{"id":20536,"date":"2021-06-14T06:53:00","date_gmt":"2021-06-14T04:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=20536"},"modified":"2021-05-31T11:56:08","modified_gmt":"2021-05-31T09:56:08","slug":"neuer-archepassagier-bei-slow-food-deutschland-binkelweizen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=20536","title":{"rendered":"Neuer Archepassagier bei Slow Food Deutschland &#8211; Binkelweizen"},"content":{"rendered":"\n<p>Bevor Binkelweizen durch ertragreichere Sorten abgel\u00f6st wurde, wurde diese Weizenart vornehmlich die in S\u00fcddeutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich (Tirol) und Norditalien angebaut. Und dies schon seit circa dreitausend Jahren. Echter Binkelweizen ist gen\u00fcgsam und robust. Dies k\u00f6nnte ihm heutzutage im Klimawandel vielleicht eine Renaissance bescheren. Nun wurde in der Stuttgarter Region das erste Binkelbrot seit einhundert Jahren gebacken.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/BinkelweizenFotoSlowFoodDeutschland.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"684\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/BinkelweizenFotoSlowFoodDeutschland-1024x684.jpg\" alt=\"Binkelweizen - Foto Slow Food Deutschland\" class=\"wp-image-20537\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/BinkelweizenFotoSlowFoodDeutschland-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/BinkelweizenFotoSlowFoodDeutschland-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/BinkelweizenFotoSlowFoodDeutschland-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/BinkelweizenFotoSlowFoodDeutschland.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>Binkelweizen &#8211; Foto Slow Food Deutschland<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Echter Binkelweizen ist eine sehr alte Weizenart, die fr\u00fcher in Europa vor allem zum Brotbacken genutzt wurde; ihr Stroh f\u00fcr Flechtwaren. Der Zusatz \u201eEcht\u201c verweist darauf, dass er weder mit anderen Getreidearten vermischt noch eingekreuzt wurde. Die verschiedenen Variet\u00e4ten des Binkelweizen sind mittellang und winterfest. Die \u00c4hre, ob begrannt oder unbegrannt, hat kleine K\u00f6rner und ist kurz und kompakt. Anfang des 20. Jahrhunderts verdr\u00e4ngten Hochzuchtsorten mit teils dreifachem Ertrag alte Landsorten wie den Binkelweizen. Heimische Erzeuger*innen blieben dadurch mit Importware aus dem weltweiten Getreidehandel wettbewerbsf\u00e4hig. Auch der Binkelweizen wurde so in kurzer Zeit bedeutungslos. Heute wird er kaum noch angebaut, einige seiner Variet\u00e4ten stehen auf der \u201eRoten Liste der gef\u00e4hrdeten einheimischen Nutzpflanzen\u201c. Es gibt sie nur noch in Genbanken, Museumsg\u00e4rten und staatlichen Erhaltungsprojekten. Die verf\u00fcgbare Menge an Saatgut ist klein, Wiederanbauversuche langwierig. Das Wissen um den Anbau fehlt gr\u00f6\u00dftenteils.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ausl\u00f6ser f\u00fcr ein erstarkendes Interesse an den Eigenschaften alter Sorten wie dem Binkelweizen sind u. a. die Folgen des Klimawandels. Die l\u00e4ngeren Halme des Binkelweizen etwa speichern im Vergleich zu Hochleistungssorten mehr Wasser. Das ist f\u00fcr eventuelle D\u00fcrreperioden von Bedeutung. Auch seine Anspr\u00fcche an Klima und Anbau sind insgesamt niedriger. Er ist damit attraktiv f\u00fcr wenig ertragreiche B\u00f6den und Schutzgebiete. Er ben\u00f6tigt zudem nur m\u00e4\u00dfige D\u00fcngergaben, um optimale Proteingehalte f\u00fcr die Brotherstellung zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Slow Food Deutschland (SFD) z\u00e4hlt zu den \u201eSchatzbewahrern\u201c, die Menschen entlang der Wertsch\u00f6pfung miteinander vernetzen, um die Nachfrage nach dem Binkelweizen zu steigern. Mit Erfolg: Das B\u00e4ckerhauses Veit bietet im Raum Stuttgart, erstmals seit 100 Jahren, ein Binkelbrot an. Es ist nussig-kr\u00e4ftig im Geschmack. Sobald gr\u00f6\u00dfere Erntemengen verf\u00fcgbar sind, soll das Angebot ausgedehnt werden. Weitere Erzeuger*innen planen den Anbau von Binkelsorten als Getreide f\u00fcr M\u00fcsli sowie als Mehl f\u00fcr Hobbyb\u00e4cker*innen. Das Engagement und die Ausdauer derer, die zum \u00dcberleben alter Sorten beitragen, beeindruckt und motiviert auch Herbert Steiner in seiner Arbeit. Er ist Mitglied in der Arche-Kommission von SFD: \u201eEs dauert teils Jahre, bis Landwirt*innen \u00fcberhaupt vermarktungsf\u00e4hige Erntemengen erreichen. Ich bin sicher, dass sie die n\u00f6tige Geduld aufbringen, weil sie verstanden haben, dass wir die Vielfalt in der Natur brauchen und, weil sie wissen, dass sie schmeckt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.slowfood.de\/was-wir-tun\/arche_des_geschmacks\/die_arche_passagiere\/echter_binkelweizen\">Echter Binkelweizen \u2014 Slow Food Deutschland<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Arche des Geschmacks rettet Slow Food alte Nutztierrassen, Kulturpflanzen und Lebensmittel vor dem Vergessen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bevor Binkelweizen durch ertragreichere Sorten abgel\u00f6st wurde, wurde diese Weizenart vornehmlich die in S\u00fcddeutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich (Tirol) und Norditalien angebaut. Und dies schon seit circa dreitausend Jahren. Echter Binkelweizen ist gen\u00fcgsam und robust. Dies k\u00f6nnte ihm heutzutage im Klimawandel vielleicht eine Renaissance bescheren. 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