{"id":29737,"date":"2025-02-10T12:18:23","date_gmt":"2025-02-10T11:18:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=29737"},"modified":"2025-02-10T14:33:54","modified_gmt":"2025-02-10T13:33:54","slug":"verbot-von-suessstoff-aspartam-gefordert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=29737","title":{"rendered":"Verbot von S\u00fc\u00dfstoff Aspartam gefordert."},"content":{"rendered":"\n<p>Die Sicherheit von Lebensmittelzusatzstoffen steht immer wieder im Fokus von Verbraucherschutzorganisationen. Aktuell fordert foodwatch die EU-Kommission dazu auf, den S\u00fc\u00dfstoff Aspartam zu verbieten, da wissenschaftliche Studien auf gesundheitliche Risiken hinweisen. W\u00e4hrend die WHO Aspartam als potenziell krebserregend einstuft, h\u00e4lt die EU weiterhin an seiner Zulassung fest \u2013 eine Praxis, die foodwatch scharf kritisiert. Die Verbraucherorganisation sieht erhebliche Defizite in der Bewertung von Lebensmittelzusatzstoffen und fordert strengere Ma\u00dfnahmen seitens der EU-Kommission. Ein umstrittener S\u00fc\u00dfstoff sorgt somit f\u00fcr Diskussionen und wirft die Frage auf, ob der Schutz der Verbraucher:innen wirklich oberste Priorit\u00e4t hat.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eVerbraucher:innen sind keine Versuchskaninchen der Industrie \u2013 was auf den Teller kommt, muss sicher sein. Die EU muss das Vorsorgeprinzip ernst nehmen und Zusatzstoffe rigoros aus dem Verkehr ziehen, wenn Zweifel an ihrer Sicherheit bestehen\u201c<\/em>, forderte Dr. Rebekka Siegmann von foodwatch.<br><br>Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Aspartam 2023 auf Grundlage einer umfassenden \u00dcberpr\u00fcfung aller vorliegenden Studien als potenziell krebserregend eingestuft. Der gemeinsame Sachverst\u00e4ndigenausschuss f\u00fcr Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) von WHO und Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) stellte zur gleichen Zeit zwar fest, dass bei aktuellen Konsumgewohnheiten kein Risiko von Aspartam ausgehe. foodwatch kritisiert jedoch, dass sich der JECFA bei dieser Risikobewertung haupts\u00e4chlich auf eine einzelne Studie aus dem Jahr 1981 beziehe \u2013 die der weltgr\u00f6\u00dfte Aspartam-Hersteller selbst durchgef\u00fchrt hat. Eine aktuelle Studie des staatlichen franz\u00f6sischen Instituts f\u00fcr Gesundheit (INSERM) stellte dagegen ein Krebsrisiko schon bei deutlich niedrigeren Dosen fest.<br><br>Gemeinsam mit der Lebensmittel-App Yuka und der franz\u00f6sischen Anti-Krebs-Liga hat foodwatch eine europaweite Petition an die EU-Kommission f\u00fcr ein Aspartam-Verbot gestartet: <a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/mitmachen\/aspartam-verbieten\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.foodwatch&#8230;.-verbieten<\/a><br><br><strong>Risikobewertung ist zu stark von Industriestudien abh\u00e4ngig<\/strong><br><br>Welche Zusatzstoffe Lebensmittelhersteller einsetzen d\u00fcrfen, regelt ein EU-weites Zulassungsverfahren. Theoretisch muss die EU mit dem Verfahren sicherstellen, dass die Gesundheit der Verbraucher:innen ausreichend gesch\u00fctzt ist. Praktisch verlasse sich die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA) bei ihrer Risikobewertung jedoch zu stark auf von der Industrie finanzierte Studien, kritisierte foodwatch.<br><br>So habe die EFSA 2013 bei der Risikobewertung von Aspartam alle 73 Studien, die auf m\u00f6gliche Risiken des S\u00fc\u00dfstoffs hinwiesen, als unzuverl\u00e4ssig eingestuft. Dagegen sei der Gro\u00dfteil der 81 Studien, die keinen Zusammenhang zu gesundheitlichen Sch\u00e4den sahen, als verl\u00e4sslich angesehen worden. Offenbar wurde hier mit zweierlei Ma\u00df gemessen, kritisierte foodwatch. Eine Analyse der Verbraucherorganisation zeigt: Fast drei Viertel der als verl\u00e4sslich befundenen Studien wurden von Aspartam-Herstellern selbst durchgef\u00fchrt oder ihre Autor:innen gaben Verbindungen zur Industrie an. Industriestudien seien in der Regel vertraulich und k\u00f6nnten von der \u00d6ffentlichkeit nicht eingesehen werden, kritisierte foodwatch. Die Forschung zeige jedoch starke Korrelationen zwischen Finanzierung und Forschungsergebnissen.<br><br>Aspartam kommt europaweit in etwa 2.500 Lebensmitteln zum Einsatz, vor allem in Di\u00e4t-Produkten und zuckerfreien Getr\u00e4nken. Darunter sind zahlreiche weit verbreitete Softdrinks wie Coca-Cola Zero, Pepsi Max oder Sprite Zero. Hersteller setzten vermehrt auf S\u00fc\u00dfstoffe, da mittlerweile wissenschaftlich belegt ist, dass \u00fcberzuckerte Limos zu den Haupttreibern von Typ-2-Diabetes geh\u00f6ren. Immer mehr L\u00e4nder f\u00fchren deshalb politische Ma\u00dfnahmen gegen einen zu hohen Zuckerkonsum ein, etwa eine Limosteuer.<br><br><em>\u201eWenn die Konzerne Zucker einfach durch andere problematische Stoffe ersetzen, ist f\u00fcr die Gesundheit wenig gewonnen. Eins ist klar: Die Verbraucher:innen wollen keine riskanten Stoffe in ihren Getr\u00e4nken\u201d<\/em>, kritisierte Rebekka Siegmann.<br><br>Laut einer repr\u00e4sentativen Umfrage des Umfrageinstituts YouGov bef\u00fcrworten 65 Prozent der Menschen in Deutschland ein vorsorgliches Verbot von Aspartam.<br><br>Das EU-Vorsorgeprinzip erlaubt es dem Gesetzgeber in Falle von wissenschaftlichen Unsicherheiten \u00fcber die Gesundheitsrisiken eines Stoffes, vorsorgliche Ma\u00dfnahmen zu ergreifen.<br><br><strong>Quellen und weiterf\u00fchrende Informationen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/fileadmin\/-INT\/additives\/2025-02-04_foodwatch-report-aspartame.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">foodwatch-Report \u201eClean Washing Aspartame: Why aspartame needs to be banned, based on independent science\u201d<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/fileadmin\/-INT\/additives\/Report_Foodwatch_International_Research_Additives_V2.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Repr\u00e4sentative YouGov-Umfrage zu Zusatzstoffen und Aspartam<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/mitmachen\/aspartam-verbieten\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">foodwatch-Petition an die EU-Kommission<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/foodwatch_logo_deutschland_4c_1200x675.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/foodwatch_logo_deutschland_4c_1200x675-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-23239\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/foodwatch_logo_deutschland_4c_1200x675-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/foodwatch_logo_deutschland_4c_1200x675-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/foodwatch_logo_deutschland_4c_1200x675-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/foodwatch_logo_deutschland_4c_1200x675.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Logo: foodwatch<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sicherheit von Lebensmittelzusatzstoffen steht immer wieder im Fokus von Verbraucherschutzorganisationen. 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