foodwatch kommentiert den Gesetzentwurf zur “Hygiene-Ampel” in NRW

Johannes Heeg von der Verbraucherorganisation foodwatch kommentiert:

“Der Gaststättenverband behauptet allen Ernstes, es gebe ,kein Hygieneproblem’ in Lebensmittelbetrieben – dabei wird in NRW jedes dritte Restaurant bei Kontrollen beanstandet. Was muss eigentlich noch passieren? Gastro-Lobby und Bäcker-Innung wollen Transparenz um jeden Preis verhindern und Schmuddelbetriebe schützen. Geht es nach den Lobby-Verbänden, dürfen die Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht erfahren, welche Betriebe ihnen Mäusekot und eingebackene Kakerlaken unterjubeln. Das schadet nicht zuletzt den vielen Betrieben, die sauber und ehrlich arbeiten. Mit dem geplanten Kontrollbarometer könnten die Verbraucherinnen und Verbraucher endlich erkennen, bei welchen Betriebe alles in Ordnung ist – und welche es mit den Vorschriften für Hygiene und Eigenkontrollen nicht so genau nehmen.

Andere Bundesländer sollten sich an NRW ein Beispiel nehmen. Auch wenn foodwatch sich weiter für das erfolgreiche ,Smiley-System’ nach dänischem Vorbild einsetzt: Das nordrhein-westfälische Modell ist der erste ernsthafte Versuch in Deutschland, überhaupt eine verlässliche gesetzliche Grundlage für die Veröffentlichung von Lebensmittelkontrollergebnissen zu schaffen. Die Erfahrung aus Ländern wie Dänemark zeigt: Transparenz über Kontrollergebnisse führt schon nach kurzer Zeit zu weniger Beanstandungen und davon profitieren alle.”