{"id":15168,"date":"2018-10-06T10:10:08","date_gmt":"2018-10-06T08:10:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=15168"},"modified":"2018-10-01T12:39:26","modified_gmt":"2018-10-01T10:39:26","slug":"neuer-slow-food-archepassagier-die-palmischbirne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=15168","title":{"rendered":"Neuer Slow Food Archepassagier &#8211; die Palmischbirne"},"content":{"rendered":"<p>Die Palmischbirne ist eine sehr alte Obstsorte, die schon im 16. Jahrhundert beschrieben wurde und vor allem in W\u00fcrttemberg verbreitet war. Aufgrund ihrer m\u00fchsamen Ernte per Hand sowie des R\u00fcckgangs der traditionellen Mostkultur verzeichnet sie einen immensen R\u00fcckgang. Heute wird sie vor allem noch als Brennbirne genutzt. Um sie vor dem Verschwinden zu bewahren, braucht es Erzeuger, die ihr unverkennbares, kr\u00e4ftiges Aroma mithilfe traditioneller Rezepturen zur Geltung bringen sowie Verbraucher, die bereit sind daf\u00fcr angemessene Preise f\u00fcr ihre Produkte zu zahlen.<\/p>\n<p>Die genaue Herkunft der Palmischbirne, auch bekannt als B\u00f6hmische Birne, B\u00e4umschbirne, M\u00e4dlesbirne oder Schwabenbirne, ist bis heute nicht gekl\u00e4rt. Sie w\u00e4chst als imposanter, eichenartiger Baum mit landschaftspr\u00e4gendem Charakter und kann ein hohes Alter erreichen. Sie bl\u00fcht fr\u00fch und ist bereits Anfang bis Mitte September reif. Aufgrund ihres hohen Zuckergehalts wurde sie traditionell vermostet und zur geschmacklichen Verfeinerung dem Apfelmost beigemischt. Als D\u00f6rrobst war die Palmischbirne im Winter sowie zu Zeiten der gro\u00dfen Hungersn\u00f6te eine wichtige Nahrungserg\u00e4nzung f\u00fcr die Landbev\u00f6lkerung. Inzwischen gibt es nur noch wenige B\u00e4ume dieser Sorte, weil sie in den letzten Jahrzehnten kaum mehr nachgepflanzt worden ist. Einerseits, weil die traditionelle Mostkultur sowie das D\u00f6rren in W\u00fcrttemberg an Bedeutung verloren haben. Andererseits, weil die Palmischbirne in der Obstweiterverarbeitung durch marktf\u00e4higere und produktivere Sorten wie die Williams Birne ersetzt wurde. Gefragt sind die verbliebenen Ertr\u00e4ge weiterhin bei Destillerien. Denn die Palmischbirne z\u00e4hlt zu den besten Brennbirnen.<\/p>\n<p>Slow Food Deutschland m\u00f6chte einer weiteren Bestandsreduzierung der Palmischbirne entgegenwirken, unterst\u00fctzt durch ein Netzwerk aus Z\u00fcchtern und Erzeugern. J\u00f6rg Geiger, der in seiner Manufaktur in Schlat Destillate, Schaumweine und alkoholfreie PriSeccos herstellt, erkl\u00e4rt worauf es dabei ankommt: &#8222;Ziel muss es sein, den origin\u00e4ren Geschmack alter Sorten wie der Palmischbirne hervorzuheben, indem wir ihre urspr\u00fcngliche Nutzung bewahren. Wir m\u00fcssen sie in alter Tradition anbauen und weiterverarbeiten. Dann entfaltet sie ihr Alleinstellungsmerkmal. Alles andere w\u00e4re kontraproduktiv, auch wirtschaftlich&#8220;. Geiger verarbeitet nur Palmischbirnen aus nachhaltig extensivem Wiesenobst, also von starkwachsenden B\u00e4umen. Diese tragen alle zwei Jahre Fr\u00fcchte. &#8222;Man kann gute alte Sorten auch schlecht halten, wenn man ihre Bed\u00fcrfnisse nicht kennt oder ungeduldig ist. Die Palmischbirne etwa w\u00e4chst in die Breite, braucht Platz und Zeit, um sich zu entfalten&#8220;, so Geiger. Die robuste Palmischbirne ist nicht nur bei Brennereien beliebt. Verschiedene Tiere, darunter auch bedrohte Arten wie Steinkauz und Flederm\u00e4use wertsch\u00e4tzen sie als Nist- und Wohnst\u00e4tte. Nun ist es an den Verbrauchern, die Palmischbirne wieder nachzufragen. Nicht zuletzt bei der j\u00fcngeren Generation ist sie so gut wie nicht mehr bekannt.<\/p>\n<p>Auf dem <a href=\"https:\/\/www.freilichtmuseum-beuren.de\/veranstaltungen\/230918-essen-was-man-retten-will-alblinsen-filderkraut-schwarzer-brei-und-andere-regionale-spezialitaeten\/\">13. Markt der &#8222;Arche des Geschmacks des Freilichtmuseums Beuren<\/a> haben die Besucher am 23. September 2018 die M\u00f6glichkeit, Erzeugnisse aus der Palmischbirne zu kosten und zu kaufen.<\/p>\n<p>Die Regionalgruppe von Slow Food in Stuttgart, die sich um die Aufnahme der Palmischbirne in die Arche des Geschmacks gek\u00fcmmert hat, steht den G\u00e4sten Rede und Antwort.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.slowfood.de\/biokulturelle_vielfalt\/die_arche_passagiere\/palmischbirne_vom_hochstamm\/\">Details zur Palmischbirne finden Sie hier<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Palmischbirne_SF_Arche.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-15224\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Palmischbirne_SF_Arche.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"475\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Palmischbirne_SF_Arche.jpg 750w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Palmischbirne_SF_Arche-300x190.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Palmischbirne ist eine sehr alte Obstsorte, die schon im 16. 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