{"id":32112,"date":"2026-02-18T08:04:12","date_gmt":"2026-02-18T07:04:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=32112"},"modified":"2026-02-11T08:05:34","modified_gmt":"2026-02-11T07:05:34","slug":"huelsenfruechte-im-aufwind-mehr-vielfalt-fuer-aecker-klima-und-ernaehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=32112","title":{"rendered":"H\u00fclsenfr\u00fcchte im Aufwind: Mehr Vielfalt f\u00fcr \u00c4cker, Klima und Ern\u00e4hrung"},"content":{"rendered":"\n<p>Zum Internationalen Tag der H\u00fclsenfr\u00fcchte am 10. Februar r\u00fcckt das Potenzial eiwei\u00dfreicher Kulturpflanzen f\u00fcr eine nachhaltigere Landwirtschaft und Ern\u00e4hrung in den Fokus. Erbsen, Ackerbohnen, Lupinen, Soja und zunehmend auch Kichererbsen bereichern Fruchtfolgen, st\u00e4rken die Bodengesundheit und liefern hochwertige pflanzliche Proteine. Das Leibniz-Zentrum f\u00fcr Agrarlandschaftsforschung (ZALF) engagiert sich mit Forschungsprojekten und Praxisnetzwerken daf\u00fcr, Anbau, Verarbeitung und Vermarktung regionaler H\u00fclsenfr\u00fcchte in Brandenburg und bundesweit auszubauen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_1579.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"722\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_1579-1024x722.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-32114\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_1579-1024x722.jpeg 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_1579-300x212.jpeg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_1579-768x541.jpeg 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_1579.jpeg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">image009.jpg<br>Kichererbsen aus Brandenburg: H\u00fclsenfr\u00fcchte werden zunehmend in Deutschland angebaut. Das Leibniz-Zentrum f\u00fcr Agrarlandschaftsforschung (ZALF) f\u00f6rdert in verschiedenen Projekten den Anbau und die Entwicklung regionaler Wertsch\u00f6pfungsketten f\u00fcr H\u00fclsenfr\u00fcchte. Quelle: Kathrin Harms\/ZALF<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Bundesweit nehmen H\u00fclsenfr\u00fcchte bislang nur einen vergleichsweise kleinen, wenn auch wachsenden Anteil der Ackerfl\u00e4che ein. 2025 wurden rund 2,6 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che f\u00fcr K\u00f6rnerleguminosen verwendet. Seit 2014 hat sich diese Fl\u00e4che zwar mehr als verdoppelt, insgesamt bleibt ihr Anteil jedoch gering. In Brandenburg stieg die Anbaufl\u00e4che zuletzt auf etwa 33.800 Hektar, was einem Zuwachs von \u00fcber sechs Prozent entspricht. Besonders verbreitet sind Erbsen, gefolgt von S\u00fc\u00dflupinen und zunehmend auch Soja.<\/p>\n\n\n\n<p>Parallel dazu w\u00e4chst die Erntemenge: F\u00fcr 2025 werden in Deutschland mehr als 440.000 Tonnen Erbsen erwartet \u2013 mehr als doppelt so viel wie noch vor zehn Jahren. Dem gegen\u00fcber steht ein vergleichsweise niedriger Konsum. Der Pro-Kopf-Verzehr liegt unter zwei Kilogramm j\u00e4hrlich, w\u00e4hrend nachhaltigkeitsorientierte Ern\u00e4hrungskonzepte wie die \u201ePlanetary Health Diet\u201c rund 27 Kilogramm pro Person und Jahr empfehlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Forschung und Kooperation als Schl\u00fcssel<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00fclsenfr\u00fcchte leisten einen wichtigen Beitrag zur \u00f6kologischen Stabilit\u00e4t landwirtschaftlicher Systeme. Sie binden Stickstoff aus der Luft und machen ihn im Boden verf\u00fcgbar, wodurch mineralische Stickstoffd\u00fcnger eingespart werden k\u00f6nnen. Das entlastet Umwelt und Klima und verbessert langfristig die Bodenfruchtbarkeit. Zudem erweitern Leguminosen die meist von Getreide, Raps und Mais gepr\u00e4gten Fruchtfolgen und f\u00f6rdern die Biodiversit\u00e4t. Gleichzeitig liefern sie pflanzliches Eiwei\u00df f\u00fcr eine st\u00e4rker nachhaltigkeitsorientierte Ern\u00e4hrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Kichererbsen als neue Perspektive<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kichererbse galt lange als reines Importprodukt, gewinnt jedoch auch im Inland an Bedeutung. Aktuell wird sie in Deutschland auf etwa 1.300 bis 1.500 Hektar angebaut \u2013 mit steigender Tendenz. Sie steht exemplarisch f\u00fcr neue Kulturen, die schrittweise unter hiesigen Bedingungen erprobt und in regionale Wertsch\u00f6pfungsketten integriert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Projekt KIWERTa sowie im inzwischen abgeschlossenen Projekt LeguNet arbeiteten landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeitungsunternehmen und weitere Partner bis Ende 2025 gemeinsam an der Praxiserprobung der Kichererbse. Im Mittelpunkt standen Sortenwahl, Anbaustrategien, Qualit\u00e4tsanforderungen und erste Vermarktungswege \u2013 von der Direktvermarktung bis in die Gastronomie.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein zentraler Baustein ist der Kichererbsen-Ring in Nordostdeutschland, in dem rund 20 Betriebe ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam auswerten. Trotz bestehender Ertragsrisiken leisten sie wichtige Pionierarbeit, um Anbauwissen zu vertiefen und die Produktionssicherheit zu erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p>Parallel dazu untersucht das ZALF im Projekt CiceRegio an den Standorten M\u00fcncheberg und Dedelow insgesamt 18 Kichererbsensorten. Die Ernte wird qualitativ bewertet und in Kooperation mit Praxispartnern weiterverarbeitet. Die Verbindung von Feldversuchen und praxisnaher Forschung gilt als entscheidend, da die Kichererbse hierzulande bislang keine etablierte Kulturpflanze ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Herausforderungen und Perspektiven<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr eine breitere Ausdehnung des Anbaus bestehen weiterhin strukturelle H\u00fcrden. Bei neuen Kulturen fehlen h\u00e4ufig standortangepasste Sorten, geeignete Aufbereitungs- und Verarbeitungsstrukturen sowie stabile Absatzkan\u00e4le. Forschung und Vernetzung spielen daher eine zentrale Rolle, um Anbauverfahren zu optimieren, Risiken realistisch zu bewerten und tragf\u00e4hige regionale Wertsch\u00f6pfungsketten aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Brandenburg entstehen entsprechende Kooperationsstrukturen, in denen Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Wissenschaft eng zusammenarbeiten. Projekte wie LeguNet, CropCat, CiceRegio und LegumES f\u00f6rdern den Austausch zwischen Forschung und Praxis \u2013 unter anderem durch betriebliche Erhebungen, Versuche, gemeinsame Auswertungen und Feldtage.<\/p>\n\n\n\n<p>Langfristiges Ziel ist es, regionale Wertsch\u00f6pfung zu st\u00e4rken und H\u00fclsenfr\u00fcchte dauerhaft in Landwirtschaft und Ern\u00e4hrungssystemen zu verankern. Neue Vermarktungsans\u00e4tze f\u00fcr regionale Produkte wie Kichererbsen sollen dazu beitragen, Erzeugung, Verarbeitung und Absatz nachhaltig miteinander zu verbinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Internationalen Tag der H\u00fclsenfr\u00fcchte am 10. 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