Die Kirschen sind reif

Für Liebhaber von Süßkirschen beginnt jetzt wieder die schönste Zeit des Jahres, denn die Kirschernte hat begonnen. Darauf weist der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer in Bonn hin.

Foto: Sabine Weis

Allerdings wird die Kirschernte in diesem Jahr nur klein ausfallen. Genau wie in den Hausgärten sind auch in vielen Kirschanlagen die Blüten den starken Frösten im April zum Opfer gefallen. Kirschen können in diesem Jahr nur dort geerntet werden, wo umfangreiche Schutzmaßnahmen die Blüten vor Frost geschützt haben. So war in jedem Falle eine Überdachung der Kirschbäume mit einer Folie notwendig. Üblicherweise soll diese Folie Regen von den reifen Früchten abhalten, damit diese nicht platzen. In diesem Jahr wurde die Folie aber schon während der Blüte geschlossen, um ein Abstrahlen warmer Luft aus dem Boden in den Himmel zu verhindern. Durch die Folienabdeckung konnte ein Teil der Blüten vor dem Erfrieren gerettet werden. Eine gute Kirschernte können die Betriebe einbringen, die zusätzlich auch noch Wasser in sehr kleinen Tröpfchen während der Froststunden auf die Blüten gesprüht haben. Diese sogenannte Mikroversprenkelung sorgt dafür, dass beim Gefrieren der feinen Wassertröpfchen Wärmeenergie freigesetzt wird, die die empfindlichen Blüten der Kirschbäume gerettet haben.

Wegen der geringen Erntemenge müssen die Verbraucher in diesem Jahr mit höheren Preisen für heimische Kirschen rechnen. Dennoch lohnt sich der Kauf direkt vor der Haustüre. Denn heimische Kirschen werden vollreif geerntet und schmecken hervorragend.

Neben dem Frostschutz müssen die Kirschanbauer weitere Schutzmaßnahmen ergreifen. Denn die Kirschessigfliege, ein Schädling der erst seit wenigen Jahren im Rheinland auftritt, stellt eine große Gefahr für die leckeren Früchte dar. Das Insekt, das ursprünglich aus Asien stammt, legt seine Eier in dunkle und weiche Früchte. Die Larven fressen dann in den Früchten, so dass diese innerhalb kürzester Zeit in sich zusammenfallen. Nur durch ein besonders engmaschiges Netz, mit dem die Kirschanlagen geschützt werden, kann der Schädlingsbefall vermieden werden.

Kirschliebhaber, die in diesem Jahr zu kurz kommen, können genau wie die Besitzer eigener Kirschbäume nur auf das nächste Jahr warten, in dem dann hoffentlich bessere Blühbedingungen herrschen.