{"id":21247,"date":"2021-09-23T10:02:00","date_gmt":"2021-09-23T08:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=21247"},"modified":"2021-09-13T10:16:12","modified_gmt":"2021-09-13T08:16:12","slug":"neuer-slow-food-arche-passagier-blauer-silvaner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=21247","title":{"rendered":"Neuer Slow Food Arche-Passagier &#8211; Blauer Silvaner"},"content":{"rendered":"\n<p>Eigentlich geh\u00f6rt die Rebsorte zur Gruppe der typischen fr\u00e4nkischen Wei\u00dfwein-Sorten. Doch er f\u00fchrt ein Nischen-Dasein, obwohl er eigentlich robuste und vollmundige Weine hervorbringt. Au\u00dferdem ist er sehr widerstandsf\u00e4hig, was bei den sich wandelnden klimatischen Bedingungen von Vorteil ist. Fast vergessen wurde der Wein 1964 wiederentdeckt und als eigene Wei\u00dfweinsorte eingetragen. Im Gegensatz zum Gr\u00fcnen Silvaner nimmt er mit zunehmender Reife eine r\u00f6tliche-blaue Farbe an. Der daraus gewonnene Wein zeigt eine zarte Lachsfarbe.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/SlowFood_BlauerSilvaner_ArchePassagier-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"655\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/SlowFood_BlauerSilvaner_ArchePassagier-2-1024x655.jpg\" alt=\"Neuer Slow Food Archepassagier: Blauer Silvaner - Foto: Slow Food Deutschland e.V.\" class=\"wp-image-21250\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/SlowFood_BlauerSilvaner_ArchePassagier-2-1024x655.jpg 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/SlowFood_BlauerSilvaner_ArchePassagier-2-300x192.jpg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/SlowFood_BlauerSilvaner_ArchePassagier-2-768x492.jpg 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/SlowFood_BlauerSilvaner_ArchePassagier-2.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>Neuer Slow Food Archepassagier: Blauer Silvaner &#8211; Foto: Slow Food Deutschland e.V.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Bis ins 20. Jahrhundert war es auch in Franken \u00fcblich, verschiedene Rebsorten im \u201egemischten Satz\u201c anzubauen. Dazu geh\u00f6rte neben dem Gr\u00fcnen, Gelben und Roten auch der Blaue Silvaner. Wurde der Gr\u00fcne Silvaner seit Anfang des 20. Jahrhunderts sortenrein an- und ausgebaut, blieb der Blaue ein Bestandteil des gemischten fr\u00e4nkischen Satzes, der heute nahezu verschwunden ist. Unklar ist, ob der Blaue Silvaner die Ursprungsrebe des Gr\u00fcnen oder eine Mutation desselben ist.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>1964 war es der Winzer und Rebenz\u00fcchter Kaspar Steinmann aus Sommerhausen am Main, der den Blauen Silvaner wiederentdeckte und ihn z\u00fcchterisch weiterbearbeitete. 1984 wurde er als eigene Wei\u00dfweinsorte beim Bundessortenamt eingetragen. Die Rebenz\u00fcchtung Steinmann tr\u00e4gt bis heute zum Erhalt des Blauen Silvaner bei. Ein Engagement, dass er braucht, denn er hat eine vergleichsweise geringe Anbaufl\u00e4che: 2018 betrug sie 29 Hektar in ganz Deutschland (im Vergleich zu 4.744 ha f\u00fcr den Gr\u00fcnen). Angebaut und vermarktet wird der Blaue Silvaner haupts\u00e4chlich von Weing\u00fctern in Franken, aber auch in Baden, an der Nahe, in Rheinhessen, im Saale-Unstrut-Gebiet und in W\u00fcrttemberg.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Trauben des Blauen Silvaners sind mittelgro\u00df, rundlich und dicht-beerig. Bis zur Reifezeit ist der Blaue Silvaner fast nicht von seinem gr\u00fcnen Bruder zu unterscheiden, dann nimmt er aber eine dunkelrote, violette oder blaue Farbe an. Der mit diesen Trauben erzeugte Wein ist jedoch nicht rot, sondern kupfergolden, lachsrot oder zwiebelschalenfarbig. Das Aromenspiel ist \u00e4hnlich dem Gr\u00fcnen, aber zus\u00e4tzlich mit einer Mischung aus mineralischen, sehr feinen Bitterstoffen. Der Blaue Silvaner bringt robuste, kr\u00e4ftige und reife Weine hervor, die sich gut als Essensbegleitung eignen. Die Weinkenner*innen des Slow-Food-Conviviums Mainfranken &#8211; Hohenlohe beobachten ihn schon seit einigen Jahren und haben schlie\u00dflich den Antrag f\u00fcr die Aufnahme in Arche des Geschmacks gestellt. Dazu Heinrich Leutenberger von der Arche-Kommission: \u201eDer Blaue Silvaner ist f\u00fcr uns ein Beispiel, wie aus einer Mutation (wieder) ein Klon wird, der erhalten werden sollte. Weil er ein kleiner Biodiversit\u00e4ts-Baustein ist, dessen eigentlichen Wert wir noch gar nicht absch\u00e4tzen k\u00f6nnen und dessen aktuelle Anbaufl\u00e4che diesen Erhalt noch nicht sicherstellen kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/sfd-presse.news.slowfood.de\/i\/tEUd37Ke0GMyDLKWLRcrUw\" target=\"_blank\">\u00bb&nbsp;Details zum Arche-Passagier Blauer Silvaner<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/sfd-presse.news.slowfood.de\/i\/Rea-ticywPSVYjJatEAEyg\" target=\"_blank\">\u00bb Veranstaltungshinweis zur Online-Verkostung des Blauen Silvaner am 21.10.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich geh\u00f6rt die Rebsorte zur Gruppe der typischen fr\u00e4nkischen Wei\u00dfwein-Sorten. Doch er f\u00fchrt ein Nischen-Dasein, obwohl er eigentlich robuste und vollmundige Weine hervorbringt. 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