{"id":16156,"date":"2019-03-01T10:10:30","date_gmt":"2019-03-01T09:10:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=16156"},"modified":"2019-03-02T16:44:31","modified_gmt":"2019-03-02T15:44:31","slug":"lebensmittelverschwendung-reduzieren-warum-macht-deutschland-kein-neues-gesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=16156","title":{"rendered":"Lebensmittelverschwendung reduzieren &#8211; warum macht Deutschland kein neues Gesetz?"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Redaktion erreichte folgender Kommentar des BMEL, dem Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft: <br><br>&#8222;H\u00e4ufig wird Frankreich als Beispiel genannt. Nat\u00fcrlich hat das BMEL sich Gedanken auch \u00fcber m\u00f6gliche Gesetze gemacht, aber wir sind aus gutem Grund mit vielen Beteiligten &#8211; WWF oder den Tafeln &#8211; zu einer anderen Schlussfolgerung gelangt. F\u00fcr uns ist das Ergebnis wichtig, nicht die Freude \u00fcber den Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn\nein Gesetz zu beschlie\u00dfen, ist kein Wert an sich, kein Selbstzweck.\nEntscheidend ist, das das formulierte Ziel erreicht wird. <strong>Anders als die im\nAusland bekannten Gesetze, die nur einen Punkt in der Kette der\nLebensmittelverschwendung aufgreifen, nehmen wir alle Akteure der\nWertsch\u00f6pfungskette in die Pflicht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Zugutf\u00fcrdieTonne.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16157\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Zugutf\u00fcrdieTonne.jpg 750w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Zugutf\u00fcrdieTonne-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption>Zu gut f\u00fcr die Tonne \/ Foto: BMEL<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das\nverdeutlich auch die Praxis \u2013 konkret die Diskussion darum, ob wir ein\nAnti-Wegwerfgesetz nach franz\u00f6sischem Vorbild beschlie\u00dfen sollten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Denn\ndas, was u.a. Frankreich per Gesetz f\u00fcr Superm\u00e4rkte ab einer bestimmten Gr\u00f6\u00dfe\nverordnet hat, ist in Deutschland l\u00e4ngst gang und g\u00e4be. Es ist bei uns seit\nvielen Jahren \u00fcblich, dass zahlreiche Superm\u00e4rkte unverkaufte und noch\ngenie\u00dfbare Lebensmittel auf freiwilliger Basis an die Tafeln oder andere\nsoziale Einrichtungen abgeben. Zum Vergleich: Die Tafeln retten in <strong>Deutschland\npro Jahr \u00fcber 260.000 Tonnen Lebensmittel<\/strong> aus etwa 30.000\nLebensmittelm\u00e4rkten. In <strong>Frankreich<\/strong> liegt die Zahl der geretteten\nLebensmittel &#8211; trotz Gesetz &#8211; bei lediglich <strong>46.200 Tonnen<\/strong>! Das liegt weiter unter den geretteten\nLebensmitteln in Deutschland allein durch die Tafeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber\nhinaus arbeiten viele Superm\u00e4rkte und kleinere Gesch\u00e4fte des\nLebensmitteleinzelhandels bereits mit <strong>neuen sozialen Bewegungen wie\nFoodsharing<\/strong> zusammen. Es gibt zudem Superm\u00e4rkte, in denen gerettete\nLebensmittel aus anderen Gesch\u00e4ften verkauft werden und H\u00e4ndler, die nicht mehr\nf\u00fcr den Verkauf geeignete, aber genie\u00dfbare Produkte zur kostenlosen Mitnahme\nanbieten. <\/p>\n\n\n\n<p>Weiterhin\nhat sich der Dachverband <strong>Tafel Deutschland<\/strong> e.V. bereits im Februar 2016 <strong>gegen\ndie Einf\u00fchrung eines Anti-Wegwerfgesetzes<\/strong> nach franz\u00f6sischem Vorbild\nausgesprochen. Ein wesentliches Argument ist, dass die <strong>Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die\nEntsorgung<\/strong> nicht von den Superm\u00e4rkten auf <strong>die Tafeln verschoben<\/strong>\nwird. Denn den Tafeln ist nicht damit gedient, wenn sie unabh\u00e4ngig ihres\nBedarfs gro\u00dfe Mengen an Lebensmitteln erhalten, die sie nicht verteilen k\u00f6nnen.\nUnd dann werfen sie diese weg. Deshalb ist die Betrachtung der ganzen Liefer-\nund Abnahmekette so wichtig, wie es Deutschland macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Im\n\u00dcbrigen hat Frankreich nur ein Gesetz f\u00fcr einen Sektor, konkret den\nLebensmitteleinzelhandel. Wir haben eine <strong>\u00fcbergreifende Sektorstrategie<\/strong>\nvorgelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem\nstellt sich die Frage, welche Gesetze genau denn beschlossen werden sollen.\nDenn der gr\u00f6\u00dfte Anteil an Lebensmittelverschwendung f\u00e4llt in Privathaushalten\nan. Wir k\u00f6nnen und wollen aber niemandem vorschreiben, was oder wie viel er\neinkauft oder im Restaurant verzehrt &#8211; ein K\u00fchlschrank-, Einkaufskorb oder <strong>Verzehrgesetz<\/strong>\nwird es nicht geben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Oder\nsoll es ein Gesetz geben, dass den Restaurants die <strong>Portionsgr\u00f6\u00dfen<\/strong> auf\nden Tellern vorschreibt, oder dass das, was auf dem Teller liegen bleibt, an\nandere Verbraucher gehen soll? Wohl kaum! Im \u00dcbrigen ist ausdr\u00fccklicher Teil\nunserer Strategie, zu <strong>pr\u00fcfen, ob der bestehende rechtliche Rahmen<\/strong> (z.B.\nKreislaufwirtschaftsgesetz, Hygieneanforderungen) ausreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das kurz zu Ihrer Einordnung. Nach einem Gesetz ist schnell gerufen. Und ebenso sind verabredete Ma\u00dfnahmen und Wege als sinnlos abgetan. Aber die Praxis zeigt das Gegenteil. &#8220; Ende Kommentar BMEL.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Redaktion erreichte folgender Kommentar des BMEL, dem Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft: &#8222;H\u00e4ufig wird Frankreich als Beispiel genannt. 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