{"id":29818,"date":"2025-02-21T06:17:00","date_gmt":"2025-02-21T05:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=29818"},"modified":"2025-02-17T14:22:27","modified_gmt":"2025-02-17T13:22:27","slug":"bessere-entlohnung-fuer-bio-milch-bauern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=29818","title":{"rendered":"Bessere Entlohnung f\u00fcr Bio-Milch-Bauern"},"content":{"rendered":"\n<p>Die nachhaltige Produktion von Bio-Milch steht unter wachsendem wirtschaftlichen Druck. Bei steigenden Produktionskosten erhalten Bio-Milchbetriebe oft nicht die Preise, die zur Deckung aller Kosten erforderlich w\u00e4ren. Die gro\u00dfen Bio-Verb\u00e4nde Bioland, Naturland und Demeter haben daher auch in diesem Jahr einen Orientierungspreis ermittelt, der eine faire Entlohnung der Erzeuger gew\u00e4hrleisten soll. Mit 69,7 Cent pro Kilogramm Bio-Rohmilch liegt dieser Preis deutlich \u00fcber den tats\u00e4chlich gezahlten Betr\u00e4gen. Die Verb\u00e4nde fordern daher h\u00f6here Erzeugerpreise, um den Fortbestand der Bio-Milchwirtschaft zu sichern und den Ausbau des \u00f6kologischen Landbaus nicht zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/JungkueheaufderWeide_FotoCezanenGuettich.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"544\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/JungkueheaufderWeide_FotoCezanenGuettich-1024x544.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-26689\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/JungkueheaufderWeide_FotoCezanenGuettich-1024x544.jpg 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/JungkueheaufderWeide_FotoCezanenGuettich-300x159.jpg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/JungkueheaufderWeide_FotoCezanenGuettich-768x408.jpg 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/JungkueheaufderWeide_FotoCezanenGuettich.jpg 1270w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Junge Rinder auf der Weide &#8211; Foto: Tutti i sensi, Denise C\u00e9zanne-G\u00fcttich<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mehr Klima- und Artenschutz, mehr Umweltma\u00dfnahmen, mehr Tierwohl: Das sind Mehrleistungen f\u00fcr eine nachhaltige Produktion, die Bio-Milchviehbetriebe erbringen. So sind die Produktionskosten auf Bio-Betrieben h\u00f6her sind als im konventionellen Bereich. Durch verschiedene \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse sind diese Produktionskosten in den vergangenen Jahren noch weiter gestiegen, aber die Bio-Milcherzeuger-Preise sind aber nicht in ausreichendem Ma\u00df mitgewachsen. Auf diese L\u00fccke weisen Deutschlands gr\u00f6\u00dfte Bio-Verb\u00e4nde Bioland, Naturland und Demeter mit der Ver\u00f6ffentlichung des Orientierungspreises zur Bio-Milcherzeugung hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie die Verb\u00e4nde zur Biofach, Weltleitmesse f\u00fcr Bio-Lebensmittel in N\u00fcrnberg, verk\u00fcnden, liegt der Orientierungspreis, zu dem eine vollkostendeckende Erzeugung von Bio-Milch m\u00f6glich ist, aktuell bei 69,7 Cent pro Kilogramm Bio-Rohmilch und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Im vergangenen Jahr wurden im Schnitt laut Bio-Milchpreiserhebung aber nur 58 Cent gezahlt. Es klafft also eine L\u00fccke von fast 12 Cent, die Betriebe h\u00e4ufig nur dadurch ausgleichen k\u00f6nnen, dass die Betriebsleiter und ihre Angeh\u00f6rigen \u00fcber der Belastungsgrenze und unterhalb des Mindestlohns arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bio-Verb\u00e4nde fordern schnellstm\u00f6glich Signale f\u00fcr h\u00f6here Erzeugerpreise<\/p>\n\n\n\n<p>Die Konsequenz daraus: Das Umstellungsinteresse auf Bio-Milcherzeugung hat sp\u00fcrbar nachgelassen, was sich bereits jetzt in einer Rohwarenknappheit am Bio-Milchmarkt niederschl\u00e4gt. Die Bio-Verb\u00e4nde fordern daher in einem gemeinsamen Statement, jetzt schnellstm\u00f6glich zu handeln und Signale f\u00fcr h\u00f6here Erzeugerpreise zu setzen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln zieht wieder deutlich an, das zeigen die aktuellen Zahlen. Auch politisch ist der Bio-Ausbau weiterhin gewollt, die meisten Parteien mit Ambitionen auf die n\u00e4chste Bundesregierung haben den Ausbau des \u00d6kolandbaus in ihren Wahlprogrammen stehen. Was dazu nicht passt, sind Erzeugerpreise, die nicht mal die Vollkosten decken \u2013 denn die f\u00fchren dazu, dass der Bio-Ausbau ins Stocken ger\u00e4t. Wir fordern mehr Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die Erzeuger in der Wertsch\u00f6pfungskette! Alle Beteiligten m\u00fcssen sich dar\u00fcber klar sein, dass sie auf die jeweils anderen Partner angewiesen sind und dass eine Kette nur mit stabilen Gliedern langfristig auf Spannung gehalten werden kann. Bio-Molkereien und der Handel m\u00fcssen jetzt schnell daf\u00fcr sorgen, dass die Erzeugerpreise steigen. Nur so k\u00f6nnen Bestandsbetriebe im System gehalten und Anreize f\u00fcr Neu-Umsteller gesetzt werden. Entsprechende Preissignale sollten daher jetzt schnellstm\u00f6glich kommuniziert werden!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hintergrund und Berechnung des Orientierungspreises<\/p>\n\n\n\n<p>Der Orientierungspreis f\u00fcr Bio-Milch der Verb\u00e4nde zeigt, welchen Betrag Bio-Milcherzeuger*innen ben\u00f6tigen, um vollkostendeckend arbeiten zu k\u00f6nnen und die hohen Nachhaltigkeitsstandards der Verb\u00e4nde zu erf\u00fcllen. Um die Nachhaltigkeitsleistungen bei der Bio-Milch-Produktion auch langfristig darstellen zu k\u00f6nnen, wird der Preis regelm\u00e4\u00dfig, in jedem Kalenderjahr, aktualisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der aktualisierte Orientierungspreis wurde auf das ge\u00e4nderte Kostenniveau zum Stand Januar 2025 angepasst. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise f\u00fcr Strom, Treibstoff minimal gesunken. Die Kosten f\u00fcr Fahrzeuge, Bauten, Instandhaltungen sind etwas gestiegen. Die Erl\u00f6se f\u00fcr die Schlachttiere sind gestiegen. Da die Nebenerl\u00f6se aus dem f\u00fcr die Bio-Milch ben\u00f6tigten Erzeugerpreis herausgerechnet werden, sorgt das daf\u00fcr, dass der Orientierungspreis mit 69,7 Cent je kg Milch nahezu gleich bleibt, obwohl die Kosten st\u00e4rker gestiegen sind, als die gesunkenen Einkaufspreise f\u00fcr Strom und Treibstoff.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Orientierungspreis ist ein f\u00fcr die Bioland-, Naturland- und Demeter-Betriebe ermittelter Preis. Grunds\u00e4tzlich sind die Vollkosten je nach Betriebsstruktur unterschiedlich und k\u00f6nnen durch folgende Faktoren beeinflusst werden: Anzahl der K\u00fche, Rasse der Tiere, Betriebsgr\u00f6\u00dfe, Milchleistung, Fl\u00e4chenausstattung, klimatische Bedingungen, Struktur der Betriebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Bioland-Verband<br>Bioland ist der bedeutendste Verband f\u00fcr \u00f6kologischen Landbau in Deutschland und S\u00fcdtirol. Mehr als 10.000 Betriebe aus Erzeugung, Herstellung und Handel wirtschaften nach den Bioland-Richtlinien. Gemeinsam bilden sie eine Wertegemeinschaft zum Wohl von Mensch und Umwelt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber Naturland<br>Der Naturland e.V. wurde zum Jahreswechsel 1982\/1983 von zehn Pionieren gegr\u00fcndet und ist heute der gr\u00f6\u00dfte internationale \u00d6ko-Verband. 120.000 B\u00e4uerinnen und Bauern in 60 L\u00e4ndern der Erde zeigen, dass ein \u00f6kologisches, soziales und faires Wirtschaften ein Erfolgsprojekt ist. Allein in Deutschland und \u00d6sterreich geh\u00f6ren rund 7.000 Bio-Betriebe dieser Gemeinschaft an. Weltweit ist die Mehrzahl der Naturland-Bauern in kleinb\u00e4uerlichen Kooperativen und Erzeugergemeinschaften organisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber Demeter<br>Demeter ist der \u00e4lteste Bioverband Deutschlands \u2013 seit 100 Jahren stehen dabei der Respekt f\u00fcr Mensch, Tier und Pflanze, das tiefe Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Prozesse in der Natur und der sorgsame Umgang mit nat\u00fcrlichen Ressourcen im Mittelpunkt. Der Demeter-Verband bildet die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette ab \u2013 vom Acker \u00fcber das fertige Produkt im Regal bis hin zu den Tellern der KundInnen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die nachhaltige Produktion von Bio-Milch steht unter wachsendem wirtschaftlichen Druck. Bei steigenden Produktionskosten erhalten Bio-Milchbetriebe oft nicht die Preise, die zur Deckung aller Kosten erforderlich w\u00e4ren. Die gro\u00dfen Bio-Verb\u00e4nde Bioland, Naturland und Demeter haben daher auch in diesem Jahr einen Orientierungspreis ermittelt, der eine faire Entlohnung der Erzeuger gew\u00e4hrleisten soll. Mit 69,7 Cent pro Kilogramm Bio-Rohmilch liegt dieser Preis deutlich \u00fcber den tats\u00e4chlich gezahlten Betr\u00e4gen. 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