Hohe Auszeichnung für Schafzüchter aus der Senne

Den Hans-von-Bemberg-Preis für die beste tierzüchterische Leistung des Jahres 2018 hat Ulf Helming aus Augustdorf im Kreis Lippe erhalten. Wie der Präsident der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Karl Werring, anlässlich der Preisverleihung am Freitag vergangener Woche in Verl erklärte, würdigt die Landwirtschaftskammer die langjährige richtungsweisende Arbeit des Preisträgers als Schafzüchter und die maßgebliche Gestaltung einer neuen Schafrasse.

Hans-von-Bemberg-Preis für die beste tierzüchterische Leistung des Jahres 2018 für Ulf Helming aus Augustdorf
Hans-von-Bemberg-Preis für die beste tierzüchterische Leistung des Jahres 2018 für Ulf Helming aus Augustdorf

Durch kontinuierliche Auslese schaffte Ulf Helming nach 17 Jahren Zuchtarbeit eine Basis von Zuchttieren, die am 1. November 2018 die Anerkennung als eigenständige Rasse mit dem Namen „Braunes Haarschaf“ erhielt. Präsident Werring zeigte sich beeindruckt: „Welcher Züchter kann schon von sich behaupten, eine neue Rasse geschaffen zu haben?“ Die Zucht einer neuen Rasse sei mit viel Arbeit verbunden, vor allem in dem vergleichsweise kurzen Zeitraum und erfordere besonderes züchterisches Geschick, sagte Werring.

Diese Rasse trage dazu bei, die Wirtschaftlichkeit für diejenigen Schafhalter zu verbessern, die keine zufriedenstellende Wollvermarktung haben. Die Züchtung dieser Rasse erfülle damit vielfältige, auch gesellschaftsdienliche, Zwecke.

So stellte Ulf Helming 2013 den Landessieger auf den NRW-Schaftagen im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse. Zahlreiche Klassensiege und das Siegertier der Nolana-Landschafe bei der Bundesschau der Haarschafe 2011 kamen hinzu. Nolana steht für keine Wolle. Die Zuchttiere werden seit Jahren in nennenswertem Umfang ins Ausland verkauft. „Das ist für eine neue Züchtung ein enormer Erfolg“, sagte Werring und ergänzte: „Was als Hobby begann, ist nun so weit gediehen, dass Sie und Ihre Frau die Schafhaltung erfolgreich im Nebenerwerb führen.“

Ulf Helming bewirtschaftet mit seiner Ehefrau Gabriele Obermark einen Nebenerwerbsbetrieb mit acht Hektar Grünland und zusätzlichen Flächen zur Abweidung. Sie halten 37 Schafe, drei Schafböcke und 34 weibliche Tiere mit Nachzucht. Zwei Hunde der Rasse Australian Kelpie unterstützen das Ehepaar als Koppelgebrauchshunde in der Treib- und Hütearbeit.

Der undotierte Hans-von-Bemberg-Preis hat eine fast 70-jährige Tradition und wird einmal jährlich von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen für Höchstleistungen auf dem Gebiet der Tierzucht in der jeweiligen Sparte verliehen. Er wurde 1952 von der damaligen Landwirtschaftskammer Rheinland anlässlich des 60. Geburtstages des Vorsitzenden des Rheinischen Verbandes für Tieflandrinderzucht, Hans von Bemberg, gestiftet. Hans von Bemberg war ein Rinderzüchter aus Flamersheim im Kreis Euskirchen und der erste Preisträger.

Link zur NRW Landwirtschaftskammer.