Glyphosat-Zulassung: Bioland Deligierte antworten mit Forderungen für mehr Artenvielfalt

Die Bundesdelegiertenversammlung von Bioland in Fulda hat Forderungen für mehr Artenvielfalt in der Agrarlandwirtschaft verabschiedet.

So sei die starke Intensivierung von Ackerbau und Viehhaltung hauptverantwortlich für den Rückgang der Artenvielfalt in Deutschland. „Statt mit Glyphosat weiter der Artenvielfalt zu schaden, müssen die Landwirte sich der Verantwortung stellen und aktiv für den Erhalt der Artenvielfalt wirtschaften“, sagt Jan Plagge, Präsident von Bioland, und weiter: „Dazu erwarten wir von der künftigen Bundesregierung praxistaugliche Gesetze und wirksame Maßnahmen. Minister Schmidt erweise mit seinem Alleingang der Landwirtschaft einen Bärendienst.“

Die Bioland-Delegierten fordern die künftige Bundesregierung auf, die Biodiversität in der Agrarlandschaft deutlich zu verbessern und folgende Maßnahmen umzusetzen:
• Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen: Die EU-Agrargelder müssen in ökologische Leistungen wie saubere Gewässer, klimafreundliche Bewirtschaftung, die Stärkung der Artenvielfalt und eine vielfältige Kulturlandschaft investiert werden, anstatt in pauschale Flächenprämien nach dem Gießkannenprinzip. Bioland fordert eine entsprechende Neuausrichtung der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik 2020+.
• Totalherbizide wie den Wirkstoff Glyphosat verbieten: Ihre breite Anwendung hat zu einem dramatischen Artenschwund und zur Verbreitung resistenter Problemunkräuter auf Ackerflächen beigetragen. Schlüssel zum Erfolg auf dem Acker sind eine vielfältige Fruchtfolge sowie innovative mechanische Verfahren zur Unkrautbekämpfung. Mit dem Verzicht auf Glyphosat würde der Herbizideinsatz erheblich gesenkt und ein Innovationsschub im Ackerbau ausgelöst werden.
• Neonicotinoide verbieten: Zum Schutz von Bienen und der übrigen Insektenfauna müssen die hochtoxischen Neonicotinoide in Deutschland und auf EU-Ebene umgehend dauerhaft verboten werden.
• Maßnahmen zur Reduzierung von Stickstoffüberschüssen umsetzen: Die Überschüsse betragen immer noch 100 kg Stickstoff/ha. Die wirksamste Maßnahme um den Stickstoffüberschuss zu reduzieren, ist die regionale, flächengebundene Tierhaltung. Fördergelder sind konsequent an einen maximalen Viehbesatz von zwei Großvieheinheiten/Hektar/Jahr zu binden. Auf mineralischen Stickstoffdünger ist eine Abgabe auf Handelsebene zu erheben.
• Gezielte Förderung extensiver Weidehaltung mit Schafen, Ziegen und Rindern sowie der artenreichen Grünlandbewirtschaftung. Nur so können wertvolle Grünlandbestände dauerhaft erhalten werden.

Die 160 Delegierten der Bundesdelegiertenversammlung des Bioland e.V. vertreten mehr als 7.000 Bioland-Landwirte.

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