{"id":25720,"date":"2023-07-20T11:04:27","date_gmt":"2023-07-20T09:04:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=25720"},"modified":"2023-07-19T11:52:26","modified_gmt":"2023-07-19T09:52:26","slug":"ist-zu-viel-protein-ungesund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=25720","title":{"rendered":"Ist zu viel Protein ungesund?"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Profi- als auch Freizeit-Sport setzt man schon lange auf die zus\u00e4tzliche Zufuhr von Proteinen, um Muskeln aufzubauen. Auch bei vielen Di\u00e4ten wird die Zufuhr von Proteinen empfohlen, um ein S\u00e4ttigungsgef\u00fchl zu erlangen und eine ausgewogene Ern\u00e4hrung zu garantieren. Doch immer wieder wird diskutiert, ob der erh\u00f6hte Proteinkonsum nicht die Nieren belasten oder gar zu Nierenerkrankungen f\u00fchren k\u00f6nnte. Nun gibt es aus der Protein-Leitlinie der deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung e.v. (DGE) eine neue Leitlinie.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Kaese_MarktSaintCyrSurMer_FotoDeniseCezanneGuettich_Tuttiisensi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Kaese_MarktSaintCyrSurMer_FotoDeniseCezanneGuettich_Tuttiisensi-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-25723\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Kaese_MarktSaintCyrSurMer_FotoDeniseCezanneGuettich_Tuttiisensi-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Kaese_MarktSaintCyrSurMer_FotoDeniseCezanneGuettich_Tuttiisensi-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Kaese_MarktSaintCyrSurMer_FotoDeniseCezanneGuettich_Tuttiisensi-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Kaese_MarktSaintCyrSurMer_FotoDeniseCezanneGuettich_Tuttiisensi.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">K\u00e4se &#8211; Foto: Denise C\u00e9zanne-G\u00fcttich, Tutti i sensi<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>In der wissenschaftlichen Fachzeitschrift European Journal of Nutrition wurde jetzt im Rahmen der evidenzbasierten Protein-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung e. V. (DGE) das <a href=\"https:\/\/mailcluster.wegewerk.com\/c\/110\/6814179\/9523\/0\/19780057\/447\/462384\/654046c905.html\">Manuskript zu Proteinzufuhr und Nierensteinen und -erkrankungen<\/a> ver\u00f6ffentlicht. In dieser \u00dcbersichtsarbeit untersuchten die Autor*innen wie Ver\u00e4nderungen der Proteinzufuhr die Nierenfunktion beeinflussen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der aktuelle <a href=\"https:\/\/mailcluster.wegewerk.com\/c\/110\/6814179\/9523\/0\/19780057\/447\/462299\/0958117b22.html\">Referenzwert f\u00fcr die Proteinzufuhr<\/a> liegt f\u00fcr Erwachsene zwischen 19 und 65 Jahren bei 0,8&nbsp;g\/kg K\u00f6rpergewicht\/Tag und erh\u00f6ht sich ab 65 Jahren auf 1,0&nbsp;g\/kg K\u00f6rpergewicht\/Tag. Seit Jahrzehnten wird die Rolle von Proteinen im Zusammenhang mit Nierenerkrankungen erforscht. Bisher ist jedoch nicht gekl\u00e4rt, ob eine langfristig h\u00f6here Proteinzufuhr bei gesunden Erwachsenen die Nierenfunktion beeintr\u00e4chtigt. In dieser \u00dcbersichtsarbeit wurde jetzt die verf\u00fcgbare Evidenz gepr\u00fcft, inwieweit eine hohe Proteinzufuhr (&gt; 0,8 g\/kg K\u00f6rpergewicht\/Tag) Einfluss auf Nierenerkrankungen sowie nierenfunktionsbezogene Parameter hat. Die wichtigsten Parameter zur Beurteilung der Nierenfunktion sind die Albuminausscheidung im Urin (Albuminurie) und die glomerul\u00e4re Filtrationsrate (GFR).<br><br><strong>Derzeit keine Evidenz, dass hohe Proteinzufuhr das Risiko f\u00fcr Nierensteine oder -erkrankungen erh\u00f6ht<\/strong><br>Die Proteinzufuhr der neun in die Auswertung einbezogenen Studien lag zwischen 1,0&nbsp;und 3,3&nbsp;g\/kg K\u00f6rpergewicht\/Tag. Zu den untersuchten Erkrankungen (Endpunkte) z\u00e4hlten chronische Nierenerkrankungen, Nierensteine und die nierenfunktionsbezogenen Parameter Albuminurie, GFR, Serumharnstoff, pH-Wert im Urin sowie Calciumausscheidung im Urin. Insgesamt ergab sich f\u00fcr die meisten dieser Endpunkte kein Zusammenhang mit einer h\u00f6heren Proteinzufuhr. Eine hohe Proteinzufuhr ist zwar wahrscheinlich mit einer erh\u00f6hten Calciumausscheidung im Urin \u2013 einem Risikofaktor f\u00fcr die Bildung von Calciumsteinen \u2013 verbunden. Allerdings zeigt die Gesamtevidenz keinen Zusammenhang zwischen der Proteinzufuhr und dem Risiko f\u00fcr das Auftreten von Nierensteinen.<br><br><strong>F\u00fcr sichere Aussagen fehlen Langzeitstudien<\/strong><br>Die meisten der analysierten Studien sind jedoch von eher kurzer Dauer, so dass Langzeitfolgen \u00fcber Jahrzehnte derzeit nicht beurteilt werden k\u00f6nnen. \u201eWir k\u00f6nnen nicht endg\u00fcltig beurteilen, ob eine langfristig hohe Proteinzufuhr Parameter f\u00fcr Nierenerkrankungen beeinflusst\u201c, sagt DGE-Pr\u00e4sident Prof. Bernhard Watzl. \u201eWir brauchen unbedingt Langzeitstudien, um herauszufinden, ob die Albuminausscheidung tats\u00e4chlich nicht ansteigt und die glomerul\u00e4re Filtrationsrate im Alter nicht sinkt, wenn die Proteinzufuhr die aktuellen Empfehlungen \u00fcber einen Zeitraum von Jahrzehnten \u00fcbersteigt. Erst dann ist es m\u00f6glich, Aussagen \u00fcber h\u00f6here Proteinzufuhrmengen als quasi sicher einzustufen\u201c.<br><br>Mit der Erarbeitung der evidenzbasierten Protein-Leitlinie setzt die DGE Aspekte aus dem Papier \u201e<a href=\"https:\/\/mailcluster.wegewerk.com\/c\/110\/6814179\/9523\/0\/19780057\/447\/462300\/c000ab8da6.html\">Perspektiven f\u00fcr die Ern\u00e4hrungsforschung 2022<\/a>\u201c um. Die Weiterentwicklung von Ern\u00e4hrungsempfehlungen sowie die kontinuierliche \u00dcberpr\u00fcfung dieser ist eines von sieben dr\u00e4ngenden Themenfeldern f\u00fcr eine zukunftsorientierte und interdisziplin\u00e4re Ern\u00e4hrungsforschung, die so ihren Beitrag zur L\u00f6sung gesellschaftlicher Herausforderungen leisten kann.<br><br><strong>Hintergrundinformation<\/strong><br>Die <a href=\"https:\/\/mailcluster.wegewerk.com\/c\/110\/6814179\/9523\/0\/19780057\/447\/462320\/5c2f22bd4e.html\">DGE-Leitlinie \u201eProteinzufuhr und Pr\u00e4vention ausgew\u00e4hlter ern\u00e4hrungsmitbedingter Krankheiten\u201c<\/a> (kurz: Protein-Leitlinie) behandelt die Frage, welche Beziehung zwischen der Quantit\u00e4t und der Qualit\u00e4t (tierisches vs. pflanzliches) von Protein in der Ern\u00e4hrung und den Endpunkten kardiovaskul\u00e4re Erkrankungen, Typ-2 Diabetes mellitus, Krebs, Knochengesundheit, Muskelgesundheit, Nierengesundheit, Blutdruck sowie K\u00f6rpergewichtsstabilit\u00e4t in der Allgemeinbev\u00f6lkerung besteht. Zu den genannten Endpunkten ver\u00f6ffentlicht die DGE sukzessive einzelne Manuskripte, die abschlie\u00dfend in einer Gesamtempfehlung zusammengefasst werden. Die Federf\u00fchrung der Leitlinienkommission obliegt Prof. Dr. Bernhard Watzl.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Profi- als auch Freizeit-Sport setzt man schon lange auf die zus\u00e4tzliche Zufuhr von Proteinen, um Muskeln aufzubauen. Auch bei vielen Di\u00e4ten wird die Zufuhr von Proteinen empfohlen, um ein S\u00e4ttigungsgef\u00fchl zu erlangen und eine ausgewogene Ern\u00e4hrung zu garantieren. Doch immer wieder wird diskutiert, ob der erh\u00f6hte Proteinkonsum nicht die Nieren belasten oder gar zu Nierenerkrankungen f\u00fchren k\u00f6nnte. Nun gibt es aus der Protein-Leitlinie der deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung e.v. 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