{"id":21234,"date":"2021-09-22T09:28:00","date_gmt":"2021-09-22T07:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=21234"},"modified":"2021-09-23T10:17:25","modified_gmt":"2021-09-23T08:17:25","slug":"oekoeffizient-duengen-forscher-der-technischen-universitaet-muenchen-informieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=21234","title":{"rendered":"\u00d6koeffizient D\u00fcngen &#8211; Forscher der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen informieren"},"content":{"rendered":"\n<p>Noch immer wird Harnstoff von der Landwirtschaft als effizienter Stickstoff-D\u00fcnger eingesetzt. Doch die Freisetzung des gasf\u00f6rmigen Ammoniaks schadet der Umwelt als auch dem Menschen. Nicht zu untersch\u00e4tzen ist auch die Geruchsbel\u00e4stigung. Nun hat ein Forscherteam der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen in einer Kalkulation bewiesen,  wie \u00f6koffizienter D\u00fcnger Milliarden Euro einsparen kann und die negativen Auswirkungen minimieren kann. Nun gibt es Abhilfe durch sogenannte Urease-Hemmer, die Freisetzung von Ammoniak verhindert.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/BEAECC04-04FE-4C70-929D-64B736F9D006.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"684\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/BEAECC04-04FE-4C70-929D-64B736F9D006-1024x684.jpeg\" alt=\"TUM Pressestelle - Foto: U. 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Erst nach seiner Umwandlung in Ammonium oder Nitrat steht er den Pflanzen als Stickstoff-Quelle zur Verf\u00fcgung\u201c, erkl\u00e4rt&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.professoren.tum.de\/schmidhalter-urs\" target=\"_blank\">Urs Schmidhalter, Professor am Lehrstuhl f\u00fcr Pflanzenern\u00e4hrung der TUM<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Harnstoff tritt in B\u00f6den und Gew\u00e4sser ein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei dieser Umwandlung wird Ammoniak freigesetzt, das sich in der Atmosph\u00e4re verfl\u00fcchtigt und auch in tiefere Bodenschichten und damit auch in das Grundwasser eindringt. Das bringt zweierlei Probleme mit sich: Zum einen bedeuten die Stickstoff-Verluste einen hohen finanziellen Aufwand und Ertragseinbu\u00dfen f\u00fcr die Landwirte, zum anderen sind sie verantwortlich f\u00fcr die Versauerung und N\u00e4hrstoffanreicherung in B\u00f6den und Gew\u00e4ssern.<\/p>\n\n\n\n<p>80 bis 95 Prozent der gesamten Ammoniak-Emissionen in der Europ\u00e4ischen Union waren 2018 auf diese Stickstoff-Verluste zur\u00fcckzuf\u00fchren. Synthetische und organische D\u00fcngemittel tragen zu den Verlusten wesentlich bei. Aus der Feinstaubbildung von Ammoniak k\u00f6nnen damit Gesundheitssch\u00e4den wie Atemwegserkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Austritt von Ammoniak in die Atmosph\u00e4re kann verringert werden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Doch es gibt eine L\u00f6sung: Der Zusatz von sogenannten \u201eUrease-Inhibitoren\u201c verringert die gasf\u00f6rmigen Ammoniak-Verluste. Diese Enzyme werden dem D\u00fcngemittel beigemischt und blockieren die Urease-Enzyme f\u00fcr einen gewissen Zeitraum, der f\u00fcr die Umwandlung von Harnstoff in Ammonium und Kohlendioxid n\u00f6tig ist. \u201eStudien haben gezeigt, dass solche Urease-Inhibitoren die Emissionen um 50 bis 80 Prozent reduzieren k\u00f6nnen. Statt sich in der Atmosph\u00e4re zu verfl\u00fcchtigen steht also eine deutlich gr\u00f6\u00dfere Stickstoff-Menge den Pflanzen zur Ertragsbildung zur Verf\u00fcgung\u201c, sagt Schmidhalter.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland ist das erste Land, das den Zusatz von Urease-Inhibitatoren zu granuliertem Harnstoff durch die nationale D\u00fcngemittelverordnung 2020 bereits vorschreibt. Die Europ\u00e4ische Union verlangt bis 2030 verpflichtend eine Reduktion von Ammoniak-Emissionen von allen Mitgliedsl\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00d6koeffizientes D\u00fcngen als kosteng\u00fcnstige Schutzma\u00dfnahme<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Forscherteam des Lehrstuhls f\u00fcr Pflanzenern\u00e4hrung an der TUM hat nun ein Konzept erstellt, um den gesellschaftlichen und \u00f6kologischen Nutzen des Einsatzes solcher Urease-Inhibitoren zu berechnen. Dabei errechnen sie einen Nutzen der Harnstoff-Emissionsminderung f\u00fcr die \u00d6kosysteme und die menschliche Gesundheit von durchschnittlich 17,5 Euro pro Kilogramm Harnstoff-Aussto\u00df. Die Kosten f\u00fcr den Harnstoffd\u00fcnger erh\u00f6hen sich dabei nur um rund 10 Prozent, welches Mehrkosten von weniger als 10 Cent pro Kilogramm Stickstoff entspricht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Kosten-Nutzen Absch\u00e4tzung f\u00fcr die Ma\u00dfnahmen zur Verringerung des Harnstoff-Aussto\u00dfes wird es den politischen Entscheidungstr\u00e4gern erm\u00f6glichen, die spezifischen Ma\u00dfnahmen umzusetzen\u201c, meinen Schmidhalter und sein Mitarbeiter Privatdozent Yuncai Hu. Ihre Berechnungen sind auch f\u00fcr andere Regionen weltweit hilfreich. W\u00e4hrend die Europ\u00e4ische Union 5 Prozent der weltweiten Harnstoff-Emissionen produziert, sind China f\u00fcr 30 Prozent, Indien f\u00fcr 24 Prozent und die USA f\u00fcr weitere 5,4 Prozent verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eF\u00fcr das Jahr 2018 betragen die f\u00fcr Deutschland berechneten Kosteneinsparungen bei Einsatz von Urease-Hemmstoffen 0,3 Milliarden Euro, f\u00fcr Europa 3 Milliarden, f\u00fcr China 9 Milliarden und f\u00fcr die ganze Welt 63 Milliarden Euro. Wir haben diese Zahlen erg\u00e4nzend zum Artikel berechnet und die allerneuesten Informationen mit einbezogen\u201c, sagt Prof. Schmidhalter.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einsatz von Urease-Hemmstoffen stellt laut Schmidhalter die kosteng\u00fcnstigste Ma\u00dfnahme zur Reduktion von Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft dar. \u201eWeitere Einsparungen, insbesondere aus der Tierhaltung, werden sehr viel kostenintensiver sein\u201c, begr\u00fcndet Schmidhalter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Publikation<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p>Yuncai Hu und Urs Schmidhalter (2021): Urease inhibitors: opportunities for meeting EU national obligations to reduce ammonia emission ceilings by 2030 in EU countries. Environ. Res. Lett.&nbsp;16 084047. URL:&nbsp;<a href=\"https:\/\/iopscience.iop.org\/article\/10.1088\/1748-9326\/ac16fe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/iopscience.iop.org\/article\/10.1088\/1748-9326\/ac16fe<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch immer wird Harnstoff von der Landwirtschaft als effizienter Stickstoff-D\u00fcnger eingesetzt. Doch die Freisetzung des gasf\u00f6rmigen Ammoniaks schadet der Umwelt als auch dem Menschen. Nicht zu untersch\u00e4tzen ist auch die Geruchsbel\u00e4stigung. Nun hat ein Forscherteam der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen in einer Kalkulation bewiesen,  wie \u00f6koffizienter D\u00fcnger Milliarden Euro einsparen kann und die negativen Auswirkungen minimieren kann. 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