{"id":24208,"date":"2022-12-10T07:11:00","date_gmt":"2022-12-10T06:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=24208"},"modified":"2022-12-05T11:54:28","modified_gmt":"2022-12-05T10:54:28","slug":"neues-insektenschutzprogramm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=24208","title":{"rendered":"Neues Insektenschutzprogramm"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 23. November wurde von Bioland das neue Projekt \u201eInsektenlobby\u201c gegr\u00fcndet. VerbraucherInnen als auch die politische \u00d6ffentlichkeit sollen intensiv in Bezug auf das Insektensterben informiert und aktiviert werden,  Gegenma\u00dfnahmen zu ergreifen. Wichtig sei es hier insbesondere in der Landwirtschaft auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/38F7A4DD-0AF9-44D4-B879-DDB2F77320E4.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/38F7A4DD-0AF9-44D4-B879-DDB2F77320E4-1024x682.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-24210\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/38F7A4DD-0AF9-44D4-B879-DDB2F77320E4-1024x682.jpeg 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/38F7A4DD-0AF9-44D4-B879-DDB2F77320E4-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/38F7A4DD-0AF9-44D4-B879-DDB2F77320E4-768x511.jpeg 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/38F7A4DD-0AF9-44D4-B879-DDB2F77320E4.jpeg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Pressekonferenz Insektenlobby &#8211; Foto: Biolannd<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Als Auftakt diente ein Pressetermin mit Renate K\u00fcnast, Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundesministerin f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft, Reinhard Witt Pr\u00e4sident vom Naturgarten e.V. sowie den Vertreter*innen des Bioland-Verbandes, Pr\u00e4sident Jan Plagge, Naturschutzexpertin Katharina Schertler und Gesch\u00e4ftsleiter Agrarpolitik Gerald Wehde. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Moderatorin Susan Link, bekannt aus dem Morgenmagazin.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ziel der Insektenlobby ist es laut Verband, VerbraucherInnen und politische Akteure sowie Kommunen hinsichtlich des Insektensterbens nachhaltig zu sensibilisieren und zum wirksamen Insektenschutz zu aktivieren. Mit gezielten Forderungen wollen sie zudem im Namen aller 11.200.000.000.000.000.000 Insekten des Landes Politik und Landwirtschaft zum Handeln aufrufen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir m\u00f6chten so viele Menschen wie m\u00f6glich erreichen und sie als Mitglied der Lobby gewinnen. Sie sollen zur Stimme der Insekten werden und dazu bef\u00e4higt, aktiven Insektenschutz zu leben und umzusetzen\u201d, so&nbsp;<strong>Jan Plagge<\/strong>. \u201eDazu sind in den n\u00e4chsten Jahren zahlreiche Ma\u00dfnahmen geplant. Ganz aktuell ist unsere Kampagne \u2018Hier brummt die Vielfalt\u2019, in der wir unsere Betriebe involvieren und \u00fcber Social-Media-Aktionen auf die Lage der Insekten aufmerksam machen. Unsere H\u00f6fe zeigen dabei, wie Insektenschutz in der Landwirtschaft aussehen kann und was den Unterschied macht, wenn Konsument*innen zu Bio anstatt zu konventionell erzeugten Lebensmitteln greifen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Insektenlobby z\u00e4hlt sich auch&nbsp;<strong>Renate K\u00fcnast<\/strong>, die auf dem Podium ebenfalls f\u00fcr mehr Bio warb. \u201eInsekten sch\u00fctzen, nicht Konzerne! Insekten sind systemrelevant, ohne sie geraten unsere Lebensgrundlagen ins Wanken. Die aktuell steigenden Lebensmittelpreise m\u00fcssen uns ein Warnsignal sein. Wenn wir das Artensterben und die Klimakrise nicht aufhalten k\u00f6nnen, so wird das Ern\u00e4hrungssystem mit weitaus gr\u00f6\u00dferen Herausforderungen konfrontiert sein. Zahlreiche LobbyistInnen arbeiten daran, das auf teuren Pestiziden und k\u00fcnstlichen D\u00fcngemitteln fu\u00dfende agrarindustrielle System zu besch\u00fctzen. Wir brauchen jetzt eine klare Kurskorrektur und den konsequenten Ausbau des \u00d6kolandbaus. Es wird Zeit f\u00fcr eine Insektenlobby!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist wissenschaftlich belegt, dass der Verlust an Biodiversit\u00e4t der Klimakrise in Sachen Brisanz in nichts nachsteht. \u201eInsekten sind f\u00fcr uns immens wichtig. J\u00e4hrlich sind sie weltweit an der Erzeugung von Nahrungsmitteln im Wert von mehr als 153 Milliarden Euro beteiligt und sie best\u00e4uben \u00fcber drei Viertel unserer Nutzpflanzen. Derzeit erleben wir jedoch einen fatalen R\u00fcckgang dieser Klasse. Bis zu 75 Prozent der Biomasse sind bereits in Teilen Deutschlands verschwunden\u201d, so&nbsp;<strong>Katharina Schertler<\/strong>. \u201eF\u00fcr Bioland war es daher h\u00f6chste Zeit, das Thema gr\u00f6\u00dfer aufzuh\u00e4ngen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar liege laut Schertler der gr\u00f6\u00dfte Hebel in der Landwirtschaft, da diese neben den 30 Prozent Waldfl\u00e4che rund 50 Prozent der Fl\u00e4chennutzung in Deutschland ausmache, doch die Unterst\u00fctzung der Verbraucher*innen sei dennoch sehr wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Das best\u00e4tigte auch Podiumsteilnehmer&nbsp;<strong>Reinhard Witt<\/strong>, Pr\u00e4sident vom Naturgarten e.V. Er setzt sich bereits seit Jahrzehnten f\u00fcr mehr Insektenschutz ein. Einen Schl\u00fcssel, insbesondere f\u00fcr Privatpersonen, sieht er in der Verwendung von mehr heimischen Wildpflanzenarten. \u201eWir hoffen, dass die Arbeit der Insektenlobby viele Menschen erreicht und mit Irrt\u00fcmern aufr\u00e4umt. Wir wissen: Jedes St\u00fcckchen mit echten heimischen Wildblumen \u2013 sogar mitten in der Stadt \u2013 hilft unseren Wildpflanzen und Tieren zu \u00fcberleben. Jeder Mensch, der unsere Ideen der naturnahen Gestaltung tatkr\u00e4ftig mittr\u00e4gt und vorw\u00e4rtsbringt, z\u00e4hlt. In G\u00e4rten und Gr\u00fcnanlagen m\u00fcssen wir von exotischen Pflanzen wegkommen, die nur von sehr begrenztem tier\u00f6kologischem Wert sind. Denn nur zehn Prozent der pflanzenfressenden Insekten sind unspezialisiert, also nicht auf bestimmte Pflanzen festgelegt. Die restlichen 90 Prozent der pflanzenfressenden Insekten sind spezialisiert auf bestimmte heimische Pflanzen. Sie brauchen bestimmte Bl\u00e4tter, Saft, Rinde, Bl\u00fcten, Fr\u00fcchte und Samen. Biodiversit\u00e4t im Siedlungsraum entsteht also nur \u00fcber heimische Wildpflanzen. Das ist f\u00fcr den Siedlungsraum eine der wichtigsten Ma\u00dfnahmen gegen das Insektensterben. Au\u00dferdem kommen heimische Wildpflanzen besser mit dem Klimawandel zurecht als exotische Zierpflanzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einer professionell gestalteten Insektenmaske vermittelten die VertreterInnen von Bioland bei dem Pressetermin eindr\u00fccklich, in welcher Notlage sich die Insekten heute befinden. Jan Plagge gab seine Stimme der Blaufl\u00fcgel-Prachtlibelle und beklagte sich \u00fcber fehlende Gew\u00e4sser, die nicht mit N\u00e4hrstoffen aus synthetischem Stickstoffd\u00fcnger \u00fcberlastet sind. Diese brauche das Insekt jedoch zum \u00dcberleben. Katharina Schertler sprach f\u00fcr den Kleinen Perlmuttfalter und Gerald Wehde f\u00fcr den Gold-Laufk\u00e4fer.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEine echte Lobby ist daf\u00fcr da, denen eine Stimme zu geben, die bisher keine haben. Das wollen wir gemeinsam mit so vielen Menschen wie m\u00f6glich \u00e4ndern und richten unsere Forderungen ganz klar auch an die Politik\u201d, so&nbsp;<strong>Gerald Wehde<\/strong>. \u201eUm das \u00dcberleben der Insekten in unseren heimischen \u00d6ko-Systemen zu sichern, muss der Einsatz der chemisch-synthetischen Pestizide um mindestens 50 Prozent reduziert werden, wie es auch die EU-Kommission bis 2030 festgelegt hat. Zudem brauchen Insekten gro\u00dffl\u00e4chige Gebiete ohne den Einsatz dieser Mittel. Insekten w\u00fcrden daf\u00fcr den \u00d6kolandbau w\u00e4hlen, denn er garantiert eine pestizidfreie Landwirtschaft auf rund 95 Prozent der Fl\u00e4chen. Warum sich eine Landwirtschaft auf Basis synthetischer D\u00fcnger und Pestizide mehr rechnet, als eine insekten- und menschenfreundliche Erzeugung, leuchtet unseren InsektenvertreterInnen nicht ein. Daher fordert die Insekten-Lobby auch, dass Betriebe, die sich f\u00fcr den Erhalt der Biodiversit\u00e4t und intakter \u00d6kosysteme einsetzen, entsprechend bei der Verteilung der Agrarsubventionen ber\u00fccksichtigt werden.\u201d&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir m\u00fcssen uns auch immer vor Augen f\u00fchren, dass die Umwelt und damit auch unsere Lebensgrundlagen keine juristisch fixierten Rechte haben. W\u00e4re die Natur in unserem Rechts- und Wirtschaftssystem eine eigene Person, dann w\u00fcrden wir nicht so kurzfristig auf Kosten anderer handeln \u2013 dann s\u00e4\u00dfe die Natur mit am Verhandlungstisch. Um damit zu beginnen, verschaffen wir den Insekten eine Lobby\u201d, schlie\u00dft&nbsp;<strong>Plagge<\/strong>&nbsp;ab.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Forderungen der Insektenlobby im Einzelnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Alle gesellschaftlichen Gruppen m\u00fcssen ihre Fl\u00e4chennutzung \u00e4ndern: Landwirtschaft und alle Unternehmen, B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die Verantwortung f\u00fcr die Nutzung von Fl\u00e4chen haben<\/li>\n\n\n\n<li>Die Politik muss \u00f6ffentliche Leistungen der Landwirte f\u00fcr mehr Biodiversit\u00e4t und intakte \u00d6kosysteme ausreichend honorieren<\/li>\n\n\n\n<li>Verbot von chemisch-synthetischen Pestiziden in \u00f6kologisch empfindlichen Gebieten sowie auf \u00f6ffentlichen und privaten Fl\u00e4chen<\/li>\n\n\n\n<li>Einf\u00fchrung einer Abgabe auf Pestizide<\/li>\n\n\n\n<li>Erstellung eines wirksamen politischen Gesetzesrahmens, der den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide im Pflanzenschutz als letzte Wahl vorgibt<\/li>\n\n\n\n<li>Zulassungsstopp f\u00fcr Pestizide mit breiter Wirkung in Kleingew\u00e4ssern<\/li>\n\n\n\n<li>Verbot aller Totalherbizide, wie bspw. Glyphosat<\/li>\n\n\n\n<li>Verpflichtende fl\u00e4chengebundene Tierhaltung&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Abgabe f\u00fcr synthetischen Stickstoffd\u00fcnger<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00f6rderung der Strukturvielfalt in Agrarlandschaften<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00f6rderung der Insektenvielfalt in Siedlungsr\u00e4umen<\/li>\n\n\n\n<li>Intensivierung der Forschung und des Monitorings<\/li>\n\n\n\n<li>Einf\u00fchrung eines umfassenden \u00d6kosystemschutz im Grundgesetz, als \u201cRechte der Natur\u201d<\/li>\n\n\n\n<li>Systematische Anpflanzung heimischer Wildpflanzen:\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>alle 10 m ein kleiner Wildpflanzenlebensraum bis zu 10 m\u00b2. Z.B.: Balkon, Fassadenbegr\u00fcnung, Wildblumenbeet<\/li>\n\n\n\n<li>alle 100 m ein Wildpflanzenlebensraum bis zu 100 m\u00b2. Z.B.: Naturgarten, \u00f6ffentliches Gr\u00fcn, Biodiversit\u00e4tsdach<\/li>\n\n\n\n<li>alle 500 m ein gro\u00dfer Wildpflanzenlebensraum bis zu 500 m\u00b2. Z.B.: \u00f6ffentlicher Park, gro\u00dfer Naturgarten, gro\u00dfes Biodiversit\u00e4tsdach<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n\n\n\n<li>Vernetzung und Verbindung der Wildpflanzenlebensr\u00e4ume durch naturnahe Stra\u00dfenr\u00e4nder, Bahnd\u00e4mme, Wegr\u00e4nder<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen zur Insektenlobby finden sich&nbsp;<a href=\"https:\/\/link.mediaoutreach.meltwater.com\/ls\/click?upn=1RVcfOi4IKtvOPRSKiCDwvj1NF7-2BUD0QfdH-2BxwfJQ4WkQlyDAxCu4TMRaEj9K5oIuuOX_dZ5WDwwpW23Ls40NDJ6fro1HXVqaQ-2BiQjGhgtk0k6fzm-2BuNRIeCxt7qhVW7kkSMpw-2BqSYP-2FZpcXcyDpWBGv5xOkYj49Lc1que6JO4djplTk6RqKpXigX6AO7tFoFH0Yg6ECj3z1Dqx5E9GpBHOfb1senuixNxfCSNGwHj4hP3lMc8psTUvxp53ZaH-2BNuADVfHLSARVfL8qbX6UCisFSJFdrKknlKF4qpMFmLou4aIbgZPs8VT0qNvMPym4miwE6W0vuavNl8aHbWxtAK-2B5P49i2TVUZr3kzwB2v07Yw2GkOrJmyQJW6NAbiPLV1ziAqH9QwVI91c2iPTptLN3K9fvbMUfRcvgFu-2B6Q-2F-2FEfR49SJzLyNHAUajPPyZslVUWMeACdn2MO-2FkV2fBvFaq6ObCxg-3D-3D\">hier.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e4here Informationen zum Naturgarten e.V. finden sich&nbsp;<a href=\"https:\/\/link.mediaoutreach.meltwater.com\/ls\/click?upn=1RVcfOi4IKtvOPRSKiCDwn-2FlWUckU6pAPHK0UClBzpmiNHRQpmmVKg68MMbrFu3Wch1d_dZ5WDwwpW23Ls40NDJ6fro1HXVqaQ-2BiQjGhgtk0k6fzm-2BuNRIeCxt7qhVW7kkSMpw-2BqSYP-2FZpcXcyDpWBGv5xOkYj49Lc1que6JO4djplTk6RqKpXigX6AO7tFoFH0Yg6ECj3z1Dqx5E9GpBHOfb1senuixNxfCSNGwHj4hP3lMc8psTUvxp53ZaH-2BNuADVfHLSARVfL8qbX6UCisFSJFfQPvMni3O3M0cczzBNTtTk57arnDSEPoLk1kvSd-2BpQ9d5Lo4pbJOpkrE6sj-2FwjL5Xlx-2Fbdb5-2BzXPPH6oW1h5714gZCD7n3XcgNYZNj0ScGjH6ttYa9p0wNUJSbb2cb6bK-2BANQkVk7cMTzfj5Z6VqByN9c57Kxow-2Fbw-2BWVUAyHsaogrEOxII93K9xxJBnNlQtQ-3D-3D\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 23. 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