{"id":25449,"date":"2023-06-01T12:47:53","date_gmt":"2023-06-01T10:47:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=25449"},"modified":"2023-06-01T12:47:57","modified_gmt":"2023-06-01T10:47:57","slug":"biodiversitaet-geht-ueberall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=25449","title":{"rendered":"Biodiversit\u00e4t geht \u00fcberall"},"content":{"rendered":"\n<p>Auf der Fachtagung &#8222;Del Campo al Plato&#8220;, abgek\u00fcrzt CAP, wurde eine positive Bilanz zum Thema Integration Biologischer Vielfalt in die Lieferketten gezogen. Insbesondere wurden wirksame Kriterien f\u00fcr Standards bei den Lebensmitteln und gut in der Praxis umsetzbare Methoden in der Landwirtschaft hervorgehoben. Das Beispiel von Bananen- und Ananas-Anbau aus Costa Rica und der Dominikanischen Republik wird gerne aufgef\u00fchrt. Auch in Kolumbien und Ecuador gibt es zwei Initiativen mit indigenen Gruppen, die Biodiversit\u00e4t in den traditionellen Ackerbau umsetzten sollen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/FruechteMarktstandCostaRica-FotoDeniseCezanneGuettichTuttiisensi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/FruechteMarktstandCostaRica-FotoDeniseCezanneGuettichTuttiisensi-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-22643\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/FruechteMarktstandCostaRica-FotoDeniseCezanneGuettichTuttiisensi-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/FruechteMarktstandCostaRica-FotoDeniseCezanneGuettichTuttiisensi-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/FruechteMarktstandCostaRica-FotoDeniseCezanneGuettichTuttiisensi-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/FruechteMarktstandCostaRica-FotoDeniseCezanneGuettichTuttiisensi.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fr\u00fcchte an einem Marktstand in Costa Rica &#8211; Foto: Denise Cezanne-G\u00fcttich\/Tutti i sensi<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><\/ul>\n\n\n\n<p>Rund viereinhalb Jahre haben ExpertInnen der Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit GIZ, des Global Nature Fund (GNF) und der Bodensee-Stiftung am Beispiel von Bananen und Ananas aus Costa Rica und der Dominkanischen Republik wirksame Ans\u00e4tze daf\u00fcr erarbeitet und erprobt, Biodiversit\u00e4tsma\u00dfnahmen auf den Plantagen zu integrieren. Auf einer Fachtagung vergangene Woche wurde in Frankfurt zusammen mit rund achtzig VertreterInnen der Branche Bilanz gezogen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Als erfolgreichste Ma\u00dfnahme wurden effiziente Biodiversit\u00e4tskriterien in bestehenden Nachhaltigkeitsstandards der Lebensmittelbranche identifiziert. Standards wie Rainforest Alliance, Fairtrade und Sustainably Grown im konventionellen, Naturland und Demeter im Bioanbau haben inzwischen umfassende Kriterien, die den Schutz der Biologischen Vielfalt wirksam adressieren. \u201eMit bis zu 90% zertifizierter Ware bei Bananen und vermutlich deutlich \u00fcber 50% bei Ananas d\u00fcrfen wir mit Fug und Recht von Mainstreaming sprechen\u201c meint Thomas Schaefer, Leiter Naturschutz und Koordinator des Projektes beim GNF. Wie weitgehend diese Kriterien sein k\u00f6nnen, zeigt der neue Standard von Naturland, den Eva Kohlschmidt vorstellte. Neben Entwaldungsverbot seit dem Jahr 2000, wird in vielen tropischen Dauerkulturen der Anbau im Agroforst zur Pflicht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso erfolgreich und konkret in der Umsetzung ist der Biodiversity Check Agricola (BCA), den bislang mehr als 150 Betriebe durchgef\u00fchrt haben und die nun einen Biodiversit\u00e4ts-Aktionsplan (BAP) umsetzen. Rund 45.000 ha Fl\u00e4che \u2013 etwa so viel wir f\u00fcr den Anbau der in Deutschland konsumierten Bananen und Ananas ben\u00f6tigt werden &#8211; werden schrittweise biodiversit\u00e4tsfreundlicher entwickelt, bzw. bewirtschaftet. \u201eDer BCA hat sich als pragmatische und praktische Methode f\u00fcr gro\u00dfe Plantagen genauso wie f\u00fcr kleinb\u00e4uerliche Kooperativen erwiesen\u201c erl\u00e4utern Marion Hammerl, Senior Expertin der Bodensee-Stiftung und Initiatorin des Projektes Del Campo al Plato.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Erfolgversprechend ist auch der Landschaftsansatz, den Campo al Plato und andere Projekte inzwischen verfolgen. Ralf Bu\u00df, Projektverantwortlicher bei der GIZ in Ecuador stellte zwei Initiativen mit indigenen Gruppen in Kolumbien und Ecuador vor, bei denen durch Integration von Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t in traditionelle Anbausysteme auch produkt\u00fcbergreifend gegen Degradierung und Biodiversit\u00e4tsverlust wirken und nicht projektbezogen mit einzelnen Plantagen arbeiten. Biotopkorridore in Costa Rica und der Dominkanischen Republik, in deren Umsetzung Unternehmen entlang der Wertsch\u00f6pfungskette f\u00fcr Banane und Ananas investieren, verfolgen denselben Ansatz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ordnungspolitische Ans\u00e4tze wir die EU Entwaldungsverordnung und das EU Lieferkettengesetz stellen gleiche Bedingungen f\u00fcr alle Unternehmen her. Damit werden die Marktchancen f\u00fcr Unternehmen verbessert, die bereits Nachhaltigkeitsma\u00dfnahmen umsetzen und im Wettbewerb bisher Nachteile haben, da die Kosten f\u00fcr die Produkte h\u00e4ufig h\u00f6her sind. Das erl\u00e4uterte Franziska Rau, Beraterin f\u00fcr Entwaldungsfreiheit der GIZ. Gleichzeitig stellen sie die erzeugenden Betriebe in L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens vor gro\u00dfe Herausforderungen in der Umsetzung. Die Verteilung der Kosten zur Einhaltung der Bestimmungen entlang der Lieferketten ist noch nicht ausreichend gekl\u00e4rt. Martin Sch\u00fcller, Referent Entwicklungspolitik, Klima &amp; Umwelt bei Fairtrade, betonte, dass diese Kosten nicht allein von den Kleinbauern und \u2013b\u00e4uerinnen aufgebracht werden k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls noch ungel\u00f6st ist die Wechselwirkung zwischen Angebot und Preisgestaltung im Lebensmitteleinzelhandel und der Nachfrage der Verbraucher:innen nach nachhaltigen \u2013 biodiversit\u00e4tsfreundlichen \u2013 Produkten. Umfragen best\u00e4tigen inzwischen wachsende die Bereitschaft von Kund:innen, sich an den Kosten f\u00fcr nachhaltige Produktion zu beteiligen. Gerade im konventionellen Marktsegment wird diese Bereitschaft durch den LEH noch nicht ausreichend genutzt, um ausk\u00f6mmliche Preise f\u00fcr die Erzeuger zu erm\u00f6glichen, die Kosten und Mehrwert eines Produkts decken, dass biodiversit\u00e4tsf\u00f6rdernd angebaut wurde Anders ist dies im fairen Handel und im Bioanbau, vor allem bei Verbandsware, wo die Erzeugenden ausk\u00f6mmliche Preise erzielen k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt ziehen die Initiatoren des Projektes eine positive Bilanz. Die Ziele des Projektes und die damit verbundenen Wirkungen konnten \u2013 trotz des schwierigen Umfeldes \u2013 erreicht werden. Der Biodiversity Check Agr\u00edcola und das Training f\u00fcr ManagerInnen von Plantagen ist bei verschiedenen Organisationen verankert und wird weiter umgesetzt. \u00a0Unternehmen k\u00f6nnen sich weiterhin finanziell an der Umsetzung der Biotopkorridore beteiligen und die Projektpartner ansprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen finden Sie hier: <a href=\"https:\/\/food-biodiversity.de\/\">Food for Biodiversity &#8211; Food for Biodiversity (food-biodiversity.de)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der Fachtagung &#8222;Del Campo al Plato&#8220;, abgek\u00fcrzt CAP, wurde eine positive Bilanz zum Thema Integration Biologischer Vielfalt in die Lieferketten gezogen. Insbesondere wurden wirksame Kriterien f\u00fcr Standards bei den Lebensmitteln und gut in der Praxis umsetzbare Methoden in der Landwirtschaft hervorgehoben. Das Beispiel von Bananen- und Ananas-Anbau aus Costa Rica und der Dominikanischen Republik wird gerne aufgef\u00fchrt. 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