{"id":24608,"date":"2023-02-08T07:29:00","date_gmt":"2023-02-08T06:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=24608"},"modified":"2023-02-06T11:16:55","modified_gmt":"2023-02-06T10:16:55","slug":"lieber-nur-zum-wuerzen-verwenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=24608","title":{"rendered":"Lieber nur zum W\u00fcrzen verwenden!"},"content":{"rendered":"\n<p>Ob Salz, Kurkuma, Zimt oder Gr\u00fcner Tee: Gew\u00fcrze und Nahrungsmittel werden gerne als Allheilmittel in konzentrierter Form angeboten. Als Gew\u00fcrz oder im Falle vom Gr\u00fcnen Tee, als Tee verwendet, sind diese Zutaten unbedenklich, aber in zu gro\u00dfer Menge k\u00f6nnen sie auch Schaden anrichten. Daher ist Vorsicht geboten. Lesen Sie hier einige Informationen der Verbraucherzentrale NRW.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230123_Irrtuemer-Ku_-ungesund_adpic.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"671\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230123_Irrtuemer-Ku_-ungesund_adpic-1024x671.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-24609\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230123_Irrtuemer-Ku_-ungesund_adpic-1024x671.jpg 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230123_Irrtuemer-Ku_-ungesund_adpic-300x197.jpg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230123_Irrtuemer-Ku_-ungesund_adpic-768x503.jpg 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230123_Irrtuemer-Ku_-ungesund_adpic.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Verbraucherzentrale NRW\/adpic<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Irrtum 1: Kurkuma &#8211; viel hilft viel<\/strong><br>Nicht nur als eigenst\u00e4ndiges Gew\u00fcrz und Curry-Bestandteil ist Kurkuma bzw. sein gelber Farbstoff Curcumin \/ Kurkumin schon lange bekannt. Es hat positive Wirkungen auf die Verdauung, sprich leichte Beschwerden wie Bl\u00e4hungen oder V\u00f6llegef\u00fchl nach dem Essen k\u00f6nnen durch Kurkuma (als Gew\u00fcrz) abgemildert oder vermieden werden. Typische Online-Werbeaussagen oder Schlagzeilen f\u00fcr Curcumin\u00adKapseln oder -Pulver wie \u201eIndiens heilige Pflanze bei Arthrose, Krebs, Diabetes und Alzheimer\u201c oder, \u201eKurkuma: Bewegen ohne Schmerzen\u201c entbehren jedoch bei Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln jeder wissenschaftlichen Grundlage. Ausprobieren in Gew\u00fcrz(-mengen) ist meist unproblematisch. Aber es sind auch allergische Reaktionen bekannt. Je nach individueller Empfindlichkeit, Art des Extrakts und H\u00f6he der Dosierung sind bei gr\u00f6\u00dferen Mengen unerw\u00fcnschte Wirkungen m\u00f6glich. Das k\u00f6nnen Bl\u00e4hungen, Sodbrennen, Durchfall \/ erh\u00f6hte Stuhlfrequenz, \u00dcbelkeit oder Schmerzen im Verdauungstrakt sein. Langfristig sollten nicht mehr als drei Milligramm Curcumin pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht pro Tag aufgenommen werden, also insgesamt etwa 200 Milligramm bei einem 70-kg-Menschen. Schwangere und Stillende sowie Patienten mit Gallensteinen sollten auf Kurkuma-Nahrungserg\u00e4nzungsmittel verzichten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Irrtum 2: Salz aus dem Himalaya als Allheilmittel<\/strong><br>Salz ist lebenswichtig f\u00fcr uns Menschen, denn es reguliert den Wasserhaushalt des K\u00f6rpers, ist wichtig f\u00fcr die Verdauung und die Arbeit der Muskeln. Auf einen dauerhaft zu hohen Salzkonsum reagieren jedoch viele Menschen mit Bluthochdruck, wodurch das Risiko f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen, f\u00fcr Schlaganfall und Herzinfarkt steigt. Fast 70 Prozent der Frauen und 80 Prozent der M\u00e4nner hierzulande essen mehr als die von der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE) empfohlenen sechs Gramm Salz (ca. ein Teel\u00f6ffel) t\u00e4glich \u2013 n\u00e4mlich M\u00e4nner im Schnitt zehn Gramm Salz und Frauen 8,4 Gramm am Tag. Das meiste Salz unserer Ern\u00e4hrung steckt in verarbeiteten Lebensmitteln und nicht im heimischen Salzstreuer. Teures Salz kann in Haptik und Geschmack Vorteile haben, ist jedoch nicht besser oder ges\u00fcnder als g\u00fcnstiges. Entscheidender ist Jodsalz zu w\u00e4hlen, denn mit unserer Jodversorgung ist es nicht so gut bestellt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Irrtum 3: Zimt bei Diabetes<\/strong><br>Zimt gibt es in zwei Varianten: Cassia und Ceylon. Als Gew\u00fcrz und in Ma\u00dfen f\u00fcr S\u00fc\u00dfspeisen oder Geb\u00e4ck ist auch das lebersch\u00e4dliche Cumarin im Cassia-Zimt kein Problem. Anders sieht es bei Zimtkapseln aus. Einige enthalten verkapseltes Zimtpulver, andere w\u00e4ssrige Zimt-Extrakte. Standardisiert sind sie nicht und wirken nach aktueller Studienlage auch eher nicht positiv auf den Blutzuckerspiegel bei Menschen mit Diabetes. Wer sie trotzdem ausprobieren m\u00f6chte, sollte auf die verwendete Zimt-Art achten. Eine Kennzeichnung des Cumarins-Gehalts auf dem Produkt ist nicht erforderlich. Es gibt auch keine Grenzwerte f\u00fcr Cumarin in Zimt als Gew\u00fcrz oder in Kapseln. Vorsicht ist geboten, weil bei Zimtkapseln wegen der h\u00f6heren Zimtmengen als \u00fcblich Unvertr\u00e4glichkeiten (vor allem gegen Zimtaldehyd) m\u00f6glich sind. Bei Magen- und Darmgeschw\u00fcren sollten die Produkte generell nicht eingenommen werden. Und wer an Diabetes leidet, sollte besser gepr\u00fcften Medikamenten vertrauen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Irrtum 4: Roter Reis gut gegen Cholesterin<\/strong><br>Nahrungserg\u00e4nzungsmittel mit Rotem Reis versprechen oft, ganz nat\u00fcrlich den Cholesterinspiegel zu senken. Doch das kann riskant sein, denn Red Rice oder auch Rotschimmel-Reis ist ein mit einem roten Schimmelpilz fermentierter Reis. W\u00e4hrend der Fermentation entsteht Monacolin K, ein Stoff, der den Cholesterinspiegel senkt. Dieser Stoff ist identisch mit dem verschreibungspflichtigen Arzneistoff Lovastatin. Beide k\u00f6nnen erhebliche Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen und -kr\u00e4mpfe, Kopfschmerzen, \u00dcbelkeit, Durchfall, Schw\u00e4che, Hautausschl\u00e4ge sowie St\u00f6rungen der Nieren- und Leberfunktion ausl\u00f6sen. Au\u00dferdem sind Wechselwirkungen mit einer Vielzahl von Medikamenten m\u00f6glich, unter anderem mit Blutgerinnungshemmern. Auch der Blutzuckerspiegel kann erh\u00f6ht werden. Nahrungserg\u00e4nzungsmittel d\u00fcrfen nicht mehr als drei Milligramm Monacolin pro Tagesdosis enthalten. Red Rice ist nicht geeignet f\u00fcr Schwangere, Stillende, Menschen unter 18 und \u00fcber 70 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Irrtum 5: Gr\u00fcner Tee sch\u00fctzt vor Alzheimer<\/strong><br>Gr\u00fcner Tee wird in Asien seit mindestens 4.000 Jahren getrunken und ihm werden unz\u00e4hlige gesundheitsf\u00f6rdernde Wirkungen nachgesagt. So soll er vor Krebs sch\u00fctzen, Immunsystem und Ged\u00e4chtnis st\u00e4rken, Cholesterin- und Blutzuckerspiegel senken und durch Fettabbau die Gewichtsreduktion unterst\u00fctzen. Internetblogs lobpreisen dar\u00fcber hinaus die heilende Wirkung bei zahlreichen Erkrankungen bis hin zur Neubildung von Gehirnzellen. Begr\u00fcndet wird das alles mit der starken antioxidativen Wirkung der Inhaltsstoffe, vor allem der Polyphenole und des Epigallocatechingallat (EGCG). Echte Beweise fehlen. Aber auch hier gilt: Zu viel ist ein Problem. Das betrifft nicht den Gr\u00fcntee selbst \u2013 drei bis vier Tassen pro Tag sind v\u00f6llig okay. Problematisch sind vielmehr Kapseln und Pulver bzw. Extrakte. Zuviel EGCG schadet n\u00e4mlich. Bei (konzentrierten) Gr\u00fcntee-Extrakten wurden Lebersch\u00e4digungen bis hin zu Leberversagen, erh\u00f6hter Blutdruck und erh\u00f6hter Augeninnendruck gemeldet. Deswegen hat die EU zum 01.01.2023 den EGCG-Gehalt von Gr\u00fcntee-Extrakten (die nicht f\u00fcr Tee gedacht sind) auf<strong>&nbsp;<\/strong>maximal 800 mg pro Tag<strong>&nbsp;<\/strong>beschr\u00e4nkt. Was schon auf dem Markt war, darf noch bis zum 21. Juni 2023 verkauft werden. Auch hier gilt: Schwangere, Stillende und Personen unter 18 Jahren sollten diese Produkte nicht nehmen. Und alle anderen nicht auf n\u00fcchternen Magen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Infos und Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Mehr zu Kurkuma unter <a href=\"http:\/\/www.verbraucherzentrale.nrw\/node\/13696\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.verbraucherzentrale.nrw\/node\/13696<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Mehr zu Salz unter <a href=\"http:\/\/www.verbraucherzentrale.nrw\/node\/14513\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.verbraucherzentrale.nrw\/node\/14513<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Mehr zu Rotem Reis unter <a href=\"http:\/\/www.verbraucherzentrale.nrw\/node\/43467\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.verbraucherzentrale.nrw\/node\/43467<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Mehr zu Gr\u00fcntee-Extrakt: <a href=\"https:\/\/www.verbraucherzentrale.nrw\/wissen\/lebensmittel\/nahrungsergaenzungsmittel\/gar-nicht-so-harmlos-gruenteeextrakt-80386\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.verbraucherzentrale.nrw\/node\/80386<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob Salz, Kurkuma, Zimt oder Gr\u00fcner Tee: Gew\u00fcrze und Nahrungsmittel werden gerne als Allheilmittel in konzentrierter Form angeboten. 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Lesen Sie hier einige Informationen der Verbraucherzentrale NRW.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":24609,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[10165],"tags":[13245,706,3935,13246,2394],"class_list":["post-24608","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesunde-ernaehrung","tag-gruenertee","tag-himalayasalz","tag-kurkuma","tag-roterreis","tag-zimt"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230123_Irrtuemer-Ku_-ungesund_adpic.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24608"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24608\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24659,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24608\/revisions\/24659"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/24609"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}