Umweltschutz

Umfrage zum Welttag des Meeres zeigt Wissenslücken über die Ozeane

Die Ozeane bedecken rund 70 Prozent der Erdoberfläche und sind eine unverzichtbare Lebensgrundlage für Mensch und Natur. Dennoch fehlt vielen Menschen in Deutschland grundlegendes Wissen über die Meere und ihre Bedeutung. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Marine Stewardship Council (MSC) anlässlich des Welttags des Meeres am 8. Juni. Gleichzeitig ist die Sorge um den Zustand der Ozeane groß. Die Ergebnisse verdeutlichen sowohl den Informationsbedarf als auch die Chancen für mehr Bewusstsein und nachhaltiges Handeln.

Buckelwal im Meer – Quelle: Denise Cezanne-Güttich/Tutti i sensi

Eine vom Meinungsforschungsinstitut GlobeScan im Auftrag des MSC durchgeführte Befragung von knapp 1.700 Menschen in Deutschland zeigt deutliche Wissenslücken rund um die Meere. So weiß jede fünfte Person nicht, dass die Ozeane mehr Fläche bedecken als die Landmassen der Erde. Mehr als ein Drittel der Befragten ist sich nicht bewusst, dass das Meer mit Tiefen von bis zu 11.000 Metern tiefer sein kann als der höchste Berg der Erde hoch ist. Zudem weiß mehr als ein Viertel nicht, dass Überfischung heute stärker verbreitet ist als noch vor 50 Jahren.

Gleichzeitig äußern sich 89 Prozent der Befragten besorgt über den Zustand der Meere. Als größte Herausforderungen werden die Folgen des Klimawandels, die zunehmende Verschmutzung sowie die Überfischung genannt. Zwar erkennen 73 Prozent der Teilnehmer die zunehmende Verbreitung der Überfischung, dennoch glaubt fast jede dritte Person fälschlicherweise, dass sich überfischte Fischbestände grundsätzlich nicht mehr erholen können.

Nach Angaben des MSC zeigen zahlreiche Beispiele jedoch, dass wirksame Schutz- und Managementmaßnahmen Erfolge erzielen können. So konnte sich der Sardinenbestand vor der Iberischen Halbinsel nach Fangbeschränkungen und saisonalen Fangverboten deutlich erholen. Heute liegt der Bestand nach wissenschaftlichen Schätzungen etwa viermal höher als im Krisenjahr 2015. Auch der Rote Thunfisch im Mittelmeer hat nach einem umfassenden Wiederaufbauplan wieder das höchste Bestandsniveau seit den 1960er-Jahren erreicht.

Weitere positive Entwicklungen zeigen sich beim Seehecht im Süden Englands, dessen Bestand sich nach starken Rückgängen in den 1990er-Jahren durch gezielte Schutzmaßnahmen erholen konnte. Die Beispiele verdeutlichen, dass nachhaltige Fischerei und der Wiederaufbau von Fischbeständen möglich sind. Verbraucher können diesen Prozess unterstützen, indem sie beim Kauf von Fisch auf nachhaltige Herkunft und verantwortungsvolle Fischereipraktiken achten.

Direkter Link: MSC | Marine Stewardship Council

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