{"id":16441,"date":"2019-04-25T10:10:04","date_gmt":"2019-04-25T08:10:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=16441"},"modified":"2019-04-15T09:28:09","modified_gmt":"2019-04-15T07:28:09","slug":"neue-nabu-studie-so-kann-die-artenvielfalt-auf-aeckern-und-wiesen-gerettet-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=16441","title":{"rendered":"Neue NABU-Studie: So kann die Artenvielfalt auf \u00c4ckern und Wiesen gerettet werden"},"content":{"rendered":"\n<p>Auf Deutschlands \u00c4ckern und Wiesen wird es immer stiller.\nDoch das Artensterben kann gestoppt werden, sofern die EU-Agrarpolitik deutlich\nmehr Geld f\u00fcr den Naturschutz bereitstellt. Dies ist das Ergebnis einer Studie,\ndie der NABU beim Institut f\u00fcr Agrar\u00f6kologe und Biodiversit\u00e4t (ifab Mannheim)\nin Auftrag gegeben hat. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"581\" height=\"420\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/NABU_Infografik_Forsaumfrage_Presse2_1706x1234px_gruen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16442\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/NABU_Infografik_Forsaumfrage_Presse2_1706x1234px_gruen.jpg 581w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/NABU_Infografik_Forsaumfrage_Presse2_1706x1234px_gruen-300x217.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 581px) 100vw, 581px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Agrar\u00f6kologen kommen zu dem Schluss, dass 50 Prozent der\nGelder, die Landwirte aktuell als Direktzahlungen pro Hektar von der EU\nerhalten, k\u00fcnftig in die konkrete naturvertr\u00e4gliche Bewirtschaftung von\nLebensr\u00e4umen flie\u00dfen m\u00fcssen. Nur so werden Feldlerchen und Wildbienen\nausreichend Platz finden. F\u00fcr Deutschland bedeutet dies einen Finanzbedarf von\netwa 2,4 Milliarden Euro j\u00e4hrlich. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der NABU fordert Bundesagrarministerin Julia Kl\u00f6ckner und\nihre Kollegen in den L\u00e4ndern auf, sich bei ihrem morgen beginnenden Treffen in\nLandau auf einen naturvertr\u00e4glicheren Kurs in der Agrarpolitik zu verst\u00e4ndigen.\nBereits kommende Woche muss Frau Kl\u00f6ckner Pl\u00e4ne mit nach Luxemburg bringen, wie\nsie die EU-Agrarf\u00f6rderung nachhaltiger gestalten will. Bislang blieb sie dazu\njeden Vorschlag schuldig. Und l\u00e4ngst schlugen andere ihre Pfl\u00f6cke ein:\nVergangene Woche erst stimmte der EU-Agrarausschuss daf\u00fcr, ab 2021 noch weniger\nGeld f\u00fcr nachhaltig arbeitende Landwirte bereitzustellen als bisher.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eNochmal zehn Jahre\neine solch zerst\u00f6rerische Agrarpolitik und Insektensterben k\u00f6nnen wir uns nicht\nerlauben. Wir brauchen jetzt einen Kurswechsel. F\u00fcr Landwirte muss es sich\nlohnen, unsere Lebensgrundlagen zu sch\u00fctzen\u201c, so NABU-Pr\u00e4sident Olaf Tschimpke.\nEr warnte die Agrarminister davor, Fehler zu wiederholen und Probleme auf die\nlange Bank zu schieben \u2013 wie bei der D\u00fcngeverordnung. Die Quittung komme in\nForm von teuren Vertragsverletzungsverfahren und wachsendem Unmut der\nBev\u00f6lkerung. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Studienautoren unterstreichen, dass in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zu wenig f\u00fcr die Artenvielfalt in der Landwirtschaft getan wurde. F\u00fcr ihre Untersuchung stellten sie nun die Anforderungen zusammen, wie typische Arten der Agrarlandschaft, wie Kiebitz, Feldlerche, Rebhuhn, Wiesenpieper sowie Acker- und Gr\u00fcnland-Wildkr\u00e4uter, in ihrem Bestand gesichert und gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen. Daraus leiteten sie die erforderlichen Ma\u00dfnahmen sowie deren Fl\u00e4chenumfang und das notwendige Budget ab. <\/p>\n\n\n\n<p>Besonderes Augenmerk richteten sie dabei auf ein neues Instrument der EU-Agrarpolitik, die \u201eEco-Schemes\u201c. Diese sind nach Ansicht der Studienautoren besonders geeignet, die Artenvielfalt fl\u00e4chendeckend zu erh\u00f6hen \u2013 und nicht nur punktuell. Nach den Pl\u00e4nen der EU-Kommission soll jeder Mitgliedstaat diese Ma\u00dfnahmen anbieten. F\u00fcr Betriebe sollen sie freiwillig sein, einfach umsetzbar und zudem attraktiv entlohnt. Sie sind als Teil der sogenanten \u201eErsten S\u00e4ule\u201c geplant und demnach vollst\u00e4ndig von der EU finanziert.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Damit das neue Instrument auch tats\u00e4chlich zum \u00dcberleben von\nAgrarv\u00f6geln und Insekten beitragen kann, m\u00fcssen wirksame Ma\u00dfnahmen auf einem\nentsprechend hohen Fl\u00e4chenanteil umgesetzt werden \u2013 und zudem finanziell\nattraktiv sein. Laut Studie sollten mit den Eco-Schemes hocheffektive Ma\u00dfnahmen\nauf mindestens 18 Prozent der Fl\u00e4che im Ackerland und auf 28 Prozent der Wiesen\nund Weiden umgesetzt werden \u2013 zusammen genommen auf rund 3,5 Millionen Hektar\nin Deutschland. Dar\u00fcber hinaus sollte der \u00d6kolandbau auf 1,7 Millionen Hektar\ngef\u00f6rdert werden.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Konkret empfehlen die Studienautoren f\u00fcr das Ackerland, auf\n15 Prozent der Fl\u00e4che Extensivgetreide oder Licht\u00e4cker anzulegen und diese mit\n400 Euro pro Hektar zu f\u00f6rdern. Auf weiteren drei Prozent sollten \u00fcber- oder\nmehrj\u00e4hrige Bl\u00fch- und Brachestreifen entstehen, f\u00fcr die ein Landwirt eine\nattraktive F\u00f6rderung von bis zu 750 Euro pro Hektar erhalten kann. Im Gr\u00fcnland\nsollten artenreiche und extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden sowie\nStreuobstwiesen mit 350 bis 500 Euro pro Hektar unterst\u00fctzt werden. Der\n\u00d6kolandbau sollte 300 Euro erhalten. <\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt ergibt sich daraus ein Finanzbedarf von rund 2,4\nMilliarden Euro pro Jahr f\u00fcr die Eco-Schemes. Dies entspricht rund der H\u00e4lfte\nder Gelder, die derzeit als Direktzahlungen nach Deutschland flie\u00dfen. Dar\u00fcber\nhinaus m\u00fcsse verpflichtend sein, dass alle Landwirte, die von Direktzahlungen\nprofitieren, Landschaftselemente wie Hecken, Pufferstreifen und Brachfl\u00e4chen\nerhalten oder neu anlegen. Sollten all diese Ma\u00dfnahmen umgesetzt werden, k\u00f6nnte\nDeutschland seine Biodiversit\u00e4tsziele in der Agrarlandschaft erreichen. <\/p>\n\n\n\n<p>Der NABU sieht sich durch die Studienergebnisse in seiner\nForderung best\u00e4tigt, dass im k\u00fcnftigen EU-Agrarhaushalt insgesamt mindestens 15\nMilliarden Euro f\u00fcr den Naturschutz zur Verf\u00fcgung stehen m\u00fcssen und dass\nmindestens 50 Prozent der Ersten S\u00e4ule dieses Ziel verfolgen. So k\u00f6nnten die\n\u00f6konomisch, sozial wie \u00f6kologisch unsinnigen pauschalen Fl\u00e4chenpr\u00e4mien schnell\nin gute Anreize f\u00fcr mehr Umweltschutz umgewandelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ausf\u00fchrliche Studie zum Download: <a href=\"http:\/\/www.NABU.de\/gap-studie  \">www.NABU.de\/gap-studie&nbsp; <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen zu den Forderungen des NABU: <a href=\"http:\/\/www.neueagrarpolitik.eu\">www.neueagrarpolitik.eu<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Deutschlands \u00c4ckern und Wiesen wird es immer stiller. Doch das Artensterben kann gestoppt werden, sofern die EU-Agrarpolitik deutlich mehr Geld f\u00fcr den Naturschutz bereitstellt. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die der NABU beim Institut f\u00fcr Agrar\u00f6kologe und Biodiversit\u00e4t (ifab Mannheim) in Auftrag gegeben hat.<br \/>\nDie Agrar\u00f6kologen kommen zu dem Schluss, dass 50 Prozent der Gelder, die Landwirte aktuell als Direktzahlungen pro Hektar von der EU erhalten, k\u00fcnftig in die konkrete naturvertr\u00e4gliche Bewirtschaftung von Lebensr\u00e4umen flie\u00dfen m\u00fcssen. Nur so werden Feldlerchen und Wildbienen ausreichend Platz finden. F\u00fcr Deutschland bedeutet dies einen Finanzbedarf von etwa 2,4 Milliarden Euro j\u00e4hrlich. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":16443,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1738],"tags":[7515,5293,4016,7517,1824,7518,7516,3360,3626,6554,1946],"class_list":["post-16441","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-landwirtschaft","tag-acker","tag-agrarpolitik","tag-artenvielfalt","tag-eco-schemes","tag-eu","tag-gap-studie","tag-ifab-mannheim","tag-nabu","tag-naturschutz","tag-olaf-tschimpke","tag-studie"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/NABU_Infografik_Forsaumfrage_Presse2_1706x1234px_gruenCanvas.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16441","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16441"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16441\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16469,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16441\/revisions\/16469"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/16443"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16441"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16441"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16441"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}