{"id":23892,"date":"2022-10-09T07:32:00","date_gmt":"2022-10-09T05:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=23892"},"modified":"2022-10-05T15:11:03","modified_gmt":"2022-10-05T13:11:03","slug":"das-mexikanische-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=23892","title":{"rendered":"Das mexikanische Problem"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Louisa Nagel studiert an der FH M\u00fcnster Oecotrophologie und hat f\u00fcr ihre Bachelor-Arbeit den Zusammenhang mit dem Verzehr von S\u00fc\u00dfgetr\u00e4nken, Fast Food und Fertiggerichten untersucht. So bot es sich an, die in Mexiko n\u00e4her zu betrachten, denn das Land liegt in Bezug auf \u00dcbergewicht an einem der Spitzenpl\u00e4tze in Bezug auf \u00dcbergewicht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/2B4071CA-5ECF-4160-B20A-BC6FF26A7CAB.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"783\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/2B4071CA-5ECF-4160-B20A-BC6FF26A7CAB-1024x783.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-23894\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/2B4071CA-5ECF-4160-B20A-BC6FF26A7CAB-1024x783.jpeg 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/2B4071CA-5ECF-4160-B20A-BC6FF26A7CAB-300x229.jpeg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/2B4071CA-5ECF-4160-B20A-BC6FF26A7CAB-768x587.jpeg 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/2B4071CA-5ECF-4160-B20A-BC6FF26A7CAB.jpeg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>Verpackte und hochverarbeitete Lebensmittel werden in Mexiko selbst in den abgelegensten Regionen verkauft. (Foto: privat)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mexiko nimmt im internationalen Vergleich einen der Spitzenpl\u00e4tze ein, wenn es um \u00dcbergewicht geht. Drei Viertel der Bev\u00f6lkerung wiegen zu viel. Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 geh\u00f6ren zu den h\u00e4ufigsten Todesursachen. Diese Entwicklung ist vor allem auf den fundamentalen Ern\u00e4hrungswandel zur\u00fcckzuf\u00fchren, der sich in den letzten 20 Jahren in dem lateinamerikanischen Land vollzogen hat. L\u00e4ngst haben internationale und nationale Lebensmittelkonzerne den Markt erobert, traditionelle Ern\u00e4hrungsweisen weichen zunehmend in den Hintergrund. \u201eIn manchen Bezirken ist es leichter, S\u00fc\u00dfgetr\u00e4nke zu bekommen als Trinkwasser\u201c, sagt Louisa Nagel. Die Oecotrophologie-Studentin von der FH M\u00fcnster war wegen einer quantitativen Erhebung f\u00fcr ihre Bachelorarbeit in der l\u00e4ndlichen Gemeinde Cuzalapa in Mexiko. Zuvor hatte sie an der Partnerhochschule in Guadalajara ihre Praxisphase verbracht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>In der Region herrschen eigentlich gute Anbaubedingungen, viele Familien widmen sich der Landwirtschaft. Verpackte und hochverarbeitete Lebensmittel sind aber in den abgelegensten L\u00e4den leicht zu bekommen. \u201eErn\u00e4hrungsmuster, die auf einem hohen Anteil an solchen Lebensmitteln basieren, stehen in Zusammenhang mit negativen Konsequenzen f\u00fcr die Gesundheit\u201c, sagt Nagel. Mexiko ist im globalen Vergleich einer der Vorreiter beim Konsum von ges\u00fc\u00dften Getr\u00e4nken, Fast Food und Fertiggerichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem englischsprachigen Seminar \u201eFood and Nutrition Security Assessment\u201c bei Dr. Jan Makurat, der auch ihre Bachelorarbeit betreut hat, sei sie gut auf den Aufenthalt vorbereitet worden, so Nagel. Ern\u00e4hrungssicherheit betrifft dabei nicht nur die verf\u00fcgbare Menge an Lebensmitteln, sondern auch ihre Qualit\u00e4t. Nagel hat erhoben, wie gro\u00df der Einfluss von hochverarbeiteten Lebensmitteln in der Region ist und welche Folgen das f\u00fcr die Ern\u00e4hrung hat. Besondere Aufmerksamkeit schenkte die Studentin dabei der Ern\u00e4hrung von Frauen im l\u00e4ndlichen Raum. \u201eSie geh\u00f6ren zu den Gruppen, die besonders von Ern\u00e4hrungsunsicherheit betroffen sind. \u00dcberdurchschnittlich oft sind sie \u00fcbergewichtig und gleichzeitig mangelern\u00e4hrt\u201c, sagt Nagel.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber Interviews und Frageb\u00f6gen erfasste sie, wie h\u00e4ufig verschiedene Lebensmittelgruppen mit unterschiedlichen Verarbeitungsgraden konsumiert wurden. \u201eIn der Auswertung hat sich ein gemischtes Bild ergeben\u201c, erkl\u00e4rt Nagel. Die Frauen gaben an, unverarbeitete oder kaum verarbeitete Lebensmittel wie Bohnen oder H\u00fclsenfr\u00fcchte h\u00e4ufig zu essen. \u201eDamit scheinen Elemente des traditionellen Ern\u00e4hrungsmusters im l\u00e4ndlichen Raum noch Bestand zu haben, was grunds\u00e4tzlich empfohlen wird und positiv zu bewerten ist\u201c, so Nagel. Gleichzeitig berichteten die Frauen auch davon, dass Cola und Limonaden sowie industriell gefertigte Backwaren eine nennenswerte Rolle in ihrer Ern\u00e4hrung spielten. \u201eDiese Koexistenz von Lebensmitteln mit unterschiedlichen Verarbeitungsgraden deutet auf einen Wandel in den Ern\u00e4hrungsmustern hin. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Wandel noch weiter vertiefen wird\u201c, erkl\u00e4rt Nagel.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Regierung geht inzwischen mit Gesetzen, Programmen und Apellen gegen das massive Problem vor. So ist es in einzelnen Bundesstaaten verboten, kalorienreiche Snacks und Softdrinks an Kinder und Jugendliche zu verkaufen. Andere Ans\u00e4tze gehen dahin, lokale Strukturen zu st\u00e4rken und den eigenen Anbau zu f\u00f6rdern. Mit internationaler Ern\u00e4hrungssicherung und Entwicklungszusammenarbeit wird Louisa Nagel sich auch weiterhin befassen. Ab Mitte Oktober arbeitet sie am Kompetenzzentrum Humanit\u00e4re Hilfe bei Dr. Jan Makurat. Die Ergebnisse aus der Bachelorarbeit m\u00f6chte das Team in einem Fachaufsatz ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Dr. Jan Makurat<br><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.fh-muenster.de\/humanitaere-hilfe\/jan-makurat.php\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.fh-muenster.de\/humanitaere-hilfe\/jan-makurat.php<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Louisa Nagel studiert an der FH M\u00fcnster Oecotrophologie und hat f\u00fcr ihre Bachelor-Arbeit den Zusammenhang mit dem Verzehr von S\u00fc\u00dfgetr\u00e4nken, Fast Food und Fertiggerichten untersucht. 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