{"id":14968,"date":"2018-08-30T10:10:29","date_gmt":"2018-08-30T08:10:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=14968"},"modified":"2018-08-22T14:06:31","modified_gmt":"2018-08-22T12:06:31","slug":"stopp-fuer-gezuckerte-schulmilch-in-hessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=14968","title":{"rendered":"Stopp f\u00fcr gezuckerte Schulmilch in Hessen"},"content":{"rendered":"<p>Nach Kritik beschlie\u00dft Hessen Aus f\u00fcr F\u00f6rderung gezuckerter Schulmilch; Ministerin Hinz auf Twitter: &#8222;Wir nehmen Kakao aus dem Angebot!&#8220;<\/p>\n<p>foodwatch hat die Entscheidung der hessischen Verbraucherschutzministerin Priska Hinz begr\u00fc\u00dft, gezuckerte Milchgetr\u00e4nke an Schulen des Bundeslandes nicht l\u00e4nger zu subventionieren. Die Verbraucherorganisation forderte die Regierungen in Berlin, Brandenburg, und Nordrhein-Westfalen als letzte verbliebene Bundesl\u00e4nder auf, diesem Beispiel zu folgen und die F\u00f6rderung gezuckerter Milchprodukte ebenfalls umgehend zu beenden. Hessen hatte am vergangenen Freitag angek\u00fcndigt, die entsprechende Richtlinie &#8222;schnellstm\u00f6glich&#8220; \u00e4ndern zu wollen. &#8222;Wir nehmen Kakao aus dem Angebot!&#8220;, schrieb Ministerin Priska Hinz auf twitter. Sie reagierte damit auf eine foodwatch-Kampagne. Die Organisation hatte die vier Bundesl\u00e4nder, die noch gezuckerte Schulmilch f\u00f6rdern, mit Offenen Briefen an die zust\u00e4ndigen Minister und Senatoren sowie mit einer E-Mail-Aktion unter <a href=\"http:\/\/www.aktion-schulmilch.foodwatch.de\">www.aktion-schulmilch.foodwatch.de<\/a> aufgefordert, die Zucker-Subvention zu stoppen.<\/p>\n<p>&#8222;Frau Hinz tut das einzig Richtige: Die absurde Praxis, mit Steuergeldern die Fehlern\u00e4hrung von Kindern zu f\u00f6rdern, hat in Hessen bald ein Ende. Daran sollten sich die Regierungen in Berlin, Brandenburg und NRW ein Beispiel nehmen und Zuckermilch nicht l\u00e4nger subventionieren&#8220;, forderte Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei foodwatch. &#8222;Kinder essen viel zu viel Zucker. Wer das mit Steuergeldern auch noch f\u00f6rdert, betreibt verantwortungslose Politik auf Kosten der Kindergesundheit&#8220;, so Huizinga.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union will aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden nur noch Produkte ohne Zuckerzusatz im Rahmen des Schulprogramms f\u00f6rdern. foodwatch-Recherchen zufolge hatten jedoch die vier genannten Bundesl\u00e4nder Ausnahmeregelungen geschaffen, um weiterhin auch gezuckerte Produkte subventionieren zu k\u00f6nnen &#8211; obwohl dies sogar den offiziellen, von der Bundesregierung initiierten Qualit\u00e4tsstandards der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE) f\u00fcr die Schulverpflegung widerspricht.<\/p>\n<p>Damit soll in Hessen nun bald Schluss sein. In einem Schriftwechsel mit foodwatch im Vorfeld der \u00f6ffentlichen Kritik hatte das Ministerium von Priska Hinz noch erkl\u00e4rt, dass die Subvention von Kakao als erforderlich angesehen werde, &#8222;um das Angebot insbesondere f\u00fcr Schulen und Lieferanten attraktiv zu halten&#8220;. \u00c4hnlich hatte auch das Landesamt f\u00fcr L\u00e4ndliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung in Brandenburg (LELF), das das Programm f\u00fcr die Bundesl\u00e4nder Berlin und Brandenburg umsetzt, gegen\u00fcber foodwatch argumentiert. Die &#8222;\u00dcberlegung&#8220; sei, dass bei &#8222;Ausschluss der Milchmischgetr\u00e4nke&#8220; von der F\u00f6rderung &#8222;noch weniger Schulmilchprodukte nachgefragt&#8220; w\u00fcrden. Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hatte erkl\u00e4rt, dass &#8222;viele Kinder keine Milch, sondern Kakao&#8220; trinken w\u00fcrden. &#8222;Insbesondere diese Kinder sollen mit dem weiterhin bestehenden Angebot von Kakao unterst\u00fctzt werden&#8220;, so das Ministerium f\u00fcr Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz. Auf die Offenen Briefe sowie die \u00f6ffentliche Kritik folgte bisher keine Reaktion aus Berlin, Brandenburg und NRW. Die E-Mail-Aktion an die zust\u00e4ndigen Landesminister unter www.aktion-schulmilch.foodwatch.de unterzeichneten in nur zwei Tagen bereits mehr als 15.000 Menschen.<\/p>\n<p>&#8222;Die verbliebenen drei Bundesl\u00e4nder folgen offenbar der Logik: Besser Zucker-Milch als keine Milch. Das ist haneb\u00fcchen. Wenn Kinder kein Obst essen m\u00f6chten, gibt man ihnen doch auch keine Obsttorte als Ersatz. Offensichtlich haben die Landesregierungen vor allem die Absatzf\u00f6rderung f\u00fcr die Milchwirtschaft im Blick und nicht die Gesundheit der Kinder. Damit muss Schluss sein&#8220;, forderte Oliver Huizinga.<\/p>\n<p>Zu Beginn des Schuljahres 2017\/2018 hat die EU ihr F\u00f6rderprogramm f\u00fcr das Schul- und Kitaessen \u00fcberarbeitet. Im Rahmen dieses Programms f\u00f6rdert die EU die verg\u00fcnstigte oder kostenlose Abgabe von Obst, Gem\u00fcse und Milchprodukten in Schulen und vorschulischen Bildungseinrichtungen wie Kindertagesst\u00e4tten. Die in Deutschland zust\u00e4ndigen Bundesl\u00e4nder k\u00f6nnen die Mittel daf\u00fcr bei der EU beantragen, wovon die meisten auch Gebrauch machen. Seit der Reform d\u00fcrfen die subventionierten Lebensmittel keine Zus\u00e4tze von Zucker, Salz, Fett oder S\u00fc\u00dfungsmitteln enthalten. In der Begr\u00fcndung f\u00fcr diese \u00c4nderungen verweist die EU ausdr\u00fccklich auf die Zunahme der Zahl fettleibiger Kinder. Allerdings l\u00e4sst die EU-Verordnung es zu, dass Mitgliedstaaten Ausnahmen von dieser Regelung schaffen. Recherchen von foodwatch hatten ergeben, dass die meisten Bundesl\u00e4nder eine F\u00f6rderung gezuckerter Milchprodukte ausschlie\u00dfen. Berlin, Brandenburg, Hessen und NRW haben jedoch entsprechende Ausnahmegenehmigungen zur F\u00f6rderung gezuckerter Milchprodukte geschaffen. Es handelt sich dabei um jene vier L\u00e4nder, in denen FrieslandCampina als Schulmilchlieferant auftritt. Das Unternehmen &#8211; einer der gr\u00f6\u00dften Molkereien Deutschlands &#8211; beliefert insgesamt rund 5.000 Schulen.<\/p>\n<p>Neben einer Korrektur der Schulmilchprogramme forderte foodwatch alle Bundesl\u00e4nder auf, Qualit\u00e4tsstandards der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE) f\u00fcr das Schul- und Kitaessen verpflichtend einzuf\u00fchren. Die meisten Bundesl\u00e4nder lehnten das bislang aus Kostengr\u00fcnden ab. Zudem m\u00fcssten Werbe- und Sponsoringaktivit\u00e4ten der Lebensmittelindustrie in den Schulgesetzen verboten werden.<\/p>\n<p>15 Prozent der Kinder und Jugendlichen gelten als \u00fcbergewichtig &#8211; ein wesentlicher Grund daf\u00fcr ist eine unausgewogene Ern\u00e4hrung. Besonders der zu hohe Konsum gezuckerter Lebensmittel wird von Ern\u00e4hrungswissenschaftlern, der \u00c4rzteschaft und der Weltgesundheitsorganisation gleicherma\u00dfen bem\u00e4ngelt. Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE) sieht in ihren offiziellen Empfehlungen f\u00fcr die Verpflegung in Schulen keine Abgabe von Milchprodukten mit Zuckerzusatz vor.<\/p>\n<p>Link: E-Mail-Aktion von <a href=\"foodwatch: www.aktion-schulmilch.foodwatch.de\">foodwatch: www.aktion-schulmilch.foodwatch.de<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_14969\" aria-describedby=\"caption-attachment-14969\" style=\"width: 750px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Foodwatch_Schulmilch.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-14969\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Foodwatch_Schulmilch.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"475\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-14969\" class=\"wp-caption-text\">Foodwatch gegen gezuckerte Schulmilch<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Kritik beschlie\u00dft Hessen Aus f\u00fcr F\u00f6rderung gezuckerter Schulmilch; Ministerin Hinz auf Twitter: &#8222;Wir nehmen Kakao aus dem Angebot!&#8220; foodwatch<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[1268,6775,3893,3957,1740,6774,3659,3882],"class_list":["post-14968","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news","tag-foodwatch","tag-hessen","tag-kakao","tag-kinder","tag-schule","tag-schulmich","tag-schulverpflegung","tag-zucker"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14968","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14968"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14968\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14970,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14968\/revisions\/14970"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14968"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14968"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14968"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}