10.-13. April 2014: Stuttgarter „Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe“

Slow Food Messe Stuttgart - Käserei Zurwies
Slow Food Messe Stuttgart – Käserei Zurwies

Wissen, was drin ist: Immer mehr Verbraucher legen bei ihrer Ernährung Wert auf unverfälschten Geschmack. Sie wollen Lebensmittel, die frei von gentechnisch veränderten Rohstoffen und künstlichen Aromastoffen sind. Auf dem Stuttgarter „Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe“ werden sie fündig. Zum achten Mal präsentieren vom 10. bis 13. April 2014 über 400 Genusshandwerker aus Deutschland und dem europäischen Ausland eine einzigartige Vielfalt regionaler Köstlichkeiten und Spezialitäten.

Der „Markt des guten Geschmacks“ unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von anderen Feinschmecker- und Genussmessen. So müssen alle auf der Messe angebotenen Spezialitäten gemäß der Slow Food Philosophie in traditionell handwerklicher Art, frei von gentechnisch veränderten Rohstoffen, frei von Aromastoffen, frei von Zusatzstoffen (bis auf wenige Ausnahmen) sowie umwelt- und ressourcenschonend hergestellt werden. Die Slow Food Prüfer sind dabei zum Teil sogar strenger als die EU-Öko-Verordnung, die in Bio-Produkten immerhin noch 47 der rund 350 in der konventionellen Lebensmittelverarbeitung zugelassenen Stoffe erlaubt.

Von der Messe ausgeschlossene Verfahren sind beispielsweise Folienreifung beim Käse, Hopfenextrakt beim Bier oder chemische Backmittel beim Brot. Kostenoptimierte Herstellerpraktiken, die gerne in der Massenfertigung eingesetzt werden, haben auf der Stuttgarter Messe keinen Platz.

„Unsere Besucher können sich darauf verlassen, dass sie auf der Messe genau das kaufen, was auch auf der Produktinformation steht. Dafür nehmen wir einen im Messewesen absolut unüblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand in Kauf“, erläutert Lilo Haug, Projektleiterin des „Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe“, das Konzept. „Alle auf der Messe verkauften Produkte müssen im Vorfeld schriftlich angemeldet und von den Slow Food Prüfern genehmigt werden. Erst wenn die Qualität stimmt werden die Aussteller mit ihrem Angebot zugelassen. Darüber hinaus führen wir während der Messe stichprobenartige Kontrollen an den Ständen durch.“ Sollten Aussteller gegen die Ausstellungsordnung verstoßen, so müssen die beanstandeten Produkte unverzüglich vom Stand entfernt werden. Bei groben Verstößen können sogar die Schließung des Messestands sowie ein Ausschluss von künftigen Messen angeordnet werden.
„Wir kennen jeden Käse persönlich“

Ein Verfahren, das Produzenten wie die Käserei „Zurwies“ zu schätzen wissen. Der Familienbetrieb aus Wangen im Allgäu stellt mit 25 Mitarbeitern verschiedenste Käsespezialitäten her. Bevor in der Käserei der erste Laib produziert wird, stellt Junior-Chefin Luise Holzinger höchste Ansprüche an die verwendeten Rohstoffe: „Guter Käse kann nur aus guter Milch gemacht werden. Die Milch für unseren Käse erhalten wir deshalb von 20 Biobauern in und um Wangen, die alle ihre Höfe nach den Richtlinien von Bioland oder Demeter bewirtschaften und von uns und den Verbänden streng kontrolliert werden.“ Die Nahrung der Kühe ist deshalb frei von Kunstdünger, Herbiziden und Pestiziden. „Dafür bezahlen wir unseren Bauern neben den üblichen Milchpreisen der umliegenden Milchindustrie noch Qualitäts-, Fütterungs- und Biozuschläge“, so Holzinger.

Bis aus täglich 10.000 Litern angelieferter Milch dann ein fertiger Käse wird, vergehen nochmals drei Wochen für Produktion und Reife. Eine beschleunigte Reifung in Folie kommt für die Allgäuer Käseproduzenten dabei nicht in Frage. Vielmehr ist beständige Handarbeit während des gesamten Herstellungsprozesses gefragt: „Man könnte sagen, wir kennen jeden Käse, der unser Haus verlässt, persönlich“, scherzt Holzinger. Eine Qualität, die man schmeckt und die auch immer mehr Kunden zu schätzen wissen.

Hinweis an die Redaktionen Slow Food ist eine internationale Bewegung mit einem eigenständigen und neuen Ansatz: Verbraucher und Produzenten setzen sich gemeinsam in einer Organisation für die gleichen Ziele ein. Die Non-Profit-Organisation engagiert sich für regionale, saisonale und handwerklich hergestellte Lebensmittel, eine nachhaltige, kleinbäuerliche Landwirtschaft, artgerechte Tierhaltung und die Bewahrung der Arten- und Geschmacksvielfalt. Die Slow Food-Bewegung entstand in den 1980er Jahren in Italien und hat heute etwa 100.000 Mitglieder in 150 Ländern, davon über 13.000 in Deutschland.

Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe 10. – 13. April 2014

Die Slow Food Messe hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Donnerstag, 10. April 2014, von 14 bis 22 Uhr (Nacht der Sinne). Eintrittskarten kosten inklusive VVS-Kombiticket 13 Euro, ermäßigt 10 Euro. Die Karten berechtigen zum Besuch aller an diesem Tag parallel stattfindenden Messen. Kombitickets für die bequeme Anreise zu den Stuttgarter Frühjahrsmessen sind bei den Easy-Ticket-Vorverkaufsstellen, den Toto-Lotto-Verkaufsstellen im VVS-Gebiet, an den SSB-Automaten und -Verkaufsstellen sowie an den Fahrkartenschaltern der Deutschen Bahn erhältlich.

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