NABU fordert mehr Biodiversität

Das Artensterben ist weltweit eine große Gefahr. Dazu hat der NABU ein Grundsatzprogramm „Artenvielfalt“ für Deutschland formuliert. Denn die Vielfalt von Pflanzen und Lebewesen sei Grundlage unseres Lebens und funktionierender Wirtschaftssysteme, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. Biodiversität steht somit im Fokus des Programms, welches pünktlich zur Welt-Artenschutzkonferenz in Panama veröffentlicht wurde.

Der Gemüsegarten in Schloss Dyck, Jüchen – Foto: Denise Cézanne-Güttich, Tutti i sensi

Neben der CITES-Konferenz in Panama sei die Weltgemeinschaft auch bei der bevorstehenden Weltnaturkonferenz in Kanada dazu aufgefordert, den Schutz und Erhalt der globalen Artenvielfalt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Der Zustand unserer Natur ist alarmierend. Bis zu einer Million Arten drohen in den kommenden Jahrzehnten auszusterben. Mit jeder verlorenen Art lösen sich Knoten in den fein gewebten Netzen der Ökosysteme. Diese bilden jedoch unsere Lebens- und Wirtschaftsgrundlage. Statt immer weiter Löcher in dieses sichernde Netz zu schneiden, müssen wir endlich anfangen, Löcher zu flicken. Die Weltgemeinschaft hat es nun in der Hand: Sie kann ein klares Zeichen für den Schutz und Erhalt der globalen Artenvielfalt setzen und die Weichen dafür stellen, den Kollaps unserer Ökosysteme abzuwenden.“ 

In seinem Grundsatzprogramm fordert der NABU beim Artenschutz frühzeitig und vorausschauend zu handeln, um weitere Belastungen für Natur und Umwelt zu verhindern. Insbesondere brauche es streng regulierte Schutzgebiete und ein wirksames Schutzgebietsmanagement. Dort, wo Eingriffe unvermeidbar sind, fordert der NABU kohärente Ausgleichsmaßnahmen, um den ökologischen Schaden so gering wie möglich zu halten.  

Laut NABU gibt es guten Grund zur Hoffnung: So beweise etwa die Rückkehr ehemals vom Aussterben bedrohter Arten wie dem Seeadler, dass die Artenkrise zu bewältigen sei. Vom neuen Artenhilfsprogramm des Bundes erwartet der NABU einen wirkungsvollen Beitrag, der den Artenschutz in Deutschland deutlich voranbringt. 

„Es reicht jedoch nicht, sich auf ausgewählte gefährdete Arten oder einzelne Sektoren zu konzentrieren“, sagt Ralf Schulte, der als NABU-Artenschutzexperte federführend am Grundsatzprogramm mitgewirkt hat. „Stattdessen ist es notwendig, alle Arten in überlebensfähigen Populationen, in ihren Lebensräumen und in intakten Lebensgemeinschaften zu erhalten und zu vernetzen. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung, uns allen Zerstörungen von Lebensräumen oder Veränderungen, die dem Erhalt der biologischen Vielfalt entgegenstehen, konsequent entgegenzustellen.“ 

Hintergrund: Biodiversität als Lebensgrundlage 

Unsere Ökosysteme bilden die Grundlage allen Lebens: So sorgen etwa wildlebende Arten für sauberes Wasser und gesunde Böden. Zudem sichern sie die Ernährung und Gesundheit der Weltbevölkerung. Die wachsende Bedrohung des Menschen durch Krankheitserreger, die vom Tier auf den Menschen überspringen und Pandemien wie zum Beispiel Covid-19 auslösen, unterstreichen aus Sicht des NABU, wie dringend ein Paradigmenwechsel im Umgang mit der Natur ist. Nicht zuletzt tragen etwa Erlebnisse in der Natur zum psychischen Wohlbefinden bei.  

Mit mehr als 875.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Der NABU begeistert für die Natur und fördert naturkundliche Kenntnisse für ein aktives Naturerleben. Mehr Infos:  

www.NABU.de/wir-ueber-uns

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