{"id":14237,"date":"2018-04-12T10:10:35","date_gmt":"2018-04-12T08:10:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=14237"},"modified":"2018-04-09T14:08:47","modified_gmt":"2018-04-09T12:08:47","slug":"coca-cola-report-kritisiert-mitverantwortung-des-getraenke-konzerns-fuer-fettleibigkeit-und-diabetes-foodwatch-fordert-influencer-marketing-stoppen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=14237","title":{"rendered":"&#8222;Coca-Cola-Report&#8220; kritisiert Mitverantwortung des Getr\u00e4nke-Konzerns f\u00fcr Fettleibigkeit und Diabetes &#8211; foodwatch fordert: Influencer-Marketing stoppen!"},"content":{"rendered":"<p>foodwatch kritisiert Influencer-Marketing auf Youtube und Instagram<\/p>\n<p>Die Verbraucherorganisation foodwatch hat die Marketing- und Lobbyma\u00dfnahmen von Coca-Cola als unverantwortlich kritisiert. Der Weltmarktf\u00fchrer f\u00fcr Zuckergetr\u00e4nke nehme mit millionenschweren Marketingkampagnen im Internet und im Fernsehen bewusst Kinder und Jugendliche als Zielgruppe ins Visier. Gleichzeitig versuche der Konzern durch gezielte Lobbyarbeit wirksame Regulierungen wie Werbeverbote oder Sondersteuern zu torpedieren und habe nachweislich versucht, mit gekauften Wissenschaftlern Zweifel an der Sch\u00e4dlichkeit von zuckerhaltigen Getr\u00e4nken zu s\u00e4en. Coca-Cola trage damit eine entscheidende Mitverantwortung f\u00fcr die Epidemie ern\u00e4hrungsbedingter Erkrankungen wie Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes. Das zeigt der 108-seitige &#8222;Coca-Cola-Report&#8220; von foodwatch, den die Verbraucherorganisation am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Berlin, direkt neben der Deutschland-Zentrale des Unternehmens, vorgestellt hat. foodwatch forderte Coca-Cola auf, sein an Kinder und Jugendliche gerichtetes Marketing zu stoppen und beispielsweise nicht l\u00e4nger junge Youtube- und Instagram-Stars (&#8222;Influencer&#8220;) f\u00fcr Werbezwecke einzuspannen. Zuckergetr\u00e4nke sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine wesentliche Ursache f\u00fcr Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes. Deshalb sei zudem die neue Bundesregierung gefordert, eine Herstellerabgabe f\u00fcr \u00fcberzuckerte Getr\u00e4nke einzuf\u00fchren, so foodwatch. foodwatch hatte Coca-Cola Deutschland angeboten, den &#8222;Coca-Cola-Report&#8220; vorab zu bekommen und Konzernvertreter eingeladen, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz ihre Argumente in die Debatte mit einzubringen. Doch der f\u00fcr den Getr\u00e4nke-Konzern reservierte Stuhl blieb leer.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Cocacolareport_foodwatch_klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-14238\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Cocacolareport_foodwatch_klein-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" \/><\/a><br \/>\n<!--more--><br \/>\n&#8222;Ob mit Fu\u00dfballstars im TV oder angesagten Influencern im Youtube-Video: Coca-Cola versteht es wie kaum ein anderer Konzern, ein positives Image zu kreieren &#8211; auch und gerade bei jungen Menschen. Dabei sind die Zuckergetr\u00e4nke von Coca-Cola fl\u00fcssige Krankmacher&#8220;, sagte Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei foodwatch und Autor des &#8222;Coca-Cola-Report&#8220;. &#8222;Nat\u00fcrlich wei\u00df wohl jedes Kind, dass Cola und Limo nicht gesund sind. Aber es geht nicht um ein bisschen zu viel Zucker &#8211; schon eine Dose am Tag f\u00f6rdert ernsthafte Krankheiten wie Diabetes. Die Zuckergetr\u00e4nke-Industrie, allen voran der Weltmarktf\u00fchrer, stellt nicht blo\u00df die Produkte ins Regal und \u00fcberl\u00e4sst den Konsumenten die freie Wahl. Coca-Cola torpediert gezielt gesundheitspolitische Initiativen rund um den Globus und versucht mithilfe von Lobbyverb\u00e4nden, die Gesundheitsgefahren von Zuckergetr\u00e4nken zu verschleiern &#8211; mit den gleichen Methoden wie fr\u00fcher die Tabakindustrie.&#8220;<\/p>\n<p>Schon eine Dose am Tag erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr Fettleibigkeit und Diabetes<br \/>\nDer \u00fcberh\u00f6hte Konsum zuckerhaltiger Getr\u00e4nke f\u00f6rdert nachweislich die Entstehung zahlreicher Krankheiten wie etwa Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes oder Karies. Zuckergetr\u00e4nke liefern nur &#8222;leere Kalorien&#8220; ohne wichtige N\u00e4hrstoffe und ohne eine entsprechende S\u00e4ttigung zu verursachen, was zu einer \u00fcberh\u00f6hten Kalorienaufnahme f\u00fchrt. Anders als beispielsweise S\u00fc\u00dfwaren, bei denen &#8222;eine Handvoll&#8220; als unproblematisch gilt, sind Zuckergetr\u00e4nke schon in vergleichsweise geringen Mengen gesundheitsgef\u00e4hrdend: Eine Dose am Tag erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr \u00dcbergewicht, Fettleibigkeit oder Typ-2-Diabetes. Kinder und Jugendliche in Deutschland &#8211; vor allem Jungen &#8211; trinken deutlich mehr Zuckergetr\u00e4nke als empfohlen. Laut aktueller Daten des Robert Koch-Instituts trinken m\u00e4nnliche Jugendliche knapp einen halben Liter t\u00e4glich.<\/p>\n<p>Coca-Cola erweckt durch eine Selbstverpflichtung den Eindruck, keine Werbung an Kinder unter 12 Jahren zu richten. Doch die Praxis sieht anders aus, wie der &#8222;Coca-Cola-Report&#8220; von foodwatch zeigt. Mit Fu\u00dfballstars in der Werbung und Aktionen wie dem Coca-Cola-Adventskalender oder der Coke-Weihnachtstruck-Tour wurden gezielt Kinder angesprochen. Der Konzern hat zudem gleich eine ganze Reihe von vor allem bei jungen Menschen beliebten Youtube-Stars f\u00fcr seine Marketing-Aktionen eingespannt: Neun der 20 meistabonnierten &#8222;Youtuber&#8220; in Deutschland &#8211; mit teilweise mehr als drei Millionen Abonnenten &#8211; traten bereits in dem Konzern-eigenen Youtube-Kanal &#8222;CokeTV&#8220; auf. Sie pr\u00e4sentieren beispielsweise als Moderatoren kurzweilige und lustige Videospots, in Stil und Machart geschickt an die erfolgreichsten Jugendkan\u00e4le angelehnt &#8211; und die Marke Coca-Cola immer gut in Szene gesetzt. Das meistgeklickte Video auf dem deutschen Coca-Cola-Kanal wurde mehr als 2,3 Millionen Mal angeschaut.<\/p>\n<p>&#8222;Youtuber genie\u00dfen bei ihren jungen Fans hohes Ansehen, die Video-Plattform ist f\u00fcr Kinder und Jugendliche die wichtigste Seite im Netz. Coke spannt die beliebten Youtube-Stars geschickt vor seinen Marketing-Karren &#8211; beil\u00e4ufig wird in den lustigen Videos auch immer wieder Cola getrunken. Der Konzern nutzt die neuen Idole von Kindern und Jugendlichen, um mehr Zuckergetr\u00e4nke zu verkaufen&#8220;, so Oliver Huizinga von foodwatch.<\/p>\n<p>Gleichzeitig engagiert sich der Weltkonzern auch auf politischer Ebene, um Zweifel an der gesundheitssch\u00e4dlichen Wirkung von Zuckergetr\u00e4nken zu s\u00e4en und eine effektive Regulierung der Produkte zu verhindern, stellt foodwatch in seinem umfassenden &#8222;Coca-Cola-Report&#8220; dar. Ein Beispiel: Wie 2015 die New York Times aufdeckte, finanzierte Coca-Cola mit 1,5 Millionen US-Dollar eine vermeintlich unabh\u00e4ngige Forschungseinrichtung. Diese vertrat &#8211; ganz im Sinne von Coca-Cola &#8211; \u00f6ffentlich die Position, nicht ungesunde Ern\u00e4hrung, sondern Bewegungsmangel sei das zentrale Problem f\u00fcr \u00dcbergewicht.<\/p>\n<p>Zahlreiche Studien haben in der Vergangenheit untersucht, ob Zuckergetr\u00e4nke und \u00dcbergewicht zusammenh\u00e4ngen. Dabei finden 80 Prozent der von der Lebensmittelindustrie finanzierten Studien heraus, es gebe keinen Zusammenhang zwischen \u00dcbergewicht und dem Konsum von Zuckergetr\u00e4nken &#8211; w\u00e4hrend 80 Prozent der unabh\u00e4ngig finanzierten Studien zu dem gegenteiligen Ergebnis kommen. Interne E-Mails von Coca-Cola, die im Jahr 2016 an die \u00d6ffentlichkeit gelangten, zeigen, dass der Konzern vor allem eine politische Ma\u00dfnahme besonders f\u00fcrchtet: Sonderabgaben oder -steuern auf zuckerges\u00fc\u00dfte Getr\u00e4nke. In einem Strategiepapier des Konzerns wird der Bek\u00e4mpfung dieser Ma\u00dfnahme die h\u00f6chste Priorit\u00e4t einger\u00e4umt. Der klare Auftrag: &#8222;Zur\u00fcckschlagen&#8220; (im englischen Original: &#8222;fight back&#8220;).<\/p>\n<p>foodwatch sieht auch die Politik in der Verantwortung, den Konflikt mit Weltkonzernen wie Coca-Cola und der einflussreichen Lobby nicht l\u00e4nger zu scheuen und endlich konkrete Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um der Epidemie ern\u00e4hrungsbedingter Krankheiten etwas entgegenzusetzen &#8211; wie die Weltgesundheitsorganisation oder die DANK &#8211; Deutsche Allianz Nicht\u00fcbertragbare Krankheiten, ein B\u00fcndnis medizinischer Fachgesellschaften, schon lange fordern. So m\u00fcsse die Bundesregierung die Hersteller von stark \u00fcberzuckerten Getr\u00e4nken verpflichten, eine Abgabe zu zahlen. Zahlreiche L\u00e4nder wie Gro\u00dfbritannien, Frankreich, Irland, Belgien oder Mexiko haben eine solche Sondersteuer oder -abgabe beschlossen. In Gro\u00dfbritannien f\u00fchrte dies dazu, dass f\u00fchrende Hersteller schon vor Inkrafttreten den Zuckergehalt ihrer Produkte senkten.<\/p>\n<p>Quellen und weiterf\u00fchrende Informationen:<br \/>\n&#8211; &#8222;Coca-Cola-Report&#8220; von foodwatch: www.tinyurl.com\/coca-cola-report-foodwatch<br \/>\n&#8211; Zahlen und Fakten kurz zusammengefasst: www.tinyurl.com\/factsheet-coca-cola-report<br \/>\n&#8211; Fotostrecke: www.material-essen-und-gesundheit.foodwatch.de<br \/>\n&#8211; Cover des \u201eCoca-Cola-Report\u201c: www.tinyurl.com\/titelbild-jpg<br \/>\n&#8211; Korrespondenz zwischen Coke und foodwatch: www.tinyurl.com\/korrespondenz-mit-coca-cola<br \/>\n&#8211; Mehr Informationen zur Herstellerabgabe auf Zuckergetr\u00e4nke in Gro\u00dfbritannien: www.foodwatch.org\/de\/informieren\/zucker-fett-co\/aktuelle-nachrichten\/britische-hersteller-abgabe-auf-zuckergetraenke-wirkt\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>foodwatch kritisiert Influencer-Marketing auf Youtube und Instagram Die Verbraucherorganisation foodwatch hat die Marketing- und Lobbyma\u00dfnahmen von Coca-Cola als unverantwortlich kritisiert.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[3399],"tags":[4241,6303,6306,1899,1268,6305,5208,3882,6304],"class_list":["post-14237","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-verbraucher","tag-coca-cola","tag-cocacola","tag-coketv","tag-diabetes","tag-foodwatch","tag-weihnachtstruck","tag-youtube","tag-zucker","tag-zuckergetraenke"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14237","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14237"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14237\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14240,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14237\/revisions\/14240"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14237"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14237"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14237"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}