{"id":18785,"date":"2020-08-16T10:10:00","date_gmt":"2020-08-16T08:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=18785"},"modified":"2020-08-14T10:10:52","modified_gmt":"2020-08-14T08:10:52","slug":"zuwachs-auf-der-slow-food-arche-bautzener-kastengurke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=18785","title":{"rendered":"Zuwachs auf der Slow Food Arche \u2013 Bautzener Kastengurke"},"content":{"rendered":"\n<p>Auch bei den Gurken ist die ehemalige Sortenvielfalt geschrumpft. Die Initiative Arche des Geschmacks von Slow Food Deutschland  k\u00fcmmert sich um vergessene oder fast verlorene Nutztierarten und Kulturpflanzen. Fr\u00fcher war die Bautzener Kastengurke die meist verbreitete Gurke f\u00fcr den Freilandanbau in der Region Bautzen. Nun konnte der Verein zwei Samenz\u00fcchter sowie einen Gem\u00fcsehof f\u00fcr die Vermarktung begeistern. In Biom\u00e4rkten der Region sowie beim Lausitzer H\u00f6feladen in Nebelsch\u00fctz ist die Gurke jetzt im Angebot.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"783\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/SlowFood_BautzenerKastengurke-1024x783.jpg\" alt=\"Bautzener Kastengurke - Bild: Dr. Matthias Berger\" class=\"wp-image-18786\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/SlowFood_BautzenerKastengurke-1024x783.jpg 1024w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/SlowFood_BautzenerKastengurke-300x230.jpg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/SlowFood_BautzenerKastengurke-768x588.jpg 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/SlowFood_BautzenerKastengurke.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Bautzener Kastengurke &#8211; Bild: Dr. Matthias Berger<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Bis in die 1940er Jahre war die Bautzener Kastengurke in der Region Bautzen vermutlich noch weit verbreitet. Mit dem Vormarsch der Schlangengurke geriet sie sukzessive in Vergessenheit. Diese setzte den Standard f\u00fcr das moderne \u201aGurkenideal\u2018: bitterfrei, lang und schmal sollte sie sein. Mit ihrem individuellen Aussehen eckte die Bautzener Kastengurke an. Sie ist unregelm\u00e4\u00dfig in Gr\u00f6\u00dfe und Form, entwickelt sich von knubbelig zu bauchig und wurde f\u00fcr den Handel, der sich zunehmend auf optisch einheitliches Gem\u00fcse ausrichtete, uninteressant. Inzwischen steht die Bautzener Kastengurke auf der Roten Liste der gef\u00e4hrdeten einheimischen Nutzpflanzen in Deutschland. Mit der Aufnahme in die Arche des Geschmacks m\u00f6chte Slow Food diesen \u201aAbw\u00e4rtstrend\u2018 umkehren und an ihrem Beispiel Menschen bundesweit auf den Geschmack regionaler Gurkensorten bringen<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Bautzener Kastengurke wurde fr\u00fcher im sogenannten \u201akalten Kasten\u2018 gezogen und verdankt dieser Aufzucht ihren Namen. Im Freiland bringt sie eine reichhaltige Ernte, je nach Wetterlage von Juni bis September. Moderne Gurkensorten hingegen werden ganzj\u00e4hrig im beheizten Gew\u00e4chshaus angebaut, was sehr viele Ressourcen bindet. Die Kastengurke ist vielseitig verwertbar, frisch und auch f\u00fcr den Vorrat. Im jungen Stadium kann sie als Salat- und Vespergurke verzehrt oder sauer eingelegt werden. Als ausgereifte Gurke muss sie vor der Verarbeitung als Senf- und Schmorgurke zun\u00e4chst entkernt werden. Charakteristisch ist ihre Bitternote, die bei ung\u00fcnstiger Witterung mehr oder weniger stark auftritt &#8211; wie auch bei anderen alten Gurkensorten oder Blattgem\u00fcsen und \u2013salaten wie etwa Chicoree oder Radicchio. Ihr werden entz\u00fcndungshemmende und blutreinigende Wirkungen zugesprochen. Obgleich die Geschmacksrichtung \u201abitter\u2018 neben s\u00fc\u00df, sauer, salzig und umami zu unseren f\u00fcnf Grundgeschmacksarten geh\u00f6rt, wissen wir zu wenig mit ihr umzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu Gerhard Schneider-Rose, Leiter der Arche-Kommission bei Slow Food Deutschland: \u201eDer Bitternote haftet heute oft ein negatives Image an. Die moderne Lebensmittelwelt hat uns entw\u00f6hnt, indem sie sie bei den marktg\u00e4ngigen Sorten vieler Gem\u00fcsearten wie Auberginen und Gurken weggez\u00fcchtet hat. Damit berauben wir uns nicht nur der genetischen und kulturellen Vielfalt unserer Nutzpflanzen, sondern auch der Geschmacksnuance \u201abitter\u2018. Slow Food m\u00f6chte Verbraucher*innen daf\u00fcr begeistern, die Augen f\u00fcr Erzeugnisse fernab des Supermarktstandards wieder zu \u00f6ffnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><br><a href=\"https:\/\/sfd-presse.news.slowfood.de\/i\/NSEA2l67P58H2kncTguKdg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&gt;&gt; zur Bautzener Kastengurke<\/a><br><a href=\"https:\/\/sfd-presse.news.slowfood.de\/i\/mREQb_9JR1IdkOIB0WVU0w\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&gt;&gt; zum Rezept<\/a><br><a href=\"https:\/\/sfd-presse.news.slowfood.de\/i\/_INdYkKZd_F9YAXS-xXu_g\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&gt;&gt; zur Arche des Geschmacks<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch bei den Gurken ist die ehemalige Sortenvielfalt geschrumpft. Die Initiative Arche des Geschmacks von Slow Food Deutschland k\u00fcmmert sich um vergessene oder fast verlorene Nutztierarten und Kulturpflanzen. 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