Regionalität fällt nicht vom Himmel! – Regionalbewegung fordert Bundesprogramm Regionalvermarktung

Um dem steigenden Bedürfnis der Verbraucher nach glaubwürdigen regionalen Produkten Rechnung zu tragen und Regionalvermarktungsinitiativen die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu ermöglichen, fordert der Bundesverband der Regionalbewegung e.V. die Auflage eines Bundesprogramms Regionalvermarktung. Darin waren sich die rund 200 Teilnehmer aus der Republik einig, die anlässlich des 8. Bundestreffens der Regionalbewegung am 3. und 4. Juni in Hamburg die breite Themenvielfalt der Regionalbewegung diskutierten.

Diskussionsrunde_Bundesprogramm_Regionalvermarktung
Diskussionsrunde Bundesprogramm Regionalvermarktung

Der Verband beklagt, dass dem Thema „Regionalvermarktung“ in der derzeitigen Bundesagrarpolitik nicht der Stellenwert zu kommt, den man angesichts der verbreiteten Praxis und Diskussion erwarten würde. Eine strategische Neupositionierung des Themas sowie eine programmatisch erkennbare politische Unterstützung seien unabdingbar.
Neben besseren Fördermöglichkeiten beleuchteten die Initiativenvertreter die aktuellen Regionalkennzeichnungen kritisch. Ein „Regional-TÜV“ soll in Zukunft Mogelpackungen, die oftmals Regionalität lediglich suggerieren und das Heimatgefühl des Verbrauchers als reine Marketingstrategien missbrauchen, eindämmen. Die Regionalbewegung hat dafür fünf Mindeststandards für glaubwürdige Regionalität definiert: Rohstoffe aus der Region, Verarbeitung in der Region, Vermarktung in der Region, „Ohne Gentechnik“ und regionale Futtermittel. „Ziel des Regional-TÜVs ist der regionale Wirtschaftskreislauf mit einer hohen Wertschöpfung in der Region. Das ist die Arbeitsbühne kleiner und mittlerer Unternehmen des Handwerks, der bäuerlichen Landwirtschaft und der Regionalvermarktungsinitativen“, erläutert Heiner Sindel, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes der Regionalbewegung e.V.

Im Laufe der letzten Jahre ist die regionale Produktvermarktung ein eigenständiges Feld der nachhaltigen Regionalentwicklung sowie des Lebensmittelmarktes geworden. Dabei wurden eigene Formen des Anbaus, der Verarbeitung und Vermarktung entwickelt. Um jedoch tragfähige Strukturen zu schaffen, bedarf es gemäß Verband wesentlich mehr finanzieller Mittel, die von Seiten der Politik zur Verfügung gestellt werden müssen. Zudem fordert der Verband eine systematischen Unterstützung auf den unterschiedlichsten Ebenen, um aus der Nische herauszukommen. Andernfalls drohe ein weiterer Verlust der Vielfalt landwirtschaftlicher Betriebe im ländlichen Raum.

Regional in den Metropolen – neue Konzepte braucht das Land

Ein weiterer Schwerpunkt des Bundestreffens war die „neue Food-Bewegung“ mit ihren kreativen Konzepten für regionale Produktversorgung in hiesigen Metropolen. Erfolgreiche Beispiele wie die „Markthalle 9“ in Berlin, die Gründung von „Ernährungsräten“ in Köln und Berlin sowie die Food-Blogger-Szene weckten bei den Teilnehmern großes Interesse.

Ziel sei es, der Regionalbewegung in Deutschland eine starke Stimme gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu verleihen.

Direkter Link zu Die Regionalbewegung.