NABU fordert verbindlichere Ziele im Wiederherstellungsplan
Der Entwurf des Nationalen Wiederherstellungsplans markiert einen wichtigen Schritt für den Natur- und Klimaschutz in Deutschland. Er setzt ein Signal, dass politische Aufmerksamkeit für den Zustand von Ökosystemen wächst. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass ambitionierte Ziele allein nicht ausreichen, wenn es an konkreter Umsetzung fehlt. Entscheidend wird sein, ob aus dem Papier ein wirksames Instrument mit messbaren Ergebnissen entsteht. In den kommenden Monaten steht daher die entscheidende Phase der Nachschärfung bevor.
Der Naturschutzbund Deutschland bewertet den vorliegenden Entwurf grundsätzlich positiv, sieht jedoch deutlichen Nachbesserungsbedarf. NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger betont, dass die Vorlage zwar ein wichtiger Anfang sei, jedoch konkrete Maßnahmen und Verbindlichkeit entscheidend bleiben. Ohne klare Vorgaben werde es nicht gelingen, geschädigte Ökosysteme wie Moore zu renaturieren oder den Verlust von Arten wirksam zu stoppen.
Bis zur Einreichung bei der EU-Kommission im September 2026 muss der Plan zu einem belastbaren Arbeitsprogramm weiterentwickelt werden. Hintergrund ist das EU-Ziel, bis 2030 mindestens 20 Prozent der geschädigten Land- und Meeresflächen wiederherzustellen. Der aktuelle Entwurf legt hierfür zwar eine Grundlage, bleibt jedoch in zentralen Punkten zu unpräzise und unverbindlich.
Auch aus Sicht der jungen Generation besteht dringender Handlungsbedarf. Isabel Fischer von der NAJU fordert mehr Tempo und konkrete Maßnahmen. Für junge Menschen gehe es nicht um abstrakte Umweltziele, sondern um die Sicherung ihrer Lebensgrundlagen angesichts bereits spürbarer Folgen des Naturverlusts.
Kritisch sieht der NABU insbesondere das Fehlen überprüfbarer Ziele sowie eine unklare Aufgabenverteilung zwischen Bund und Ländern. Besonders in Mooren, Wäldern, Flüssen und Agrarlandschaften seien deutlich ambitioniertere Maßnahmen notwendig. Gleichzeitig müsse bestehende Naturzerstörung konsequent gestoppt, schädliche Subventionen beendet und die Finanzierung erheblich ausgeweitet werden.
Der Verband betont, dass der Wiederherstellungsplan das Potenzial habe, zu einem Wendepunkt im Naturschutz zu werden. Voraussetzung dafür seien jedoch verbindliche Ziele, ausreichende finanzielle Mittel und eine konsequente Umsetzung. Eine Abschwächung oder Verzögerung würde hingegen ökologische und wirtschaftliche Risiken weiter verschärfen.
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