Umweltverbände fordern konsequenten Schutz von Nord- und Ostsee
abuIm Vorfeld der Umweltministerkonferenz haben NABU, Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace, BUND und WWF Deutschland einen offenen Appell an Bund und Länder gerichtet. Darin fordern sie einen deutlich stärkeren politischen Fokus auf den Schutz der deutschen Meere. Hintergrund ist unter anderem der weiterhin kritische Zustand von Nord- und Ostsee, obwohl große Flächen bereits als Schutzgebiete ausgewiesen sind.
Ein aktueller Bezugspunkt der Debatte ist ein gestrandeter Buckelwal in der Ostsee, der in den vergangenen Wochen öffentlich viel Aufmerksamkeit erhalten hat. Nach Einschätzung der Verbände steht sein Schicksal exemplarisch für strukturelle Defizite im Meeresschutz. Kritisiert wird insbesondere, dass bestehende Schutzregelungen häufig durch sektorale Interessenkonflikte abgeschwächt würden.
Die Organisationen benennen fünf zentrale Handlungsfelder. Erstens fordern sie eine gemeinsame meerespolitische Strategie von Bund und Ländern mit einem verbindlichen Aktionsplan noch im laufenden Jahr. Zweitens soll der Schutzstatus von Meeresschutzgebieten deutlich verschärft werden, unter anderem durch das Verbot besonders schädlicher Fangmethoden und eine stärkere Ausweisung ungenutzter Kernzonen.
Drittens plädieren die Verbände für eine stärker ökosystemorientierte Raumplanung in Nord- und Ostsee. Viertens wird eine langfristig gesicherte Finanzierung von Schutz- und Wiederherstellungsmaßnahmen gefordert, unter anderem über bestehende Förder- und Abgabenmechanismen im Offshore-Bereich. Fünftens steht die Landwirtschaft im Fokus, da Nährstoffeinträge weiterhin als zentrale Belastungsquelle gelten.
Die Verbände betonen zudem, dass die öffentliche Aufmerksamkeit für den Meeresschutz zuletzt gestiegen sei, politisch jedoch noch nicht ausreichend in konkrete Maßnahmen übersetzt werde.
Quelle: NABU Meeresschutz-Appell zur UMK
