Welcher Wein zu welchem Essen? Die Methode von Aldo Sohm
Ob festliches Dinner, spontanes Mittagessen oder gesellige Runde mit FreundInnen: Die Wahl des passenden Weins entscheidet maßgeblich über das kulinarische Gesamterlebnis. Der international renommierte Sommelier Aldo Sohm zeigt, wie sich Speisen und Weine systematisch und zugleich kreativ kombinieren lassen. Seine Methode verbindet sensorische Grundlagen mit praktischer Erfahrung aus der Spitzengastronomie. Dabei geht es nicht um starre Regeln, sondern um nachvollziehbare Prinzipien. Ziel ist es, Wein als integralen Bestandteil eines Menüs zu verstehen.

Die Grundidee: In Aromen und Strukturen denken
Sohm empfiehlt, Speisen nicht primär nach Zutaten, sondern nach Aromen, Intensität, Textur und Zubereitungsart zu analysieren. Entscheidend sind Fragen wie:
- Ist das Gericht leicht oder kräftig?
- Dominiert Säure, Süße, Schärfe oder Umami?
- Ist die Textur cremig, knusprig oder fettig?
- Wie intensiv sind Gewürze und Röstaromen?
Der Wein sollte diese Eigenschaften entweder spiegeln (harmonisieren) oder bewusst kontrastieren (Spannung erzeugen).
Klassische und überraschende Kombinationen
Sohm plädiert für Offenheit jenseits konventioneller Paarungen:
- Champagner zu Backhuhn: Die Frische und Perlage durchbrechen Fettigkeit und verstärken Knusprigkeit.
- Muskateller zu Austern: Aromatische Frucht ergänzt die salzige Mineralität.
- Trockener Riesling zu Thai-Curry: Säure und Frucht balancieren Schärfe und exotische Gewürze.
Solche Kombinationen folgen sensorischer Logik – nicht gesellschaftlichen Konventionen.
Das Farbsystem: Orientierung statt Dogma
Ein zentrales Element seiner Methode ist ein visuelles Farbsystem, das Weinstile nach Körper, Säure, Tannin, Süße und Aromatik einordnet. Dadurch lassen sich Weine schneller einordnen und gezielt auswählen – unabhängig vom Anlass oder vom eigenen Erfahrungsstand.
Für EinsteigerInnen und KennerInnen gleichermaßen
Sohms Ansatz richtet sich nicht nur an Profis. Vielmehr vermittelt er nachvollziehbar:
- Grundlagen zu Rebsorten und Stilistiken
- typische Aromaprofile
- Einflüsse von Ausbau und Herkunft
- Wechselwirkungen zwischen Wein und Gewürzen
Die Methode befähigt dazu, selbstständig zu entscheiden – ob im Restaurant oder vor dem heimischen Weinregal.
Fazit
Die passende Weinbegleitung entsteht aus Verständnis, nicht aus Zufall. Wer lernt, wie ein Sommelier zu denken, entwickelt Sicherheit bei der Auswahl und erweitert zugleich seinen sensorischen Horizont. So wird jede Mahlzeit – vom Alltagsgericht bis zum festlichen Menü – zu einem bewusst gestalteten Genussmoment.
Ausgabe:
Hardcover, Pappband, 288 Seiten, 17,8×25,4cm,
Zahlreiche AbbildungenErscheint am:11.03.2026
Originaltitel:Wine Simple. Perfect Pairings. An Ingenious Guide to Enjoying Wine with Food
Übersetzung:Aus dem Englischen von Ansgar Knirim
