{"id":16465,"date":"2019-04-15T10:10:54","date_gmt":"2019-04-15T08:10:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=16465"},"modified":"2019-04-15T09:50:14","modified_gmt":"2019-04-15T07:50:14","slug":"foodwatch-neue-naehrwertkennzeichnung-der-industrie-ist-irrefuehrend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=16465","title":{"rendered":"foodwatch &#8211; Neue N\u00e4hrwertkennzeichnung der Industrie ist irref\u00fchrend"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Verbraucherorganisation foodwatch hat den Vorschlag der\nLebensmittelbranche f\u00fcr eine neue N\u00e4hrwertkennzeichnung scharf kritisiert. Das\nam Donnerstag vom Lobbyverband der Lebensmittelwirtschaft vorgestellte Modell\nsei irref\u00fchrend und f\u00fcr die Verbraucherinnen und Verbraucher erwiesenerma\u00dfen\ndeutlich weniger verst\u00e4ndlich als eine Kennzeichnung in Ampelfarben. Die L\u00f6sung\nf\u00fcr eine verbraucherfreundliche N\u00e4hwertkennzeichnung liege mit der\nNutri-Score-Ampel l\u00e4ngst auf dem Tisch. foodwatch forderte Ern\u00e4hrungsministerin\nJulia Kl\u00f6ckner auf, sich wie ihre Kollegen in Frankreich, Belgien und Spanien\nendlich f\u00fcr die Kennzeichnung mit dem Nutri-Score stark zu machen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/foodwatch-neu-Logo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15067\"\/><figcaption>foodwatch<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>&#8222;Die neue N\u00e4hrwertkennzeichnung der Industrie ist ein\ndreister Versuch, eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung zu verhindern. Anstatt\nim Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher ein existierendes, von\nmehreren europ\u00e4ischen Regierungen und der Wissenschaft getragenes Modell wie\nden Nutri-Score zu unterst\u00fctzen, versucht die deutsche Lebensmittelindustrie\nmit einem eigenen Modell Verwirrung zu stiften&#8220;, sagte Luise Molling von\nfoodwatch. Im Gegensatz dazu h\u00e4tten sich die franz\u00f6sische und seit letzter\nWoche auch die belgische Lebensmittelwirtschaft klar f\u00fcr den Nutri-Score\nentschieden. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Industrie-Modell sieht f\u00fcnf Kreise auf der Vorderseite\nder Verpackung vor, die jeweils die im Lebensmittel enthaltene Kalorienanzahl\nund die Menge an Fett, ges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren, Zucker und Salz visualisieren\nsollen. In Form eines Tortendiagramms wird dargestellt, wie viel Prozent der\nempfohlenen maximalen t\u00e4glichen Zufuhr dieser N\u00e4hrstoffe der Verzehr von 100\nGramm beziehungsweise 100 Milliliter des Lebensmittels ausmachen.<\/p>\n\n\n\n<p>foodwatch kritisierte insbesondere folgende Punkte am\nVorschlag der Industrie:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Das Modell ist weniger verst\u00e4ndlich als die\nLebensmittel-Ampel: Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine Kennzeichnung\nin Ampelfarben die verst\u00e4ndlichste Form der N\u00e4hrwertkennzeichnung ist. Sie kann\ndazu beitragen, dass Menschen ges\u00fcnder einkaufen. Eine einfarbige Kennzeichnung\nhat dagegen praktisch keinen Einfluss auf das Einkaufsverhalten. Das belegt\neine gro\u00df angelegte Studie der franz\u00f6sischen Regierung, die verschiedene\nKennzeichnungsmodelle unter realen Einkaufsbedingungen miteinander verglich.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Zu hoher Referenzwert f\u00fcr Zucker: Die Industriekennzeichnung\nsuggeriert, man m\u00fcsse t\u00e4glich eine bestimmte Menge an ung\u00fcnstigen N\u00e4hrstoffen\nkonsumieren. F\u00fcr Zucker etwa liegt der unter Lobbyeinfluss festgelegte\nReferenzwert bei 90 Gramm pro Tag. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt\ndagegen, dass eine erwachsene Frau t\u00e4glich nicht mehr als 50 Gramm, besser noch\nmaximal 25 Gramm an freien Zuckern zu sich nehmen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4rzteverb\u00e4nde, Krankenkassen und Verbraucherorganisationen\nfordern schon seit langem verbindliche Ma\u00dfnahmen gegen Fehlern\u00e4hrung und\n\u00dcbergewicht, etwa eine verst\u00e4ndliche N\u00e4hrwertkennzeichnung in Ampelfarben oder\neine Steuer auf ges\u00fc\u00dfte Getr\u00e4nke. In Ermangelung einer verbindlichen\neurop\u00e4ischen Regelung haben mehrere L\u00e4nder Ampelkennzeichnungen auf\nfreiwilliger Basis eingef\u00fchrt. Das von franz\u00f6sischen Wissenschaftlern\nentwickelte Modell Nutri-Score findet dabei gegenw\u00e4rtig immer mehr\nUnterst\u00fctzer: Es wurde bereits in Frankreich und Belgien eingef\u00fchrt, auch\nSpanien hat seine Einf\u00fchrung angek\u00fcndigt. Das Modell wurde von unabh\u00e4ngigen Wissenschaftlern\nentwickelt und nimmt eine Gesamtbewertung des N\u00e4hrwertprofils eines Produktes\nvor, indem g\u00fcnstige und ung\u00fcnstige N\u00e4hrwertbestandteile mit Punkten bewertet\nund dann miteinander verrechnet werden. Lebensmittel wie Tiefk\u00fchlpizzen,\nFr\u00fchst\u00fccksflocken oder Fruchtjoghurts lassen sich mit dem Nutri-Score auf einen\nBlick vergleichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, bis zum Sommer ein eigenes Modell zur N\u00e4hrwertkennzeichnung zu erarbeiten, das &#8222;gegebenenfalls vereinfacht visualisiert wird\u201c. Bundesern\u00e4hrungsministerin Julia Kl\u00f6ckner hatte sich bisher gegen das Konzept einer Lebensmittelampel gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/startseite\/\">https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/startseite\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verbraucherorganisation foodwatch hat den Vorschlag der Lebensmittelbranche f\u00fcr eine neue N\u00e4hrwertkennzeichnung scharf kritisiert. 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