NABU – Haussperling ist häufigster Wintervogel – Trotz Unwetter hohe Beteiligung an der „Stunde der Wintervögel“

NABU-Wintervogel: Der Haussperling
NABU-Wintervogel: Der Haussperling

Der NABU hat eine Zwischenbilanz der „Stunde der Wintervögel“ gezogen. Bis Dienstagmorgen haben etwa 52.000 Teilnehmer aus 36.000 Gärten 1,4 Million Vögel gemeldet.

Zurzeit deutet alles darauf hin, dass die Spatzen den Meisen den Rang ablaufen: Der Haussperling liegt weit vor der Kohlmeise und ist somit der häufigste Wintervogel in Deutschlands Gärten. Bereits im letzten Jahr waren die Spatzen knapp an den Meisen vorbeigezogen, in diesem Jahr konnten sie ihren Vorsprung noch ausbauen. Auch bei der NABU-Aktion „Stunde der Gartenvögel“, die jedes Jahr im Mai durchgeführt wird, landen die Spatzen seit vielen Jahren auf Platz eins.

Um den dritten Platz wetteifern Feldsperling und Blaumeise. Der Feldsperling könnte in diesem Jahr erstmals an der Blaumeise vorbeiziehen. Einen Vorteil für die beiden Spatzenarten Haus- und Feldsperling hatten die NABU-Vogelkundler erwartet. „Unabhängig von der Winterwitterung halten sich Sperlinge vorwiegend stationär in Gärten auf, während Kohl- und Blaumeise sehr mobil sind. Bei milden Wintern kommen weniger Meisen aus dem Norden und Osten nach Deutschland, zudem finden sie dann auch außerhalb der Gärten noch ausreichend Nahrung“, erklärt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Trotz der gewaltigen Sturmwellen, die mit Regen am Wochenende quer über das Land zogen, lagen die Teilnehmerzahlen sogar über denen des Vorjahres. „Nach den Meldungen zu urteilen, haben es die Vogelzähler geschafft, die größten Sturmböen zu umgehen“, so Lachmann.

Auf Platz fünf folgt die Amsel. Gegenüber den besonders niedrigen Zahlen aus dem Vorjahr hat sich der Amselbestand gut erholt. Gleiches gilt leider nicht für den Grünfink auf Platz sechs: Seit Beginn der Aktion zeigt der Vogel einen kontinuierlichen Abwärtstrend. Heute ist der Bestand um rund 40 Prozent niedriger als noch vor wenigen Jahren. Als Hauptgrund dafür vermuten die Vogelschützer des NABU Infektionen mit dem einzelligen Parasiten Trichomonas gallinae, die in den vergangenen Sommern in vielen Regionen zum auffälligen Grünfinkensterben geführt haben.

„Neben den Hinweisen, die wir auf Bestandstrends bei den Gartenvögeln unserer Heimat bekommen, zeigt die rege Teilnahme an der Aktion auch, dass sich die Menschen intensiv mit der Vogelwelt, der Natur und dem Naturschutz beschäftigen“, so NABU-Vogelexperte Lachmann. Dies sei ein schöner Effekt in Zeiten schwindender Artenkenntnis. Denn: „Nur was ich kenne, kann ich auch schützen“.

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