Weltkulturerbe Palmyra – Wiedererstanden als Kork-Modell

Gegen das Vergessen: Kölner Künstler lässt syrische Oasenstadt neu entstehen

Der Baal-Tempel im Original? Fast, wenn man den Maßstab nicht kennt: Hier das von Dieter Cöllen rekonstruierte Bauwerk als Kork-Modell (Foto: Cöllen)
Der Baal-Tempel im Original? Fast, wenn man den Maßstab nicht kennt: Hier das von Dieter Cöllen rekonstruierte Bauwerk als Kork-Modell (Foto: Cöllen)

Korkbildner Dieter Cöllen hat die im vergangenen Jahr vom Islamischen Staat teilweise zerstörte antike Oasenstadt Palmyra gesehen, als sie noch vollständig erhalten war. Der gewaltsamen Auslöschung von Weltkulturerbe stellt der Phello-Plastiker sein bislang größtes Projekt entgegen: In enger Zusammenarbeit mit Augenzeugen, Dokumentaristen und Archäologen will Cöllen die gesamte antike Stadtanlage rekonstruieren: Aus Kork, für dessen Einsatz sich der Deutsche Kork-Verband stark macht. Mit dem
Nachbau des zentralen Baal-Tempels hat der Künstler bereits begonnen.

Bereits seit drei Jahrzehnten baut Cöllen Architekturdenkmäler originalgetreu nach und ist mit seinen in monatelanger Kleinstarbeit gefertigten Miniaturen weltweit in Museen und Privatsammlungen zu sehen. „Architektur ist eine Essenz menschlicher Erfahrungen“ erklärt der Künstler – und Kork mache diese Erfahrungen als lebendiges Naturmaterial unmittelbar erlebbar. Mit dem „Projekt Palmyra“ setzt der
63jährige nun ganz aktuell ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen: „Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“.

Die Länder des Nahen und Fernen Ostens kennt Cöllen aus vieljähriger Erfahrung. „Es ist eine der Wiegen unserer Kultur – und doch haben dort viele Menschen in ihrem Leben nichts anderes gesehen als Krieg und den Kampf ums nackte Überleben“. Cöllen ist überzeugt, dass der Schlüssel zur Lösung der Krisen in Nahost in Erinnerung und Empathie liegt.

Auf seinem Blog modellpalmyra.wordpress.com dokumentiert Dieter Cöllen sein Palmyra-Projekt. Und er lädt Interessierte ein, ihn zu unterstützen. Geplant ist eine Ausstellung, die Vergangenheit, Gegenwart
und Zukunft zu einer Vision friedlichen Zusammenlebens der Kulturen verdichtet. „Das ist es, was Geschichte ausmacht. Dass wir Teil davon sind”.

Weiterführende Informationen zum Projekt Palmyra unter www.coellencork.de sowie zu Kork, Korkfußböden und dem Verschlussmaterial Naturkorken unter www.kork.de, www.natuerlichkork.de und
www.schoenerlebenmitkork.de

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