{"id":32593,"date":"2026-05-26T11:20:07","date_gmt":"2026-05-26T09:20:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=32593"},"modified":"2026-05-11T11:22:30","modified_gmt":"2026-05-11T09:22:30","slug":"50-jahre-bio-weinbau-wie-familie-diwald-am-wagram-zur-pionieradresse-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=32593","title":{"rendered":"50 Jahre Bio-Weinbau: Wie Familie Diwald am Wagram zur Pionieradresse wurde"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor 50 Jahren galt biologischer Weinbau in \u00d6sterreich noch als mutiges Experiment. Heute ist Bio aus der heimischen Weinwirtschaft kaum mehr wegzudenken und pr\u00e4gt das internationale Image \u00f6sterreichischer Weine ma\u00dfgeblich mit. Einen wichtigen Anteil an dieser Entwicklung hat Familie Diwald aus Gro\u00dfriedenthal am Wagram. Bereits 1976 stellten Hans und Paula Diwald ihren Betrieb auf biologischen Weinbau um \u2013 lange bevor es daf\u00fcr gesetzliche Richtlinien oder breite gesellschaftliche Akzeptanz gab. Heute f\u00fchren Martin und Ulli Diwald das Weingut biodynamisch weiter und verbinden Tradition mit Innovationsgeist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/WeingutDiwald.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/WeingutDiwald-1024x576.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-32584\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/WeingutDiwald-1024x576.webp 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/WeingutDiwald-300x169.webp 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/WeingutDiwald-768x432.webp 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/WeingutDiwald.webp 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Quelle: Weingut Diwald<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vom Zufall zur Bio-Pionierarbeit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als die gemischte Landwirtschaft der Familie Diwald Mitte der 1970er-Jahre auf \u00f6kologischen Weinbau umstellte, war Bio in \u00d6sterreich noch ein Randthema. \u201eBio war eine winzige Nische und den meisten Leuten suspekt\u201c, erinnern sich Martin und Ulli Diwald. Der entscheidende Impuls kam eher zuf\u00e4llig: Beim Europ\u00e4isches Forum Alpbach landeten Hans und Paula Diwald versehentlich in einem Vortrag \u00fcber biologische Landwirtschaft in S\u00fcdtirol. Dort sprang der Funke \u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein historisches Zeugnis dieser fr\u00fchen Pionierarbeit fand sich sp\u00e4ter im Weinkeller der Familie: Auf einer Flasche Gr\u00fcner Veltliner Ried Goldberg 1976 stand bereits \u201eBiologischer Weinbau\u201c auf dem Etikett \u2013 elf Jahre bevor der Begriff \u201eBio\u201c gesetzlich definiert wurde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eDamals wurden wir schief angeschaut\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute ist rund ein Drittel der \u00f6sterreichischen Rebfl\u00e4che biologisch zertifiziert. In den 1970er-Jahren war das jedoch v\u00f6llig anders. Martin Diwald blickt mit Respekt auf die Entscheidung seiner Eltern zur\u00fcck:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWenn meine Eltern vor 50 Jahren von Bio-Weinbau sprachen, wurden sie noch schief angeschaut. Bio war kein Marketing-Argument \u2013 eher im Gegenteil. Es war ein gewagtes Experiment, doch die Zeit gab ihnen recht.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bio-Boom setzte vor allem nach dem \u00f6sterreichischen Weinskandal der 1980er-Jahre ein. Viele Konsumenten verloren damals das Vertrauen in industrielle Weinproduktion, w\u00e4hrend Bio-Weing\u00fcter an Glaubw\u00fcrdigkeit gewannen. Was einst als Kuriosum galt, entwickelte sich zunehmend zur Qualit\u00e4ts- und Marktanforderung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Biodynamik statt Kellertechnik<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2006 \u00fcbernahm Martin Diwald gemeinsam mit seiner Frau Ulli das Weingut. Dabei verfolgte er konsequent eine naturnahe Philosophie: Reinzuchthefen verschwanden aus dem Keller, der Fokus lag fortan auf Herkunft und Terroir.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eIch wollte nie Winemaker sein, sondern Weinbauer\u201c, erkl\u00e4rt Martin Diwald. Ziel sei es nicht, dem Wein im Keller einen bestimmten Stil aufzuzwingen, sondern den Charakter der Trauben und der jeweiligen Lage m\u00f6glichst unverf\u00e4lscht abzubilden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dadurch wurde das Weingut h\u00e4ufig der Natural-Wine-Szene zugeordnet. Die Familie selbst sieht sich jedoch unabh\u00e4ngig von festen Kategorien. Seit 2023 arbeitet das Weingut offiziell zertifiziert biodynamisch und geh\u00f6rt zudem der Vereinigung respekt-BIODYN an. Bereits seit 2019 ist das Weingut Mitglied der \u00d6sterreichische Traditionsweing\u00fcter.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Riesling statt Roter Veltliner<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend am Wagram traditionell der Rote Veltliner eine wichtige Rolle spielt, setzt Familie Diwald bewusst andere Schwerpunkte. Neben Gr\u00fcnem Veltliner spielt vor allem Riesling eine zentrale Rolle im Sortiment.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders der Riesling Ried Eisenhut 1\u00d6TW sorgte in Fachkreisen f\u00fcr Aufmerksamkeit. Die Lage zeichnet sich durch kalkhaltigen L\u00f6ssboden mit eisenhaltigen Einlagerungen aus. Das sorgt f\u00fcr markante S\u00e4urestruktur und eine k\u00fchle, mineralische Stilistik. Die unterschiedlichen Hanglagen erm\u00f6glichen zudem eine gro\u00dfe Bandbreite an Ausdrucksformen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Alte Reben und eigene Genetik<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der sogenannten S\u00e9lection Massale. Statt standardisierte Klone zuzukaufen, selektieren Martin und Ulli Diwald gezielt jene Rebst\u00f6cke, die sich in ihren Lagen besonders bew\u00e4hren. Diese werden anschlie\u00dfend weitervermehrt. Dadurch entsteht \u00fcber Jahre hinweg eine eigenst\u00e4ndige Genetik, die den Stil der Weine pr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">International gesch\u00e4tzt, zuhause noch Geheimtipp<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl die Weine international l\u00e4ngst gefragt sind, gilt das Weingut in \u00d6sterreich noch immer als vergleichsweise zur\u00fcckhaltender Geheimtipp. Wachstumspl\u00e4ne verfolgen Martin und Ulli Diwald dennoch nicht. Ihr Fokus liegt klar auf Qualit\u00e4t statt Expansion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEs wird in Zukunft kein Wachstum geben, au\u00dfer in der Qualit\u00e4t\u201c, betonen sie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Direkter Link zum Weingut Diwald: <a href=\"https:\/\/www.weingut-diwald.at\/de\/home\/\">Martin &amp; Ulli Diwald Weingut: Regionaler Bio Wein &#8211; Weingut Martin &amp; Ulli Diwald<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 50 Jahren galt biologischer Weinbau in \u00d6sterreich noch als mutiges Experiment. Heute ist Bio aus der heimischen Weinwirtschaft kaum mehr wegzudenken und pr\u00e4gt das internationale Image \u00f6sterreichischer Weine ma\u00dfgeblich mit. Einen wichtigen Anteil an dieser Entwicklung hat Familie Diwald aus Gro\u00dfriedenthal am Wagram. 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