. Oetker
Dr. Oetker bringt die Käse-Streusel-Backmischung als neues Produkt in den Handel, obwohl sich die Rezeptur kaum verändert hat. Der fertig gebackene Kuchen fällt jedoch nur noch etwa halb so groß aus. Bezogen auf die Füllmenge ergibt sich eine Preissteigerung von rund 90 Prozent.

Kandidat 3: XXL Schoko Hafer-Müsli von Kölln
Aus einem bisherigen „Vorratspack“ wird ein „XXL Pack“, gleichzeitig sinkt die Füllmenge deutlich von 1.700 auf 1.050 Gramm. Trotz eines niedrigeren Verkaufspreises im Handel ist das Müsli rechnerisch knapp 30 Prozent teurer.

Kandidat 4: Penne Pomodoro Mozzarella von Knorr
Ein auffälliger Hinweis auf der Verpackung suggeriert mehr Inhalt, tatsächlich zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch drauf. Der Preis steigt stärker als die Füllmenge. Insgesamt ergibt sich eine versteckte Preiserhöhung von 29 Prozent.

Kandidat 5: 3in1 Classic Kaffeesticks von Jacobs
Die Anzahl der Kaffeesticks bleibt unverändert, der Inhalt pro Stick wird jedoch reduziert. Insgesamt sinkt die Füllmenge von 180 auf 120 Gramm. Bei leicht gestiegenem Verkaufspreis verteuert sich das Produkt um 56 Prozent bezogen auf die Menge.

Shrinkflation deutlich über der offiziellen Lebensmittelteuerung

Im vergangenen Jahr nahm die Verbraucherzentrale Hamburg 77 neue Produkte in ihre Mogelpackungsliste auf – die zweithöchste Zahl seit Beginn der Auswertungen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von rund 15 Prozent. Die durchschnittliche versteckte Preiserhöhung lag bei 28,4 Prozent. Demgegenüber betrug die offizielle Teuerungsrate für Nahrungsmittel laut Statistischem Bundesamt bis Ende November im Schnitt lediglich 2,1 Prozent.

„Die Zahlen zeigen klar, dass Hersteller und Händler gezielt auf versteckte Preiserhöhungen setzen, um Verbraucherinnen und Verbraucher stärker zu belasten“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Forderungen nach klaren gesetzlichen Vorgaben

Auch aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher ist Shrinkflation nicht akzeptabel. Laut einer Studie des Portals Lebensmittelklarheit fühlen sich 76 Prozent der Deutschen durch versteckte Preiserhöhungen getäuscht, da geringere Füllmengen häufig auf den ersten Blick nicht auffallen. Die Verbraucherzentrale Hamburg fordert daher verbindliche gesetzliche Regelungen. Dazu gehören:

  • eine verpflichtende Kennzeichnung von Mengenreduzierungen auf der Verpackung,
  • gut sichtbare Hinweisschilder im Handel,
  • kleinere, ressourcenschonende Verpackungen, die dem tatsächlichen Inhalt entsprechen.

„Niemand kauft gern Luft – und niemand sollte für weniger Inhalt mehr bezahlen, ohne es klar zu erkennen“, fasst Valet zusammen.

Abstimmung zur »Mogelpackung des Jahres«

Die Online-Abstimmung läuft bis Dienstag, 20. Januar 2026, 16 Uhr. Verbraucherinnen und Verbraucher können mit ihrer Stimme dazu beitragen, besonders gravierende Fälle von Shrinkflation öffentlich zu benennen und den Druck auf Hersteller, Handel und Politik zu erhöhen.

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