Kommentare von NABU und SDSN zum Thema Biodiversität und ganzheitlichen Ansätzen

Um unsere Lebensgrundlagen zu schützen, muss die Natur genauso geschützt werden,  dass sind Grundsätze des NABU und der Organisation Sustainable Development Solutions Network Germany (Deutsches Lösungsnetzwerk für nachhaltige Entwicklung; SDSN).  Darauf machten beide vorletzte Woche in einem Gespräch am Rande der Koalitionsverhandlungen aufmerksam. Lesen Sie hier auf www.tuttiisensi.de die Kommentare von NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger, Prof. Dr. Josef Settele, Leiter des Department Naturschutzforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ und Prof. Dr. Pierre Ibisch, Professor für Naturschutz und Forschungsprofessor für “Ökosystembasierte nachhaltige Entwicklung” am Fachbereich Wald und Umwelt der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

NABU – Screenshot: Tutti i sensi

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: “Die beiden großen Krisen, die Klimakrise und die Krise der Natur lassen sich nur gemeinsam lösen. Unsere Ökosysteme sind in einem dramatischen Zustand. Es ist klar, dass der durch brennende Wälder und austrocknende Moore ausgestoßene CO2-Anteil nicht durch technischen Klimaschutz zu kompensieren ist. Gleichzeitig gehen uns ihre Ökosystemfunktionen verloren. Wir als NABU haben daher ein Notprogramm aufgelegt, mit dem wir auf die Dramatik hinweisen. Denn mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen scheint es klar zu sein, wohin die Reise gehen soll bei Schuldenbremse und Steuerpolitik. Und es scheint auch klar zu sein, wohin es bei Mindestlohn und Rente geht. Beim Klimaschutz ist vergleichsweise wenig klar. Beim Naturschutz und beim Schutz unserer Lebensgrundlagen ist gar nichts klar. Wir brauchen aber eine Bundesregierung, die ernst macht. Das bedeutet letztlich mehr Engagement aber eben auch eine solide Finanzierung.”

Prof. Dr. Josef Settele, Leiter des Department Naturschutzforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ: “Ein wichtiger Punkt ist die Beteiligung der Gesellschaft als relevantem Treiber der Veränderung. Politik passiert nämlich immer dann, wenn die Gesellschaft Druck ausübt. Dafür müssen die Menschen sich mit dem Thema identifizieren können. Beim Klimaschutz geht es häufig um Maßnahmen, deren Ergebnis erst später sichtbar wird. Die Bevölkerung muss sich also zu Veränderungen bekennen, deren Erfolge sie selbst nicht mehr mitbekommt. Umso wichtiger ist es, den Naturschutz erlebbar und sichtbar zu machen.”

Prof. Dr. Pierre Ibisch, Professor für Naturschutz und Forschungsprofessor für “Ökosystembasierte nachhaltige Entwicklung” am Fachbereich Wald und Umwelt der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde: “Naturschutz ist kein Nischenthema, da geht es um unsere Lebensgrundlagen. Genauso wenig ist die Natur kein Ersatzteillager, um andere Versäumnisse auszugleichen. Ein Ökosystem, das in Deutschland besondere Relevanz hat, ist der Wald. Viele Waldflächen in Deutschland sind aber in einem naturfernen Zustand bzw. schwer geschädigt. Gleichzeitig hat der Wald mit Blick auf die Klimakrise wichtige regulierende Funktion, sei es beim Landschaftswasserhaushalt oder bei der Landschaftskühlung. Wir brauchen entsprechend eine ganzheitliche Betrachtung von Klimaschutz und Biodiversitätserhalt, die sich auch in der Gesetzgebung wiederspiegelt und den Stand der Wissenschaft berücksichtigt. Es geht um die Frage, was wollen wir mit unserem Land anfangen, wofür sind bestimmte Ökosysteme wichtig. Die aktuelle Gesetzgebung ist veraltet und scheitert oft bereit an der Umsetzung von Strategien und Gesetzen.”

Mit mehr als 820.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-,Wald- und Wasserwirtschaft. Zu den zentralen NABU-Anliegen gehören auch die Vermittlung von Naturerlebnissen und die Förderung naturkundlicher Kenntnisse. Mehr Infos: www.NABU.de/wir-ueber-uns

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