{"id":18005,"date":"2020-04-01T10:10:00","date_gmt":"2020-04-01T08:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=18005"},"modified":"2022-02-24T11:10:44","modified_gmt":"2022-02-24T10:10:44","slug":"foodwatch-warnt-vor-mangelernaehrung-bei-einkommensschwachen-familien-und-rentner-waehrend-der-corona-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=18005","title":{"rendered":"Foodwatch warnt vor Mangelern\u00e4hrung bei einkommensschwachen Familien und Rentnern w\u00e4hrend der Corona-Krise"},"content":{"rendered":"\n<p>F\u00fcr viele Menschen bedeutet die Corona-Krise auch eine deutliche Bedrohung f\u00fcr bed\u00fcrftige Familien, Rentner und Kinder, da sie keine ausgewogene Ern\u00e4hrung mehr bekommen. Ein Sofortprogramm gegen Ern\u00e4hrungsarmut wird von der Verbraucherorganisation <a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/startseite\/\">foodwatch <\/a>gefordert. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Ern\u00e4hrungswissenschaftler Ulrike Arens-Azev\u00eado und\nHans-Konrad Biesalski \u2013 beide sind Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat f\u00fcr\nAgrarpolitik, Ern\u00e4hrung und gesundheitlichen Verbraucherschutz von\nBundesern\u00e4hrungsministerin Julia Kl\u00f6ckner \u2013 warnen vor gesundheitlichen Folgen\ninsbesondere f\u00fcr Kinder. So fordert foodwatch Bundesfamilienministerin\nFranziska Giffey und Bundessozialminister Hubertus Heil auf, Einkommensschwache\nfinanziell zu unterst\u00fctzen und bundesweite Hilfsangebote zu koordinieren, um\nHunger und Mangelern\u00e4hrung vorzubeugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Foodwatch sieht durch die Corona-Krise hat schwerwiegende\nFolgen f\u00fcr die Ern\u00e4hrungssituation einkommensschwacher Bev\u00f6lkerungsgruppen:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mehr als sechs Millionen Menschen \u2013 Empf\u00e4nger von Arbeitslosen- oder Sozialhilfe, Asylbewerber sowie Rentner in Grundsicherung \u2013 erhalten \u00fcber die Regels\u00e4tze h\u00f6chstens rund 150 Euro f\u00fcr Lebensmittel pro Monat. Weil viele damit nicht auskommen oder mit dem eigentlich f\u00fcr Nahrung vorgesehenen Anteil andere Bedarfe (Bildung, Energie, Verkehr) finanzieren, greifen viele auf kostenlose Essensangebote wie Tafeln oder Mittagstische f\u00fcr Rentner zur\u00fcck. Eine Vielzahl dieser Angebote \u2013 bundesweit allein etwa die H\u00e4lfte der 950 Tafeln \u2013 ist aufgrund der Coronavirus-Pandemie jedoch geschlossen. Gleiches gilt f\u00fcr Einrichtungen f\u00fcr Wohnungslose.<\/p>\n\n\n\n<p>Kinder aus Familien mit geringem Einkommen haben Anspruch auf ein kostenloses Mittagessen in Schule oder Kindergarten \u2013 der entf\u00e4llt, seitdem diese Einrichtungen geschlossen sind. Das f\u00fchrt zu erheblichen Mehrkosten f\u00fcr die Familien. Zudem mussten auch Einrichtungen wie die Arche schlie\u00dfen, die armutsgef\u00e4hrdete Kinder mit Essen versorgten. Gerade bei Einkommensschwachen verringert die Corona-Krise durch Jobverluste und Kurzarbeit das verf\u00fcgbare Einkommen zus\u00e4tzlich. <\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig steigen die Preise f\u00fcr Lebensmittel. Laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) trifft dies besonders Nahrungsmittel, die relevant f\u00fcr eine ausgewogene Ern\u00e4hrung sind. So kostete Frischobst im M\u00e4rz rund 13 Prozent mehr als vor einem Jahr, Gem\u00fcse rund 6 Prozent. W\u00e4hrend die AMI Kostensteigerungen bei Obst vor allem auf geringere Ernten zur\u00fcckf\u00fchrt, sahen die Experten die Teuerungen bei Gem\u00fcse im direkten Zusammenhang mit der gestiegenen Nachfrage durch die Corona-Krise. Offenbar f\u00fchrt die derzeit hohe Nachfrage zudem dazu, dass besonders g\u00fcnstige Produkte in einer Kategorie schneller ausverkauft sind und Menschen beim Einkauf auf teurere Alternativen zur\u00fcckgreifen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen, die darauf angewiesen waren, auf der Stra\u00dfe Eink\u00fcnfte zu erzielen \u2013 ob durch den Verkauf von Stra\u00dfenzeitungen, Stra\u00dfenmusik oder auch durch Bettelei \u2013 sind ihre Einnahmem\u00f6glichkeiten weitgehend weggebrochen. Das trifft auch Menschen aus einigen osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern, die keinerlei Anspruch auf staatliche Unterst\u00fctzung haben und die zum Teil kein verf\u00fcgbares Einkommen f\u00fcr die eigene Ern\u00e4hrung mehr haben.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTrotz eines milliardenschweren Corona-Schutzschirms l\u00e4sst\ndie Bundesregierung gerade die Schw\u00e4chsten der Gesellschaft im Regen stehen.\nWenn der Staat nicht unverz\u00fcglich hilft, wird die Corona-Krise auch noch zu einem\nProgramm f\u00fcr Hunger und Mangelern\u00e4hrung\u201c, erkl\u00e4rte foodwatch-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer\nMartin R\u00fccker. \u201eEs ist ein schwerwiegendes Staatsversagen, dass in einem\nreichen Land eine ausreichende Ern\u00e4hrung vieler Menschen ohne kostenlose\nMittagessen in Tafeln und anderen philantropischen Einrichtungen nicht\nsichergestellt ist. Wenn solche Angebote jetzt auch noch wegfallen, m\u00fcssen Frau\nGiffey und Herr Heil einspringen. Wir brauchen dringend ein\nCorona-Teilhabepaket f\u00fcr die Schw\u00e4chsten.\u201c Der Parit\u00e4tische Gesamtverband und\ndas Deutsche Kinderhilfswerk verlangen bereits einen vor\u00fcbergehenden Aufschlag\nauf den Regelsatz um 100 Euro pro Monat. foodwatch unterst\u00fctzt die Forderung\nnach einer Aufstockung der Regels\u00e4tze und fordert die Bundesregierung auf,\neinen bundesweiten Koordinator f\u00fcr Ern\u00e4hrungssicherheit einzusetzen. Dieser\nm\u00fcsse mit einem angemessenen Etat ausgestattet sein und daf\u00fcr Sorge tragen,\ndass keine Menschen in Deutschland durch die Corona-Krise von Hunger oder\nFehlern\u00e4hrung bedroht sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Ern\u00e4hrungsarmut sei \u201eein \u00fcbersehenes Problem mit sichtbaren\nFolgen\u201c insbesondere f\u00fcr Kinder, sagte der Ern\u00e4hrungsmediziner Hans-Konrad\nBiesalski, emeritierter Professor an der Universit\u00e4t Hohenheim: \u201eKann eine f\u00fcr\nein Kind ausgewogene Ern\u00e4hrung nicht finanziert werden, so bedeutet dies\nErn\u00e4hrungsarmut. Sind vor allem Vitamine und Mineralien nicht\naltersentsprechend ausreichend, so drohen k\u00f6rperliche und kognitive\nEntwicklungsst\u00f6rungen. Dies gilt vor allem f\u00fcr Kinder in den wichtigen\nEntwicklungsphasen bis zum f\u00fcnften Lebensjahr. Sie bleiben im Wachstum zur\u00fcck\nund haben h\u00e4ufiger Probleme in der Schule.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00d6kotrophologin Ulrike Arens-Azev\u00eado, ehemals Professorin an der Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften Hamburg und von 2016 bis 2019 Pr\u00e4sidentin der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE), verweist darauf, dass in Deutschland rund 1,9 Millionen Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren) als armutsgef\u00e4hrdet eingestuft werden: \u201eF\u00fcr diese Kinder ist die derzeitige Situation besonders gravierend. Nach dem Bildungs- und Teilhabepaket h\u00e4tten sie Anrecht auf eine kostenfreie Mittagsverpflegung in Kita und Schule. Da Kindertagesst\u00e4tten und Schulen derzeit geschlossen sind, f\u00e4llt diese warme Mahlzeit weg. Versch\u00e4rft wird die Situation dadurch, dass auch die meisten Ausgabestellen der Tafeln nicht mehr bedient werden k\u00f6nnen. Eine gesundheitsf\u00f6rdernde Ern\u00e4hrung, die besonders wichtig w\u00e4re, um das Immunsystem und die Abwehrkr\u00e4fte zu st\u00e4rken, ist unter diesen Bedingungen in den armutsgef\u00e4hrdeten Haushalten nicht mehr m\u00f6glich.\u201c<br><br><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/startseite\/\">Direkter Link zu foodwatch.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr viele Menschen bedeutet die Corona-Krise auch eine deutliche Bedrohung f\u00fcr bed\u00fcrftige Familien, Rentner und Kinder, da sie keine ausgewogene Ern\u00e4hrung mehr bekommen. 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So fordert foodwatch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Bundessozialminister Hubertus Heil auf, Einkommensschwache finanziell zu unterst\u00fctzen und bundesweite Hilfsangebote zu koordinieren, um Hunger und Mangelern\u00e4hrung vorzubeugen.<br \/>\nFoodwatch sieht durch die Corona-Krise hat schwerwiegende Folgen f\u00fcr die Ern\u00e4hrungssituation einkommensschwacher Bev\u00f6lkerungsgruppen:<br \/>\nKlicken Sie auf den Titel, um zum vollst\u00e4ndigen Artikel zu kommen.<\/p>\n","protected":false},"author":2077,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[8586,1268],"class_list":["post-18005","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news","tag-corona","tag-foodwatch"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18005","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2077"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18005"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18005\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22433,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18005\/revisions\/22433"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18005"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18005"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18005"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}