{"id":32045,"date":"2026-02-09T08:20:34","date_gmt":"2026-02-09T07:20:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=32045"},"modified":"2026-02-02T08:21:36","modified_gmt":"2026-02-02T07:21:36","slug":"foodwatch-kritisiert-supermaerkte-zu-wenig-werbung-fuer-pflanzliche-lebensmittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=32045","title":{"rendered":"foodwatch kritisiert Superm\u00e4rkte: Zu wenig Werbung f\u00fcr pflanzliche Lebensmittel"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verbraucherorganisation foodwatch wirft gro\u00dfen Discountern und Supermarktketten vor, pflanzliche Lebensmittel in ihrer Werbung systematisch zu benachteiligen. Eine Auswertung von Werbeprospekten im Januar \u2013 in der Branche als \u201eVeganuary\u201c bekannt \u2013 zeigt, dass Sonderangebote und Rabattaktionen \u00fcberwiegend Fleisch- und Milchprodukte betreffen. Bei einzelnen Handelsunternehmen liegt der Anteil tierischer Lebensmittel in der Prospektwerbung bei rund 80 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Praxis stehe im Widerspruch zu den \u00f6ffentlichen Bekenntnissen der Unternehmen zu einer ges\u00fcnderen und umweltschonenderen Ern\u00e4hrung nach der sogenannten \u201ePlanetary Health Diet\u201c, so foodwatch. Mehrere Handelsketten haben sich offiziell Ziele gesetzt, den Anteil pflanzlicher und veganer Produkte in ihren Sortimenten auszubauen. In der konkreten Angebotskommunikation spiegele sich dies jedoch kaum wider. foodwatch kritisiert, dass Aldi, Rewe &amp; Co. VerbraucherInnen mit Nachhaltigkeitsversprechen in die Irre f\u00fchrten, und fordert deutlich mehr Sonderangebote sowie eine st\u00e4rkere Prospektwerbung f\u00fcr pflanzliche Produkte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem appelliert die Organisation an die Bundesregierung, die Mehrwertsteuer auf Obst, Gem\u00fcse und H\u00fclsenfr\u00fcchte abzuschaffen, um eine gesunde und klimaschonende Ern\u00e4hrung finanziell attraktiver zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEine gesunde und umweltfreundliche Ern\u00e4hrung f\u00f6rdert man nicht mit Rabattaktionen f\u00fcr Rinderhack und Gouda-K\u00e4se. Statt mit der \u201aPlanetary Health Diet\u2018 und dem \u201aVeganuary\u2018 nur PR zu machen, sollten Aldi, Rewe &amp; Co. handeln und pflanzliche Lebensmittel prominenter bewerben\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Chris Methmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von foodwatch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u201ePlanetary Health Diet\u201c, entwickelt von der internationalen EAT-Lancet-Kommission, sieht vor, dass rund 80 Prozent der t\u00e4glichen Kalorien aus pflanzlichen Lebensmitteln stammen. In Deutschland liegt der Anteil deutlich darunter \u2013 mit Folgen f\u00fcr die \u00f6ffentliche Gesundheit, etwa steigende Raten von Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, sowie f\u00fcr die Umwelt, unter anderem durch hohe Treibhausgasemissionen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor diesem Hintergrund hat foodwatch die Prospektwerbung gro\u00dfer Handelsketten genauer analysiert:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Lidl gibt an, sein Sortiment an der Planetary Health Diet auszurichten. In der Prospektwerbung lag der Anteil pflanzenbasierter Lebensmittel in den ersten zwei Januarwochen jedoch bei lediglich 21 Prozent. Pflanzliche Ersatzprodukte machten nur zwei Prozent aus.<\/li>\n\n\n\n<li>Aldi Nord bewarb im Januar lediglich 28 Prozent pflanzenbasierte Produkte. Vegane Fleischersatzprodukte lagen bei unter einem Prozent, frisches Obst und Gem\u00fcse bei neun Prozent.<\/li>\n\n\n\n<li>Rewe betont, die Empfehlungen der Planetary Health Diet \u201eernst\u201c zu nehmen. In den Januar-Prospekten lag der Anteil veganer Produkte bei 44 Prozent \u2013 m\u00f6glicherweise auch bedingt durch den Veganuary. Im Dezember hatte dieser Anteil noch bei 24 Prozent gelegen.<\/li>\n\n\n\n<li>Edeka macht kaum konkrete Zielvorgaben zum Ausbau des veganen Sortiments und verweist auf Kochtipps und Ern\u00e4hrungsempfehlungen. In den Januar-Prospekten \u00fcberwogen tierische Produkte mit einem Anteil von 62 Prozent, davon 34 Prozent Fleisch, Fisch und K\u00e4se. Im Dezember lag der Anteil tierischer Produkte sogar bei 81 Prozent.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz zunehmender digitaler Angebote bleiben gedruckte Handzettel ein zentrales Informationsmedium. Laut einer Studie aus dem Jahr 2024 nutzen 79 Prozent der Befragten w\u00f6chentlich Werbeprospekte, um sich \u00fcber aktuelle Angebote der H\u00e4ndler zu informieren. Gerade deshalb, so foodwatch, komme der Prospektwerbung eine entscheidende Rolle zu, wenn Handelsunternehmen ihre Nachhaltigkeits- und Gesundheitsziele glaubw\u00fcrdig vermitteln wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quellen und weiterf\u00fchrende Informationen:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/fileadmin\/-DE\/Themen\/Vegane_Lebensmittel\/2026-01-20_Hintergrundpapier_Handzettel-Werbung_zum_Veganuary.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">foodwatch-Recherche: Handzettel zum \u201eVeganuary\u201c<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/episode\/6lb9PCP9QawMR5aGf1xmFQ?si=4jt90a2uTb6gSrtsAUWrCg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">foodwatch-Podcast zur Planetary Health Diet<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verbraucherorganisation foodwatch wirft gro\u00dfen Discountern und Supermarktketten vor, pflanzliche Lebensmittel in ihrer Werbung systematisch zu benachteiligen. 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