Slow Food – Die Ernährung sichern mit Artenschutz

Slow Food fordert Verbraucher, Politik und Wirtschaft auf, gemeinsam an der Reform des Ernährungssystems zu arbeiten. Denn der weltweite Verlust von biologischer Vielfalt, also an Tier- als auch Pflanzenarten, schreitet immer schneller voran. Slow Food erwartet ein Ineinandergreifen von landwirtschaftlicher Erzeugung, Kaufentscheidung und Ernährungskultur. Gerade die aktuellen Notzulassungen von Neonikotinoiden (Insektizide) laufen gemäß Slow Food all dem zuwider.

Slow Food - Die Ernährung sichern durch Artenschutz  - Foto: Slow Food Deutschland e.V.
Slow Food – Die Ernährung sichern durch Artenschutz – Foto: Slow Food Deutschland e.V.

Der weltweite Rückgang an Arten beschleunigt sich, mit potentiell schwerwiegenden Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Lebensmitteln. Eine aktuelle Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und der britischen Denkfabrik Chatham House identifiziert das globale Ernährungssystem selbst als die wichtigste Triebkraft dieses Trends und mahnt in aller Dringlichkeit dessen Reform an. Für die Zukunft unserer Ernährung ist es von zentraler Bedeutung, Landwirtschaft, Fischerei, Lebensmittelverarbeitung und -handel sowie Genuss so auszurichten, dass sie der Diversität dienen, statt sie zu reduzieren. „Die Mahnungen der Wissenschaft häufen sich, die umfassende Neuausrichtung unseres Lebensmittelsystems zügig auf den Weg zu bringen. Lebensmittelerzeugung und Ernährung müssen ökologischer, regionaler und pflanzlicher werden. Artenschutz gehört in jedes Wahlprogramm und auf jeden Einkaufszettel!”, fordert Nina Wolff, amtierende Vorsitzende von Slow Food Deutschland (SFD).

Slow Food fordert eine ernährungspolitische Strategie einschließlich administrativer Strukturen, in denen der Schutz der biologischen Vielfalt höchste Priorität hat. Für eine artenschutzfreundliche Landwirtschaft müsse der Ausstieg aus dem übermäßigen Gebrauch von Pestiziden vorangetrieben werden. Die jüngst erschienenen wissenschaftlichen Empfehlungen belegen für Slow Food einmal mehr, wie inakzeptabel die aktuellen Notzulassungen von Neonikotinoiden in bereits sieben Bundesländern sind. Ihr Verbot 2018 hatte Slow Food begrüßt. Neonikotinoide kosten nicht nur das Leben vermeintlicher Schädlinge, sondern auch das von Honig- und Wildbienen sowie Bodenorganismen; sie zerstören die Nahrungsketten von Vögeln. Dazu Rupert Ebner, Schatzmeister von SFD: „Wir erleben hier hautnah, was passiert, wenn Politik und Wirtschaft Hintertürchen bleiben, um eine an ökologischen Kriterien ausgerichtete Agrarpolitik auszuhebeln. Wir richten damit heute irreparable Schäden für die Welt von morgen an.”

Die Verbraucher möchte Slow Food ermutigen, eine planetengesunde Ernährung im Alltag und in der Küche zu integrieren. Saisonales aus der Region, möglichst ökologisch erzeugt, kann die Natur entlasten und für mehr Genuss auf dem Teller sorgen. Die Vielfalt, etwa von alten Tierarten und Saatgut alter Obst- und Gemüsesorten, aus der eigenen Region haben das Besondere. Es entsteht durch Klimagegebenheiten, durch die Beschaffenheit der Böden und die Menschen, die daraus Gutes entstehen lassen.

Direkter Link zur UNEP-Studie.

Direkter Link zu Slow Food Deutschland e.V.

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