{"id":32608,"date":"2026-05-22T09:37:09","date_gmt":"2026-05-22T07:37:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=32608"},"modified":"2026-05-14T09:41:35","modified_gmt":"2026-05-14T07:41:35","slug":"spiegelmassnahmen-gegen-doppelstandards-buendnis-fordert-exportstopp-verbotener-pestizide","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=32608","title":{"rendered":"Spiegelma\u00dfnahmen gegen Doppelstandards: B\u00fcndnis fordert Exportstopp verbotener Pestizide"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein breites B\u00fcndnis aus Landwirtschafts-, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen erh\u00f6ht den Druck auf die Bundesregierung. Slow Food Deutschland, die Arbeitsgemeinschaft b\u00e4uerliche Landwirtschaft (AbL), das Netzwerk Gerechter Welthandel und das Umweltinstitut M\u00fcnchen fordern verbindliche Spiegelma\u00dfnahmen f\u00fcr Lebensmittelimporte sowie ein Ende des Exports von Pestiziden, die in der EU l\u00e4ngst verboten sind. Anlass ist die anhaltende Debatte \u00fcber belastete Agrarimporte, das EU-Mercosur-Abkommen und aus Sicht der Organisationen fehlende politische Konsequenzen in Berlin. Die Verb\u00e4nde warnen vor Wettbewerbsnachteilen f\u00fcr europ\u00e4ische Betriebe und kritisieren doppelte Standards in der Handelspolitik. Im Rahmen eines Pressefr\u00fchst\u00fccks machten sie ihre Forderungen \u00f6ffentlich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/IMG_1721.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/IMG_1721-1024x576.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-32609\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/IMG_1721-1024x576.jpeg 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/IMG_1721-300x169.jpeg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/IMG_1721-768x432.jpeg 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/IMG_1721.jpeg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Faire Standards statt doppelter Ma\u00dfst\u00e4be: B\u00fcndnis fordert &#8211; verbindliche Regeln f\u00fcr Import-Lebensmittel &#8211; &#8211;  v.l.  Ludwig Essig, David Peacock, Reinhild Benning, Rupert Ebner, Quelle: Peter Wagner\/Slow Food e.V.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zentrum der Kritik steht die unterschiedliche Regulierung von Lebensmitteln innerhalb und au\u00dferhalb der Europ\u00e4ischen Union. W\u00e4hrend landwirtschaftliche Betriebe in Europa strenge Umwelt-, Tierwohl- und Gesundheitsauflagen erf\u00fcllen m\u00fcssten, w\u00fcrden weiterhin Produkte importiert, die unter deutlich niedrigeren Standards erzeugt werden. Nach Ansicht des B\u00fcndnisses f\u00fchrt dies zu Wettbewerbsverzerrungen zulasten europ\u00e4ischer Betriebe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Rupert Ebner, Vorsitzender von Slow Food Deutschland, verweist insbesondere auf Unterschiede im Bereich Tierhaltung und Antibiotikaeinsatz. So seien bei importiertem Fleisch l\u00e4ngere Tiertransporte, bet\u00e4ubungslose Kastrationen oder der Einsatz bestimmter Wachstumsf\u00f6rderer weiterhin \u00fcblich, obwohl solche Praktiken innerhalb der EU nicht zul\u00e4ssig seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Organisationen sprechen sich deshalb f\u00fcr sogenannte Spiegelma\u00dfnahmen aus. Diese sollen sicherstellen, dass f\u00fcr importierte Agrarprodukte dieselben Standards gelten wie f\u00fcr innerhalb der EU produzierte Lebensmittel. Dabei gehe es ausdr\u00fccklich nicht um Protektionismus, sondern um gleiche Wettbewerbsbedingungen, Gesundheitsvorsorge und Glaubw\u00fcrdigkeit in der Handelspolitik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders kritisch bewertet das B\u00fcndnis den Export von Pestiziden und Wirkstoffen, die in der Europ\u00e4ischen Union aus Gesundheits- oder Umweltschutzgr\u00fcnden verboten wurden. Diese Stoffe w\u00fcrden in Drittstaaten eingesetzt und k\u00f6nnten \u00fcber importierte Lebensmittel wieder auf den europ\u00e4ischen Markt gelangen. Ludwig Essig vom Umweltinstitut M\u00fcnchen bezeichnet dies als \u201eregulierte Ungleichheit\u201c und fordert klare politische Konsequenzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft stehen im Fokus der Kritik. Europ\u00e4ische Betriebe m\u00fcssten unter strengeren Vorgaben produzieren und gleichzeitig mit g\u00fcnstigeren Importprodukten konkurrieren, die unter weniger strengen Bedingungen hergestellt werden. Bernd Schmitz von der Arbeitsgemeinschaft b\u00e4uerliche Landwirtschaft betont, Lebensmittel d\u00fcrften nicht wie gew\u00f6hnliche Handelswaren behandelt werden. Gleichzeitig d\u00fcrfe B\u00fcrokratieabbau nicht zum Vorwand f\u00fcr die Absenkung von Umwelt- und Verbraucherschutzstandards werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">David Peacock vom Erdhof Seewalde kritisiert zudem mangelnde Transparenz f\u00fcr Verbraucherinnen und Verbraucher. Vielen sei nicht bewusst, unter welchen unterschiedlichen Bedingungen Lebensmittel erzeugt w\u00fcrden, die im Supermarkt direkt nebeneinander liegen. Am Ende entscheide h\u00e4ufig allein der Preis, obwohl europ\u00e4ische Landwirte aufgrund h\u00f6herer Standards deutlich h\u00f6here Produktionskosten h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das B\u00fcndnis fordert deshalb:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>einen sofortigen Exportstopp f\u00fcr in der EU verbotene Pestizide und Wirkstoffe,<\/li>\n\n\n\n<li>europaweit einheitliche Regelungen gegen Produktionsverlagerungen,<\/li>\n\n\n\n<li>strengere R\u00fcckstandsh\u00f6chstwerte f\u00fcr verbotene Wirkstoffe in Importlebensmitteln,<\/li>\n\n\n\n<li>verbindliche und \u00fcberpr\u00fcfbare Spiegelma\u00dfnahmen in Handelsabkommen,<\/li>\n\n\n\n<li>sowie faire Wettbewerbsbedingungen und mehr Transparenz f\u00fcr Verbraucherinnen und Verbraucher.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Ansicht der Organisationen m\u00fcsse die Bundesregierung nun ihrer eigenen Zielsetzung folgen und sich konsequent f\u00fcr gleichwertige Standards im internationalen Agrarhandel einsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein breites B\u00fcndnis aus Landwirtschafts-, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen erh\u00f6ht den Druck auf die Bundesregierung. 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