{"id":28686,"date":"2024-08-22T11:00:30","date_gmt":"2024-08-22T09:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=28686"},"modified":"2024-08-22T11:00:35","modified_gmt":"2024-08-22T09:00:35","slug":"ueberzuckerte-kindergetraenke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=28686","title":{"rendered":"\u00dcberzuckerte Kindergetr\u00e4nke"},"content":{"rendered":"\n<p>Eine umfassende Marktstudie der Verbraucherorganisation foodwatch hat 136 Getr\u00e4nke untersucht. Davon enthielten 117 Produkte mehr als f\u00fcnf Gramm Zucker pro einhundert Milliliter. Im Schnitt sind es 7,8 Prozent Zucker &#8211; das w\u00e4ren dann mehr als sechseinhalb Zuckerw\u00fcrfel in einem 250 ml Glas. Foodwatch fordert nun von der Regierung eine Regelung nach dem Vorbild Gro\u00dfbritanniens einzuf\u00fchren. Dort wurde eine Zuckersteuer eingef\u00fchrt und der Zuckerkonsum der Kinder sank tats\u00e4chlich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/1_Gruppenfoto-136-Getraenke_Bildrecht_Foodwatch.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"572\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/1_Gruppenfoto-136-Getraenke_Bildrecht_Foodwatch-1024x572.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-28688\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/1_Gruppenfoto-136-Getraenke_Bildrecht_Foodwatch-1024x572.webp 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/1_Gruppenfoto-136-Getraenke_Bildrecht_Foodwatch-300x168.webp 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/1_Gruppenfoto-136-Getraenke_Bildrecht_Foodwatch-768x429.webp 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/1_Gruppenfoto-136-Getraenke_Bildrecht_Foodwatch.webp 1208w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zuckerhaltige Getr\u00e4nke in Deutschland &#8211; Foto: foodwatch<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zum Schutz der Kindergesundheit brauche es au\u00dferdem effektive Werbeschranken f\u00fcr ungesunde Produkte und eine gesetzliche Altersgrenze f\u00fcr den Verkauf von Energy-Drinks. \u00a0<br>\u00a0<br><em>\u201eDer Konsum zuckerhaltiger Getr\u00e4nke im Kindes- und Jugendalter ist ein wesentlicher Risikofaktor f\u00fcr \u00dcbergewicht, Diabetes und Herzerkrankungen. Wirksame Ma\u00dfnahmen zur Reduktion des S\u00fc\u00dfgetr\u00e4nke-Konsums sind deshalb dringend notwendig\u201d<\/em>, sagte Prof. Dr. med. Berthold Koletzko, Leiter der Abteilung Stoffwechsel und Ern\u00e4hrung an der Kinderklinik der Universit\u00e4t M\u00fcnchen. \u00a0<br>\u00a0<br>F\u00fcr die Marktstudie hat foodwatch in den f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften Superm\u00e4rkten (Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Kaufland) s\u00e4mtliche Getr\u00e4nke eingekauft, deren Verpackung Kinder und Jugendliche ansprechen soll, beispielsweise durch den Aufdruck von Tieren und Comicfiguren oder durch eine besonders \u201ecoole\u201c Produktgestaltung wie etwa bei Eistees oder Energydrinks. Getr\u00e4nke, die in einer fast ausschlie\u00dflich von Kindern getrunkenen Darreichungsform verkauft werden, wurden ebenfalls einbezogen (Trinkp\u00e4ckchen oder kleine Flaschen mit Saugverschluss). Zu den untersuchten Produkten geh\u00f6ren etwa Limonaden, Fruchts\u00e4fte, Energydrinks, Mineralwasser und Eistees. Milchbasierte Getr\u00e4nke wurden nicht ber\u00fccksichtigt.\u00a0<br>\u00a0<br><em>\u201eUnsere Marktstudie zeigt: Ausgerechnet Getr\u00e4nke f\u00fcr Kinder und Jugendliche sind ma\u00dflos \u00fcberzuckert. Es ist perfide und verantwortungslos, wie die Getr\u00e4nkeindustrie Kinder mit Zuckerbomben k\u00f6dert und damit deren Gesundheit aus Spiel setzt\u201d<\/em>, sagte Luise Molling von foodwatch.<br>\u00a0<br><strong>Einige Ergebnisse der foodwatch-Marktstudie im \u00dcberblick:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Mehr als jedes zweite Kindergetr\u00e4nk (57 Prozent) ist mit einem Zuckergehalt von \u00fcber acht Gramm je 100 Milliliter stark \u00fcberzuckert.<\/li>\n\n\n\n<li>Das zuckrigste Getr\u00e4nk im Supermarkt, das eher an \u00e4ltere Kinder beworben wird, ist der Energy Drink \u201eGuava Flavour\u201c der Lidl-Eigenmarke \u201eKong Strong\u201c \u2013 er enth\u00e4lt 15,6 Gramm Zucker auf 100 Milliliter. Mit nur einer Dose nimmt ein Teenager 78 Gramm Zucker zu sich, das entspricht 26 Zuckerw\u00fcrfeln und ist mehr als dreimal soviel, wie Kinder und Jugendliche maximal am Tag zu sich nehmen sollten.<\/li>\n\n\n\n<li>Die bei Kindern beliebten Trinkp\u00e4ckchen sind besonders stark ges\u00fc\u00dft \u2014 sie enthalten im Durchschnitt ganze 8,6 Prozent Zucker.<\/li>\n\n\n\n<li>Nur vier der 136 getesteten Produkte (drei Mineralwasser und ein Nektar) w\u00fcrden einen gr\u00fcnen Nutri-Score (A oder B) erhalten. Knapp ein Viertel (23 Prozent) w\u00fcrden mit einem gelben C gekennzeichnet (meist reine S\u00e4fte, Schorlen sowie s\u00fc\u00dfstoffges\u00fc\u00dfte Getr\u00e4nke).<\/li>\n\n\n\n<li>Der Gro\u00dfteil der Kindergetr\u00e4nke, knapp drei Viertel (74 Prozent), erhielte einen orangenen oder roten Nutri-Score (D oder E).<\/li>\n\n\n\n<li>S\u00e4fte sind auch keine gesunden Durstl\u00f6scher: Unter den zuckrigsten Getr\u00e4nken mit einem Zuckergehalt von \u00fcber acht Gramm je 100 Milliliter finden sich auch viele reine Fruchts\u00e4fte.<\/li>\n\n\n\n<li>Lediglich drei der 136 Kindergetr\u00e4nke enthielten weder Zucker noch S\u00fc\u00dfstoffe.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>S\u00fc\u00dfgetr\u00e4nke bilden eine Hauptquelle f\u00fcr den Zuckerkonsum von Minderj\u00e4hrigen. Mit nur einem 250-Milliliter-Glas eines durchschnittlich ges\u00fc\u00dften Getr\u00e4nks nimmt ein Kind bereits knapp 20 Gramm Zucker und somit vier F\u00fcnftel der vom Berufsverband der Kinder- und Jugend\u00e4rzte maximal empfohlenen Tagesmenge an Zucker zu sich. Laut Weltgesundheitsorganisation gelten zuckrige Getr\u00e4nke als wesentliche Treiber f\u00fcr Adipositas und damit verbundene Krankheiten wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.&nbsp;<br>&nbsp;<br><em>\u201eBei der Pr\u00e4vention ern\u00e4hrungsbedingter Krankheiten versagt die deutsche Ern\u00e4hrungs- und Gesundheitspolitik auf ganzer Linie. Das Motto ist offenbar: Konzernprofit vor Kinderschutz\u201d<\/em>, kritisierte Luise Molling. Statt mit einer Limo-Steuer, umfassenden Werbeschranken und einer gesetzlichen Altersgrenze f\u00fcr den Verkauf von Energydrinks eine gesunde Kinderern\u00e4hrung zu f\u00f6rdern, setze man vor allem auf freiwillige Ma\u00dfnahmen der Industrie. Eine Studie der TU M\u00fcnchen belegte erst k\u00fcrzlich, dass die Getr\u00e4nkeindustrie ihren ohnehin wenig ambitionierten Zielen bei der Zuckerreduktion meilenweit hinterherhinkt. Zwischen 2015 und 2021 reduzierte sich der durchschnittliche Zuckergehalt in Erfrischungsgetr\u00e4nken lediglich um zwei Prozent, w\u00e4hrend in Gro\u00dfbritannien im gleichen Zeitraum durch die Limo-Steuer eine Reduktion um 29 Prozent erfolgt ist. Laut einer aktuellen Studie der Universit\u00e4t Cambridge sank damit auch der Zuckerkonsum bei Kindern und Erwachsenen. &nbsp;<br>&nbsp;<br><strong>Quellen und weiterf\u00fchrende Informationen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/fileadmin\/-DE\/Themen\/Kinderernaehrung\/140824_foodwatch_Marktstudie_Kindergetraenke.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">foodwatch-Marktstudie Kindergetr\u00e4nke<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/fileadmin\/-DE\/Themen\/Kinderernaehrung\/2024_08_Fotostrecke_Marktstudie_Kindergetraenke.zip\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fotostrecke inkl. Grafiken zum Download<\/a>\u00a0\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/fileadmin\/-DE\/Themen\/Kinderernaehrung\/2024_08_Marktstudie_Kindergetraenke\/Bewegtbilder_Marktstudie_Kindergetraenke.mp4\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bewegtbilder der getesteten Produkte<\/a>\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/journals.plos.org\/plosmedicine\/article?id=10.1371\/journal.pmed.1004371\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie der Universit\u00e4t Cambridge zum R\u00fcckgang des Zuckerkonsums infolge der UK-Limosteuer<\/a>\u00a0\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ddg.info\/pressebereich\/2023\/studie-zuckerreduktion-bei-softdrinks-kommt-nicht-voran-reduktionprogramm-der-bundesregierung-unzureichend\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie der TU\/LMU M\u00fcnchen und DANK-Allianz zum Zuckergehalt in Softdrinks: \u00a0\u201cReduktionprogramm der Bundesregierung unzureichend\u201d<\/a>\u00a0 \u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.kinderaerzte-im-netz.de\/news-archiv\/meldung\/bvkj-plaediert-mit-anderen-fuehrenden-gesundheitsorganisationen-fuer-weniger-zucker-in-der-ernaehrung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Empfehlungen des Berufsverbands der Kinder- und Jugend\u00e4rzte (BVKJ) zum Zuckerkonsum von Kindern und Jugendlichen<\/a>\u00a0\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.who.int\/news\/item\/11-10-2016-who-urges-global-action-to-curtail-consumption-and-health-impacts-of-sugary-drinks\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">WHO zu Zuckergetr\u00e4nken<\/a>\u00a0\u00a0<br>\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine umfassende Marktstudie der Verbraucherorganisation foodwatch hat 136 Getr\u00e4nke untersucht. 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