{"id":12934,"date":"2017-10-15T16:32:58","date_gmt":"2017-10-15T14:32:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=12934"},"modified":"2017-10-06T16:31:55","modified_gmt":"2017-10-06T14:31:55","slug":"nabu-fordert-neubewertung-bei-glyphosat-zulassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=12934","title":{"rendered":"NABU fordert Neubewertung bei Glyphosat-Zulassung"},"content":{"rendered":"<p>06NABU-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Leif Miller fordert: Agrarreform muss Landwirte aus Pestizid-Teufelskreis befreien und Naturvertr\u00e4gliche Alternativen f\u00f6rdern<\/p>\n<p>Mit Blick auf das heute ver\u00f6ffentlichte Sachverst\u00e4ndigengutachten, das die Plagiatsvorw\u00fcrfe gegen den Glyphosat-Bericht des Bundesinstituts f\u00fcr Risikobewertung (BfR) best\u00e4tigt, fordert der NABU eine Neubewertung des Mittels im EU-Zulassungsverfahren. Die Zulassung des Wirkstoffs l\u00e4uft nach EU-Pflanzenschutzrecht zum Jahresende aus. Die EU-Kommission hat eine Verl\u00e4ngerung der Zulassung um zehn Jahre vorgeschlagen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Nabu_Agrarreform.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12935\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Nabu_Agrarreform-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Nabu_Agrarreform-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Nabu_Agrarreform.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\n\u201eEs ist offensichtlich, dass das BfR keine eigenst\u00e4ndige Bewertung der zitierten Studien vorgenommen hat. Einen weiteren Freifahrtschein f\u00fcr Glyphosat darf es nicht geben, solange der Verdacht besteht, dass bei der Risiko-Analyse die Industrie die Richtung vorgegeben hat. Der Vorfall zeigt auch einmal mehr, dass das Zulassungsverfahren einer dringenden \u00dcberarbeitung bedarf\u201c, sagte NABU-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Leif Miller.<\/p>\n<p><!--more-->Vor dem Hintergrund, dass die wissenschaftliche Plausibilit\u00e4t des BfR-Gutachtens nicht mehr gegeben ist, begr\u00fc\u00dft der NABU, dass der zust\u00e4ndige Ausschuss der Mitgliedstaaten das Thema heute von der Tagesordnung genommen hat. Eine andere Entscheidung h\u00e4tte das Vertrauen in die Glaubw\u00fcrdigkeit der EU- Institutionen in seinen Grundfesten ersch\u00fcttert und das Vorsorgeprinzip ad absurdum gef\u00fchrt. Die Gesundheit von Millionen EU-B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger und der Schutz der biologischen Vielfalt st\u00fcnden auf dem Spiel. \u201eDie Debatte um eine Neuzulassung von Glyphosat darf erst wieder fortgesetzt werden, wenn eine Bewertung vorliegt, welche auch die Leitlinien der guten wissenschaftlichen Praxis erf\u00fcllt\u201c, so Miller weiter, \u201ebis dahin sollte der Einsatz von Glyphosat EU-weit ausnahmslos verboten werden.\u201c<\/p>\n<p>Das heute vorgelegte Gutachten des Plagiatspr\u00fcfers Stefan Weber kommt zu dem Ergebnis, dass das deutsche Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung als die f\u00fcr das Zulassungsverfahren wichtige Beh\u00f6rde seine Bewertung des Totalherbizids Glyphosat \u00fcber viele Seiten vom Glyphosathersteller Monsanto eins zu eins abgeschrieben hat. Es zeigt, wie anf\u00e4llig das System f\u00fcr den Einfluss der Chemieindustrie ist. Der NABU fordert seit Langem mehr Transparenz im EU-Zulassungsprozess f\u00fcr Pestizide. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssten die \u00f6kologischen Auswirkungen von Pestiziden realit\u00e4tsnah mit Vertreterarten aus naturnahen \u00d6kosystemen in die Risikobewertung einflie\u00dfen. \u201eDie dramatischen R\u00fcckg\u00e4nge in der Vogel- und Insektenwelt sind ein deutlicher Weckruf, dass mit den bisherigen zur Bewertung eingesetzten Arten nicht die beste Wahl getroffen wurde\u201c, so Miller weiter.<\/p>\n<p>Auch m\u00fcsse das BfR im Agrar- und Umweltausschuss des Europ\u00e4ischen Parlamentes in der f\u00fcr den 11. Oktober vorgesehenen Anh\u00f6rung unbedingt Stellung zu den Plagiatsvorw\u00fcrfen beziehen. \u201eSollte das BfR jedoch nichts an der Entscheidung \u00e4ndern, und nicht zur Anh\u00f6rung erscheinen, muss die EU-Kommission ernsthaft abw\u00e4gen, ob das BfR zuk\u00fcnftig \u00fcberhaupt noch in die Risikobewertung einbezogen werden sollte\u201c, so Miller. \u201eDar\u00fcber hinaus sollte sich Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt dringend Gedanken dar\u00fcber machen, ob BfR-Pr\u00e4sident Hensel noch die geeignete Personalie f\u00fcr ein solch verantwortungsvolles Amt ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eInsgesamt ist ein Umsteuern in der Landwirtschaft \u00fcberf\u00e4llig. Um dies zu erleichtern, ist eine Reform der EU-Agrarf\u00f6rderung n\u00f6tig, bei der Landwirte, die Leistung f\u00fcr den Naturschutz erbringen, daf\u00fcr entlohnt werden\u201c, so Miller weiter. Ein Mittel sei die Einrichtung eines EU-Naturschutzfonds, der besondere Naturschutzleistungen der Landwirte honoriere. Davon k\u00f6nnten auch Landwirte profitieren, die den Pestizideinsatz drastisch reduzieren oder g\u00e4nzlich aussetzen. Statt der bisherigen pauschalen Fl\u00e4chenf\u00f6rderung, die zu immer intensiverer Nutzung mit enormen \u00f6kotoxikologischen Sch\u00e4den an der Biodiversit\u00e4t, zum R\u00fcckgang von Insekten und V\u00f6geln, aber auch zu einer nicht mehr vertretbaren Belastung von B\u00f6den und Grundwasser f\u00fchrt, sollte die Produktion, Vermarktung und Nachfrage von Lebensmitteln, die pestizidarm produziert wurden, gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Mehr zu den NABU-Forderungen f\u00fcr die k\u00fcnftige Agrarpolitik: <a href=\"http:\/\/www.NABU.de\/agrarreform202\">www.NABU.de\/agrarreform202<\/a>1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>06NABU-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Leif Miller fordert: Agrarreform muss Landwirte aus Pestizid-Teufelskreis befreien und Naturvertr\u00e4gliche Alternativen f\u00f6rdern Mit Blick auf das heute ver\u00f6ffentlichte<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":12935,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[3454],"tags":[5664,3987,3360],"class_list":["post-12934","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-umweltschutz","tag-agrarreform","tag-glyphosat","tag-nabu"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Nabu_Agrarreform.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12934","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12934"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12934\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12937,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12934\/revisions\/12937"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12935"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12934"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12934"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12934"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}