{"id":17047,"date":"2019-07-18T10:10:26","date_gmt":"2019-07-18T08:10:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=17047"},"modified":"2019-07-17T14:57:20","modified_gmt":"2019-07-17T12:57:20","slug":"nabu-kloeckners-eigene-berater-empfehlen-radikalen-umbau-der-eu-agrarpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=17047","title":{"rendered":"NABU &#8211; Kl\u00f6ckners eigene Berater empfehlen radikalen Umbau der EU-Agrarpolitik"},"content":{"rendered":"\n<p>Zum wiederholten Mal muss sich Bundesagrarministerin Julia Kl\u00f6ckner deutliche Kritik von ihren eigenen wissenschaftlichen Beratern gefallen lassen. Die Experten, die der Ministerin Empfehlungen zur Agrar- und Ern\u00e4hrungspolitik geben, fordern in einem neuen Gutachten einen radikalen Umbau der EU-Agrarpolitik. Diese m\u00fcsse k\u00fcnftig Gemeinwohlzielen dienen, vor allem im Klima-, Umwelt- und Artenschutz sowie beim Tierwohl, und endlich von den ineffizienten Direktzahlungen wegkommen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"420\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Getreideschlag-Ingo-Ludwichowski-8_Nabu.jpg\" alt=\"Monotoner Getreideschlag - Foto: Nabu, Ingo Ludwichowski\" class=\"wp-image-17048\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Getreideschlag-Ingo-Ludwichowski-8_Nabu.jpg 750w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Getreideschlag-Ingo-Ludwichowski-8_Nabu-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption>Monotoner Getreideschlag &#8211; Foto: Nabu, Ingo Ludwichowski<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Trotz des Gutachtens hat Kl\u00f6ckner bereits angek\u00fcndigt,\nlangfristig an eben dieser Pauschalf\u00f6rderung festhalten zu wollen. \u201eEs grenzt\nschon an Satire, dass Frau Kl\u00f6ckner immer noch an den Direktzahlungen festh\u00e4lt,\nobwohl die Wissenschaftler dem Landwirtschaftministerium seit Jahren\nvorrechnen, wie hochgradig ineffizient diese sind. Dies ist Klientelpolitik f\u00fcr\nden Bauernverband, der am liebsten nichts \u00e4ndern m\u00f6chte an der derzeitigen\nSubventionsverteilung\u201c, so NABU-Pr\u00e4sident Olaf Tschimpke. Auch der Europ\u00e4ische\nRechnungshof hatte die Zahlungen in der Vergangenheit kritisiert. Laut der\nKontrollbeh\u00f6rde fehlt bis heute jede Datengrundlage, die sie als\nEinkommensunterst\u00fctzung f\u00fcr Landwirte rechtfertigt. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Kl\u00f6ckners Berater kritisieren zudem, dass die jetzige\nAgrarpolitik nicht in der Lage ist, Umweltbelastungen durch die Landwirtschaft\nzu reduzieren. Dazu geh\u00f6ren etwa Treibhausgas- und Ammoniakemissionen,\nGew\u00e4sserbelastungen durch Nitrat und das dramatische Artensterben in der\nAgrarlandschaft. Zwingend notwendig sei eine Zweckbindung der Mittel f\u00fcr den\nNaturschutz sowie der Abbau der Direktzahlungen. Nur so sei die\ngesellschaftliche Akzeptanz f\u00fcr die milliardenschwere EU-Agrarpolitik aufrecht\nzu erhalten. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der NABU sieht sich durch das Gutachten in seiner Forderung\nnach einem schnellen naturvertr\u00e4glichen Umbau der Agrarpolitik best\u00e4tigt. \u201eFrau\nKl\u00f6ckners Berater kritisieren zu Recht den Kurs der Ministerin. Wir erleben\nderzeit ein Massenartensterben, dessen Hauptverursacher die intensive\nLandwirtschaft ist, die wiederum mit Steuergeldern in Milliardenh\u00f6he\nsubventioniert wird. Ein \u201aWeiter so\u2018 ist daher keine Option\u201c, so NABU-Pr\u00e4sident\nTschimpke.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Eine bessere\nAgrarumwelt- und Klimaschutzpolitik d\u00fcrfe nicht mit dem fadenscheinigen\nB\u00fcrokratisierungs-Argument abgeschmettert werden, mahnen die Gutachter.\nStattdessen empfehlen sie, die Mittel aus den Direktzahlungen innerhalb der\nn\u00e4chsten zehn Jahre schrittweise f\u00fcr Umwelt-, Klima- und Tierwohlleistungen zur\nVerf\u00fcgung zu stellen. Zudem sollten feste Anteile f\u00fcr den Erhalt der Artenvielfalt\nund den Moorschutz bereitstehen. Der NABU fordert seit Langem EU-weit\nmindestens 15 Milliarden Euro pro Jahr f\u00fcr die Honorierung von\nNaturschutzleistungen der Landwirte bereitzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eWir bef\u00fcrchten, dass\nFrau Kl\u00f6ckner dieses Gutachten wieder einmal ganz unten in ihrer Schublade\nverschwinden l\u00e4sst. Seit ihrem Amtsantritt spielt sie in Br\u00fcssel auf Zeit und\nvermeidet jede konkrete Aussage, wie sie die Agrarpolitik nachhaltiger machen\nm\u00f6chte. Mit ihrer Tatenlosigkeit setzt sie die Akzeptanz f\u00fcr die gesamte\nLandwirtschaft aufs Spiel\u201c, so Tschimpke. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Das Gutachten ist\nnach Ansicht des NABU auch ein klarer Auftrag an die neue\nEU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen. Sie m\u00fcsse den Kurswechsel in\nder Agrarpolitik dringend einl\u00e4uten \u2013 und zwar mit einem vollkommen neuen\nVorschlag f\u00fcr die Agrarpolitik ab 2020. Dies hatten gestern unter anderem die\nGr\u00fcnen von ihr gefordert. Bislang fehlt dieser Punkt auf von der Leyens Agenda.\n<\/p>\n\n\n\n<p>Laut einer repr\u00e4sentativen Umfrage des\nMeinungsforschungsinstituts forsa sind 68 Prozent der deutschen Landwirte mit\nder aktuellen EU-Agrarpolitik unzufrieden. 83 Prozent w\u00fcnschen sich eine\nProduktion mit hohen Umweltstandards. Ergebnisse der Umfrage: <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.NABU.de\/natur-und-landschaft\/landnutzung\/landwirtschaft\/agrarpolitik\/26215.html\">http:\/\/www.NABU.de\/natur-und-landschaft\/landnutzung\/landwirtschaft\/agrarpolitik\/26215.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum wiederholten Mal muss sich Bundesagrarministerin Julia Kl\u00f6ckner deutliche Kritik von ihren eigenen wissenschaftlichen Beratern gefallen lassen. Die Experten, die der Ministerin Empfehlungen zur Agrar- und Ern\u00e4hrungspolitik geben, fordern in einem neuen Gutachten einen radikalen Umbau der EU-Agrarpolitik. Diese m\u00fcsse k\u00fcnftig Gemeinwohlzielen dienen, vor allem im Klima-, Umwelt- und Artenschutz sowie beim Tierwohl, und endlich von den ineffizienten Direktzahlungen wegkommen.<br \/>\nTrotz des Gutachtens hat Kl\u00f6ckner bereits angek\u00fcndigt, langfristig an eben dieser Pauschalf\u00f6rderung festhalten zu wollen. \u201eEs grenzt schon an Satire, dass Frau Kl\u00f6ckner immer noch an den Direktzahlungen festh\u00e4lt, obwohl die Wissenschaftler dem Landwirtschaftministerium seit Jahren vorrechnen, wie hochgradig ineffizient diese sind. Dies ist Klientelpolitik f\u00fcr den Bauernverband, der am liebsten nichts \u00e4ndern m\u00f6chte an der derzeitigen Subventionsverteilung\u201c, so NABU-Pr\u00e4sident Olaf Tschimpke. Auch der Europ\u00e4ische Rechnungshof hatte die Zahlungen in der Vergangenheit kritisiert. Laut der Kontrollbeh\u00f6rde fehlt bis heute jede Datengrundlage, die sie als Einkommensunterst\u00fctzung f\u00fcr Landwirte rechtfertigt. Mehr lesen: Titel klicken.<\/p>\n","protected":false},"author":2077,"featured_media":17048,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1738],"tags":[7976,3077,6466,5665,3360,7977,7978,4172],"class_list":["post-17047","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-landwirtschaft","tag-artenschutz","tag-bmel","tag-julia-kloeckner","tag-klimaschutz","tag-nabu","tag-pauschalfoerderung","tag-subvention","tag-umweltschutz"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Getreideschlag-Ingo-Ludwichowski-8_Nabu.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17047","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2077"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17047"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17047\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17049,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17047\/revisions\/17049"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/17048"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17047"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17047"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17047"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}