SommerVerbraucher

„Walderdbeeren: NABU gibt Tipps zur kurzen, aromatischen Waldsaison“

Die Walderdbeere hat derzeit Saison und zählt zu den besonders aromatischen Wildfrüchten in mitteleuropäischen Wäldern. Aufgrund ihrer geringen Größe und begrenzten Erntemenge eignet sie sich vor allem für den direkten Verzehr beim Sammeln. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) weist darauf hin, dass die Früchte reif sind, sobald sie sich leicht vom Stiel lösen, und nicht nachreifen.

Walderdbeeren wachsen bevorzugt in Laub- und Nadelwäldern auf humusreichen Böden und besiedeln dank ihrer Ausläuferbildung schnell lichte Flächen. Sie sind reich an Vitamin C und werden sowohl von Menschen als auch von zahlreichen Waldtieren geschätzt. Laut NABU-Sprecher Helge May sollte beim Sammeln stets auf den Erhalt der Bestände und die Bedürfnisse der Tierwelt geachtet werden.

In der Küche lassen sich Walderdbeeren vielseitig einsetzen, etwa als Ergänzung zu Salaten, in Desserts oder als Grundlage für Eis und Konfitüren. Aufgrund ihres intensiven Aromas werden sie häufig jedoch direkt im Wald verzehrt. Bei der Verarbeitung ist Vorsicht geboten, da sich bei starker Erhitzung Bitterstoffe aus den Nüsschen lösen können.

Neben den klassischen Walderdbeeren treten zunehmend auch sogenannte Scheinerdbeeren auf. Diese invasive Art ähnelt optisch der heimischen Frucht, gilt jedoch als geschmacklich deutlich weniger intensiv. Unterscheidungsmerkmale liegen unter anderem in der Wuchsform der Früchte.

Der NABU weist zudem auf mögliche gesundheitliche Risiken bei unsachgemäßem Verzehr von Wildfrüchten hin, etwa durch Parasiten oder Krankheitserreger. Eine gründliche Reinigung oder Erhitzung wird daher empfohlen, wenn die Früchte nicht direkt im Wald verzehrt werden.

Zusatzinformationen:

  • Mehr Schein als Sein: Walderdbeeren sind eigentlich unverwechselbar. Neben der ebenfalls leckeren Zimt- oder Moschuserdbeere wachsen in unseren Wäldern neuerdings auch sogenannte Scheinerdbeeren. Die Früchte dieser ausbreitungsfreudigen asiatischen Art sind essbar, aber nahezu ohne Geschmack. Während reife Walderdbeeren am Stiel überhängen, stehen sie bei der Scheinerdbeere meist aufrecht.
  • Würmer und Viren: Völlig ohne Risiko ist die Selbstbedienung im Wald nicht. Auch Mitteleuropa ist nicht frei von Krankheitserregern und Parasiten. Die Wahrscheinlichkeit, zum Beispiel mit Hantaviren oder Eiern des Fuchsbandwurms in Kontakt zu kommen, ist gering und regional sehr unterschiedlich. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, widersteht der Versuchung des Direktverzehrs und greift erst zu, wenn die Früchte gründlich gewaschen und erhitzt wurden.
  • Waldbeeren-Sommer: Wird im Supermarkt bei Joghurt oder Eis mit „Waldbeeren“ geworben, sind meist Himbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren mit abgebildet. Aus dem Wald kommen die Zutaten sicher nicht, aber man kann sie alle im Sommerwald finden. Himbeeren sind jetzt bereits reif, die Heidelbeersaison fängt gerade an und auch bei den Brombeeren geht es bald los.
  • Bodendecker mit Geschmack: In Gärten und im Erwerbsobstbau haben die großfrüchtigen, aus Amerika stammenden Gartenerdbeeren die Walderdbeeren schon vor langer Zeit verdrängt. Dabei lassen sich die kleinen Aromabomben im Garten leicht kultivieren, idealerweise auch hier im Halbschatten, wo die niedrigwüchsigen Pflanzen gute Bodendecker abgeben. Zuchtformen werden oft als sogenannte Monatserdbeeren angeboten.

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