{"id":17580,"date":"2019-12-03T09:46:00","date_gmt":"2019-12-03T08:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=17580"},"modified":"2019-12-02T09:52:21","modified_gmt":"2019-12-02T08:52:21","slug":"aktuelle-saatgutauswertung-vier-partien-mit-gentechnik-verunreinigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=17580","title":{"rendered":"Aktuelle Saatgutauswertung &#8211; Vier Partien mit Gentechnik verunreinigt"},"content":{"rendered":"\n<p>In den diesj\u00e4hrigen Kontrollen von Saatgut auf gentechnische ver\u00e4nderte Organismen (GVO) haben die zust\u00e4ndigen Bundesl\u00e4nderbeh\u00f6rden in vier von insgesamt 785 beprobten Saatgutpartien Verunreinigungen nachgewiesen. Darunter waren drei verunreinigte Maissaatgutpartien sowie eine verunreinigte Winterrapssaatgutpartie. Die Verunreinigung des Winterrapses war im vergangenen Winter entdeckt worden, als bereits auf insgesamt ca. 2.150 Hektar Fl\u00e4che Samen der kontaminierten Partie ausges\u00e4t worden waren. Anl\u00e4sslich der morgen beginnenden Sitzung der Bund\/L\u00e4nder-Arbeitsgemeinschaft Gentechnik (LAG) fordern Greenpeace, Bioland und die IG Saatgut die Bundesl\u00e4nder auf, die Saatgutkontrollen zu verst\u00e4rken und die Nulltoleranz auch f\u00fcr neue gentechnische Verfahren umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"420\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/BiolandScreenshot.jpg\" alt=\"Bioland Webseite - Screenshot: Tutti i Sensi\" class=\"wp-image-17581\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/BiolandScreenshot.jpg 750w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/BiolandScreenshot-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption>Bioland Webseite &#8211; Screenshot: Tutti i Sensi<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eEine konsequente Umsetzung der Nulltoleranz f\u00fcr Gentechnik im Saatgut ist f\u00fcr die Sicherung einer gentechnikfreien Landwirtschaft existentiell\u201c, sagt Jan Plagge, Pr\u00e4sident Bioland e.V. \u201eWir begr\u00fc\u00dfen daher, dass die Bundesl\u00e4nder Kontrollen durchf\u00fchren und nachweislich verunreinigte Partien aus dem Verkehr ziehen. Die zahlreichen Verunreinigungsf\u00e4lle, die ans Tageslicht kommen, zeigen jedoch: Bei Kulturarten, die wie Raps oder Mais einem hohen Verunreinigungsrisiko ausgesetzt sind, gen\u00fcgt die derzeitige stichprobenartige Untersuchung eines Teils der Partien nicht. Um unsere Nahrung gentechnikfrei zu halten, ist es bei diesen Risikokulturen leider notwendig geworden, alle Saatgutpartien zu \u00fcberpr\u00fcfen. Hier sollten die Bundesl\u00e4nder ihr Monitoring verst\u00e4rken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eIm europaweiten Vergleich nehmen die Bundesl\u00e4nder bei der\nUmsetzung der Nulltoleranz eine Vorreiterrolle ein\u201c, so Stefanie Hundsdorfer\nvon der Interessengemeinschaft f\u00fcr gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut)\nim Hinblick auf eine aktuelle Arbeitsgruppe der EU-Mitgliedstaaten unter\nVorsitz der EU-Kommission, die eine Harmonisierung der Kontrollverfahren beim\nGVO-Saatgutmonitoring diskutiert. \u201eDie Bundesl\u00e4nder sind gefordert, sich auch\nauf europ\u00e4ischer Ebene f\u00fcr ein starkes Saatgutmonitoring einzusetzen. Sie\nm\u00fcssen verhindern, dass die europarechtlich verankerte Nulltoleranz durch die\nEinf\u00fchrung von Verschmutzungsgrenzwerten, wie sie die Saatgutindustrie fordert,\naufgeweicht wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EuGH-Urteil umsetzen: Nulltoleranz auch f\u00fcr neue\nGentechniken <\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem Grundsatzurteil hat der Europ\u00e4ische Gerichtshof\n(EuGH) am 25. Juli 2018 entschieden, dass neue gentechnische Verfahren wie\nCRISPR-Cas unter dem europ\u00e4ischen Gentechnikrecht zu regulieren sind.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer EuGH hat klargestellt, dass auch Organismen, die mit\nneuen gentechnischen Verfahren hergestellt wurden, ein Zulassungsverfahren mit\nRisikobewertung durchlaufen m\u00fcssen\u201c, so Dirk Zimmermann von Greenpeace. \u201eDamit\ngilt auch bei der neuen Gentechnik die Nulltoleranz f\u00fcr nicht zugelassene\nOrganismen im Saatgut. Die Bundesl\u00e4nder m\u00fcssen das Urteil nun endlich umsetzen.\nSie m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, dass Nachweisverfahren f\u00fcr neue Gentechnikanwendungen\nentwickelt werden, und die Einfuhr von neuen gentechnisch ver\u00e4nderten\nOrganismen im Rahmen von Kontrollen unterbinden. Nur so wird die Freiheit\naufrechterhalten, gentechnikfrei zu produzieren und gentechnikfreie Lebensmittel\nw\u00e4hlen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.bioland.de\/fileadmin\/dateien\/HP_Dokumente\/Pressemitteilungen\/Saatgutmonitoring_2019.pdf\">Die Ergebnisse des Saatgutmonitorings der Bundesl\u00e4nder finden sich hier.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den diesj\u00e4hrigen Kontrollen von Saatgut auf gentechnische ver\u00e4nderte Organismen (GVO) haben die zust\u00e4ndigen Bundesl\u00e4nderbeh\u00f6rden in vier von insgesamt 785 beprobten Saatgutpartien Verunreinigungen nachgewiesen. Darunter waren drei verunreinigte Maissaatgutpartien sowie eine verunreinigte Winterrapssaatgutpartie. Die Verunreinigung des Winterrapses war im vergangenen Winter entdeckt worden, als bereits auf insgesamt ca. 2.150 Hektar Fl\u00e4che Samen der kontaminierten Partie ausges\u00e4t worden waren. Anl\u00e4sslich der morgen beginnenden Sitzung der Bund\/L\u00e4nder-Arbeitsgemeinschaft Gentechnik (LAG) fordern Greenpeace, Bioland und die IG Saatgut die Bundesl\u00e4nder auf, die Saatgutkontrollen zu verst\u00e4rken und die Nulltoleranz auch f\u00fcr neue gentechnische Verfahren umzusetzen.<br \/>\n\u201eEine konsequente Umsetzung der Nulltoleranz f\u00fcr Gentechnik im Saatgut ist f\u00fcr die Sicherung einer gentechnikfreien Landwirtschaft existentiell\u201c, sagt Jan Plagge, Pr\u00e4sident Bioland e.V. \u201eWir begr\u00fc\u00dfen daher, dass die Bundesl\u00e4nder Kontrollen durchf\u00fchren und nachweislich verunreinigte Partien aus dem Verkehr ziehen. Die zahlreichen Verunreinigungsf\u00e4lle, die ans Tageslicht kommen, zeigen jedoch: Bei Kulturarten, die wie Raps oder Mais einem hohen Verunreinigungsrisiko ausgesetzt sind, gen\u00fcgt die derzeitige stichprobenartige Untersuchung eines Teils der Partien nicht. Um unsere Nahrung gentechnikfrei zu halten, ist es bei diesen Risikokulturen leider notwendig geworden, alle Saatgutpartien zu \u00fcberpr\u00fcfen. 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