{"id":26418,"date":"2023-10-24T07:45:00","date_gmt":"2023-10-24T05:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=26418"},"modified":"2023-10-24T07:24:33","modified_gmt":"2023-10-24T05:24:33","slug":"biodiversitaet-muss-gestaerkt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=26418","title":{"rendered":"Biodiversit\u00e4t muss gest\u00e4rkt werden"},"content":{"rendered":"\n<p>Einen Tag bevor die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Deutschen Umweltpreis vergibt,  findet das j\u00e4hrliche DBU-Symposium statt. Auch in diesem Jahr steht das Thema Biodiversit\u00e4t im Zentrum der Vortr\u00e4ge und  Diskussionen. Der Bev\u00f6lkerung soll  plastischer vor Augen gef\u00fchrt werden, dass es  ohne M\u00fccken keine Schokolade gibt und ohne Natur kein Aspirin und  Penicillin.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/IMG_1004.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"541\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/IMG_1004-1024x541.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-26420\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/IMG_1004-1024x541.jpeg 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/IMG_1004-300x159.jpeg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/IMG_1004-768x406.jpeg 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/IMG_1004-390x205.jpeg 390w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/IMG_1004.jpeg 1277w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Empfindliche \u00d6kosysteme: Ein unverminderter R\u00fcckgang biologischer Vielfalt, f\u00fcr deren Erhalt auch Schmetterlinge als Best\u00e4uber eine wichtige Rolle spielen, h\u00e4tte dramatische Folgen f\u00fcr die Wirtschaft. Foto &#8211; Wiebke Lenz f\u00fcr DBU<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Osnabr\u00fcck\/L\u00fcbeck. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ruft Wirtschaft und Politik dazu auf, die Belange der Biodiversit\u00e4t viel st\u00e4rker als bisher zu ber\u00fccksichtigen. \u201eEine naturvertr\u00e4gliche \u00d6konomie muss Standard werden\u201c, so DBU-Generalsekret\u00e4r Alexander&nbsp;<strong>Bonde<\/strong>. Wie das gelingen kann, er\u00f6rtert ein&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/termine\/livestream-zum-symposium-unternehmen-brauchen-arten-vielfalt-auf-dem-weg-zu-einer-naturvertraeglichen-wirtschaft-anlaesslich-des-deutschen-umweltpreises-2023\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">DBU-Symposium<\/a>&nbsp;am Samstag, 28. Oktober, von 14 bis 16 Uhr&nbsp;in L\u00fcbeck \u2013 also einen Tag, bevor die DBU den mit 500.000 Euro dotierten diesj\u00e4hrigen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/umweltpreis\/der-deutsche-umweltpreis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutschen Umweltpreis<\/a>&nbsp;an Klimawissenschaftlerin Prof. Dr. Friederike&nbsp;<strong>Otto&nbsp;<\/strong>sowie Holzbau-Pionierin Dipl.-Ing. Dagmar&nbsp;<strong>Fritz-Kramer<\/strong>&nbsp;verleiht, \u00fcberreicht von&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bundespraesident.de\/DE\/Home\/home_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bundespr\u00e4sident&nbsp;<\/a>Frank-Walter&nbsp;<strong>Steinmeier<\/strong>. Das DBU-Symposium wird live \u00fcbertragen:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/uwp23-symposium\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.dbu.de\/uwp23-symposium<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bonde: Unternehmen haben m\u00e4chtigen Hebel zum Erhalt der Biodiversit\u00e4t<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nach Bondes Worten soll das Symposium ein Schlaglicht auf das Thema Biodiversit\u00e4t werfen \u201eund auf deren enorme Bedeutung f\u00fcr die Wirtschaft. Denn anders als beim Klimaschutz steht der Erhalt biologischer Vielfalt noch l\u00e4ngst nicht \u00fcberall oben auf der Agenda.\u201c Der DBU-Generalsekret\u00e4r: \u201eEin solches Schattendasein f\u00fcr weltweit so wichtige Zusammenh\u00e4nge ist aus wirtschaftlicher Sicht aber h\u00f6chst riskant. Wenn die menschengemachte Zerst\u00f6rung \u00f6kologischer Lebensgrundlagen weitergeht wie bisher, hat das eklatante Folgen f\u00fcr die Unternehmen weltweit.\u201c Tats\u00e4chlich wird rund die H\u00e4lfte des globalen Bruttoinlandsprodukts \u2013 im Jahr 2021 waren das etwa 90 Billionen Euro \u2013 durch nat\u00fcrliche \u00d6kosystemleistungen erbracht. Bonde: \u201eDarauf m\u00fcssen wir aufpassen \u2013 sowohl aus Umweltsicht als eben auch in \u00f6konomischer Perspektive: Die Wirtschaft weltweit w\u00fcrde sonst in unabsehbare Turbulenzen st\u00fcrzen.\u201c Die Unternehmen haben Bonde zufolge zugleich einen \u201em\u00e4chtigen Hebel zum Erhalt der Biodiversit\u00e4t in der Hand: durch Anpassen von Produktionsprozessen und durch schonenden Umgang mit Natur-Ressourcen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wachstumschancen und Wettbewerbsvorteile durch Biodiversit\u00e4tsstrategie<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Darauf weist auch Dr. Tobias&nbsp;<strong>Raffel&nbsp;<\/strong>hin, Gastwissenschaftler an der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.senckenberg.de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Senckenberg Gesellschaft f\u00fcr Naturforschung<\/a>. Zum DBU-Symposium wird er mit einem Impulsvortrag beitragen \u2013 ebenso wie Dr. Christof&nbsp;<strong>Schenck<\/strong>, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der&nbsp;<a href=\"https:\/\/fzs.org\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zoologischen Gesellschaft Frankfurt<\/a>&nbsp;und Tr\u00e4ger des Deutschen Umweltpreises der DBU im Jahr 2022. Unternehmen sollten sich Raffel zufolge jetzt \u201esystematisch und strategisch\u201c mit dem Thema Biodiversit\u00e4t auseinandersetzen \u2013 nicht nur wegen des zunehmenden regulatorischen Drucks und die Anforderung, bald \u00fcber Abh\u00e4ngigkeiten von der Natur und Auswirkungen auf die Natur berichten zu m\u00fcssen. Ein erster Schritt sei, sich die Risiken bewusst zu machen, die etwa entstehen, wenn bestimmte Produkte aus der Natur nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehen oder knapp und teuer werden. Raffel: \u201eWer jetzt eine gute Biodiversit\u00e4tsstrategie entwirft, kann sich neue Wachstumschancen und Wettbewerbsvorteile verschaffen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>Verlust von Natur und biologischer Vielfalt in dramatischer Geschwindigkeit<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Wirtschaft sei auf die Leistungen der Natur angewiesen, sagt Raffel. Ein Supermarkt in Hannover habe diese Abh\u00e4ngigkeit einmal demonstriert und alle Waren aus den Regalen ger\u00e4umt, die es ohne nat\u00fcrliche Best\u00e4ubung nicht g\u00e4be. Raffel: \u201e60 Prozent der Regale blieben leer: kein Obst, kein Gem\u00fcse, kein Kaffee, keine Schokolade. Und weder Gummib\u00e4rchen noch Tiefk\u00fchl-Pizza oder Wattepads.\u201c Bienen sind dabei oft die Best\u00e4uber, aber auch andere Insekten erbringen diese wichtige und kostenlose \u00d6kosystemleistung. \u201eDie Produktion von Kakao etwa h\u00e4ngt von der Best\u00e4ubung durch eine bestimmte M\u00fccke ab. Ohne M\u00fccken gibt es keine Schokolade\u201c, sagt Raffel. \u201eDerzeit verlieren wir Natur und biologische Vielfalt in dramatischer Geschwindigkeit\u201c, so der Wissenschaftler weiter. Nicht nur die Lebensmittelbranche, auch andere Wirtschaftszweige wie die Pharmaindustrie seien betroffen. Raffel: \u201eMehr als zwei Drittel aller medizinischen Wirkstoffe stammen aus der Natur. Medikamente wie Penicillin und Aspirin g\u00e4be es ohne nat\u00fcrliche Substanzen nicht.\u201c Vor allem aber berauben sich die Menschen laut Raffel \u201eauch der M\u00f6glichkeit, neue Wirkstoffe zu entdecken und innovative Medikamente beispielsweise gegen Krebs zu entwickeln, wenn wir die biologische Vielfalt weiter zerst\u00f6ren\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Schenck: Es lohnt sich, in eine intakte Natur zu investieren \u2013 auch um fatale Krankheitswellen zu verhindern<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Einen eindringlichen Appell richtet auch Schenck an die Betriebe: \u201eDie Wirtschaft sollte sich tatkr\u00e4ftig gegen den Verlust der Biodiversit\u00e4t einsetzen \u2013 aus moralischer Verpflichtung, vor allem aber aus purem Eigennutz. Denn es geht ums \u00dcberleben der Unternehmen.\u201c So, wie die Menschen derzeit \u201eauf Kosten der Zukunft leben und konsumieren\u201c, werde es den Planeten in den Ruin f\u00fchren. Global verbrauchen, wohnen und wirtschaften die Menschen laut Schenck so, \u201eals h\u00e4tten sie 1,7 Erden zur Verf\u00fcgung\u201c. Hoffnung hat er gleichwohl: \u201eDie Wirtschaft kann eine Menge gegen den Biodiversit\u00e4tsverlust tun. Unternehmen, die ihren Biodiversit\u00e4ts-Fu\u00dfabdruck heute analysieren und reduzieren, werden morgen die Nase vorne haben.\u201c Warum sich der Erhalt biologischer Vielfalt allein schon aus Kostengr\u00fcnden lohnt, verdeutlicht Schenck an einem Beispiel aus j\u00fcngster Vergangenheit. Es gebe, so Schenck, einen engen Zusammenhang zwischen dem Verlust der Biodiversit\u00e4t und der Ausbreitung gef\u00e4hrlicher Krankheiten, vor allem von Zoonosen. Also Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen \u00fcbergehen. Schenck: \u201eDie Corona-Pandemie kostete die deutsche Wirtschaft rund 350 Milliarden Euro. Da lohnt es sich, in intakte Natur zu investieren, um solche fatalen Krankheitswellen zu verhindern.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen Tag bevor die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Deutschen Umweltpreis vergibt,  findet das j\u00e4hrliche DBU-Symposium statt. Auch in diesem Jahr steht das Thema Biodiversit\u00e4t im Zentrum der Vortr\u00e4ge und  Diskussionen. 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