{"id":14977,"date":"2018-08-29T10:10:00","date_gmt":"2018-08-29T08:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=14977"},"modified":"2018-08-31T11:00:20","modified_gmt":"2018-08-31T09:00:20","slug":"glebvieh-ist-70-arche-passagier-bei-slow-food","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=14977","title":{"rendered":"Gelbvieh ist 70. Arche Passagier bei Slow Food"},"content":{"rendered":"<p>Slow Food Deutschland setzt sich ab sofort f\u00fcr den Fortbestand und die Wertsch\u00e4tzung der fr\u00e4nkischen Rinderrasse &#8222;Gelbvieh&#8220; ein.<\/p>\n<p>Seine Bl\u00fctezeit erlebte das Gelbvieh Ende der f\u00fcnfziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt betrug sein Anteil am Gesamtrinderbestand Deutschlands \u00fcber sieben Prozent. Doch fiel seine Popularit\u00e4t dem Strukturwandel in den fr\u00e4nkischen Ackerbaugebieten mit der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft und dem einseitigen Trend zur Milchproduktion zum Opfer. Die Aufnahme in die Arche des Geschmacks hat zum Ziel, die Zucht, den Bestand sowie die klare Kennzeichnung ihrer Fleisch- und Milchprodukte voranzutreiben.<\/p>\n<p>Wie der Name Gelbvieh nahelegt, handelt es sich dabei um ein einfarbig gelbes Rind &#8211; mit meist hellem fleischfarbenen Flotzmaul, der Verschmelzung von Nasenl\u00f6chern und Oberlippe. Mit ihm fanden Kreuzungen verschiedener Rinderrassen im 19. Jahrhunderts ihren erfolgreichen Abschluss. Urspr\u00fcnglich wurde das Gelbvieh als Dreinutzungsrasse gez\u00fcchtet. Lange standen die Mast- und die besondere Zugleistung im Vordergrund. Von den 1912 allein in Mittelfranken gehaltenen knapp 40.000 Bullen und Ochsen wurden \u00fcber 30.000 sowie 60 Prozent der K\u00fche als Arbeitstiere genutzt. Damit hatte das Gelbvieh einen festen Platz in der fr\u00e4nkischen Landwirtschaft und wurde in andere Gegenden, auch ins Ausland, exportiert.<\/p>\n<p>Heute jedoch wird das Gelbvieh hierzulande kaum mehr gez\u00fcchtet. Ersetzt wurde es durch Rinder mit einer h\u00f6heren Milchleistung und schnellerem Wachstum. Die Milchleistung des Gelbviehs liegt mit j\u00e4hrlich rund 5.800 Kilo knapp 3.000 Kilo hinter der auf Hochleistung getrimmten Rassen wie das Fleckvieh. Das vergleichsweise langsame Wachstum des Gelbviehs sowie das auf zweieinhalb Jahre erh\u00f6hte Schlachtalter f\u00fchren zu feinfaserigem, gut marmoriertem Fleisch. W\u00e4hrend der Bestand des Gelbviehs in den letzten 40 Jahren in Deutschland deutlich abgenommen hat und die Zuchtb\u00fccher gerade noch 1.600 Exemplare f\u00fchren, wird es in L\u00e4ndern wie S\u00fcdafrika und Brasilien zur Rindfleischproduktion eingesetzt. Dort sch\u00e4tzt man seine hohe Anpassungsf\u00e4higkeit an unterschiedliche Klima- und Haltungsbedingungen sowie seinen gutm\u00fctigen Charakter, der z\u00fcchterisch auf die lange Nutzung als Arbeitstier zur\u00fcckgeht. In Deutschland wird das Gelbvieh heute vor allem zur Milcherzeugung mit viel Gras in der F\u00fctterung gehalten, vorrangig in der Low-Input-Landwirtschaft und in Bio-Betrieben. In Teilen Frankens wie z. B. Spessart, Rh\u00f6n, Altm\u00fchlfranken und entlang des Aischtals wird es vereinzelt in Mutterkuhhaltung genutzt und steht auf der Weide. Der Vertrieb als Rindfleisch- und Milchprodukt erfolgt direkt vom Hof oder \u00fcber kleine Gemeinschaften aus Rinderhaltern, Schlachtbetrieben und Metzgern. &#8222;Mit der Aufnahme des Gelbviehs in die Arche des Geschmacks m\u00f6chten wir auch die Markenentwicklung f\u00fcr Erzeugnisse des Gelbviehs unterst\u00fctzen. Denn aktuell wissen die wenigsten Verbraucherinnen und Verbraucher, die Gelbvieh noch genie\u00dfen, dass sie dies tun. Denn meistens fehlen klare Hinweise auf die alte Rinderrasse&#8220;, erkl\u00e4rt Anita Idel, Tier\u00e4rztin, Autorin und Mitglied in der Slow-Food-Kommission f\u00fcr die Arche-Passagiere. Sie erg\u00e4nzt, dass ein solches ,Branding&#8216; bei franz\u00f6sischen Rinderrassen seit langem \u00fcblich sei und dabei unterst\u00fctze, Bekanntheit und Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr bedrohte Rassen zu steigern.<\/p>\n<p>Link zu Slow Food Deutschland e.V.:<a href=\"http:\/\/www.slowfood.de\/\">\u00a0http:\/\/www.slowfood.de\/<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_15050\" aria-describedby=\"caption-attachment-15050\" style=\"width: 750px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/SFGelbvieh_Dieter-Kraus-Egbers_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-15050\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/SFGelbvieh_Dieter-Kraus-Egbers_1.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"475\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/SFGelbvieh_Dieter-Kraus-Egbers_1.jpg 750w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/SFGelbvieh_Dieter-Kraus-Egbers_1-300x190.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15050\" class=\"wp-caption-text\">Slow Food Archepassagier Gelbvieh &#8211; Foto: Dieter Kraus-Egbers<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Slow Food Deutschland setzt sich ab sofort f\u00fcr den Fortbestand und die Wertsch\u00e4tzung der fr\u00e4nkischen Rinderrasse &#8222;Gelbvieh&#8220; ein. 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